Predigten in der Adventszeit - Lesejahr C

(Dr. Jörg Sieger)

      

3. Adventssonntag - Lesejahr C (Lk 3,10-18)

In jener Zeit fragten die Leute den Johannes den Täufer: Was sollen wir also tun? Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso. Es kamen auch Zöllner zu ihm, um sich taufen zu lassen, und fragten: Meister, was sollen wir tun? Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist. Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold! Das Volk war voll Erwartung, und alle überlegten im stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hält er die Schaufel in der Hand, um die Spreu vom Weizen zu trennen und den Weizen in seine Scheune zu bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen. Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk in seiner Predigt. (Lk 3,10-18)

In dieser Zeit fragten die Leute ihren Pfarrer: Was sollen wir also tun?

Er antwortete ihnen: vergesst Eure täglichen Gebete nicht und geht regelmäßig zur Beichte.

Es kamen auch Menschen zu ihm, um sich taufen zu lassen und fragen: Herr Pfarrer, was sollen wir tun?

Er sagte zu ihnen: Lest im Katechismus und besucht die Vorbereitungskurse.

Auch Banker und Manager fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Erfüllt Eure Sonntagspflicht und besucht die Heilige Messe.

In jener Zeit fragten die Menschen Johannes den Täufer: Was sollen wir tun?

Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat. Und wer zu essen hat, der handle ebenso. Verlangt nicht mehr, als das, was euch zusteht und seid nicht gierig. Erpresst niemanden. Drückt niemanden zu Boden, auch nicht was die Preise angeht, sondern gebt anderen, was ihnen zusteht und was sie wirklich brauchen, um überleben zu können...

In dieser Zeit sagte ein Pfarrer: Genau das habe ich doch auch gesagt, oder?

(gehalten am 16. Dezember 2012, Peters- und Pauluskirche, Bruchsal)

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