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Weckruf - Wegruf

Mit dem Propheten Amos auf dem Weg

Spanisch-Button Begleitheft zum Amos-Prozess

Weiter-Button Zurück-Button Sonntag, 5. Juli (Amos 6,11-14)

Jahwe, der Gott der Heere

Masoretentext-Icon Septuaginta-Icon 11 Denn der Herr befiehlt / und man schlägt das große Haus in Trümmer / und das kleine in Stücke. Masoretentext-Icon Septuaginta-Icon 12 Rennen denn Pferde über die Felsen, / oder pflügt man mit Ochsen das Meer? Ihr aber habt das Recht in Gift verwandelt / und die Frucht der Gerechtigkeit in bitteren Wermut. Masoretentext-Icon Septuaginta-Icon 13 Ihr jubelt über (die Eroberung von) Lo-Dabar und sagt: / Haben wir nicht aus eigener Kraft Karnajim erobert? Masoretentext-Icon Septuaginta-Icon 14 Doch seht, ihr vom Haus Israel, / ich schicke ein Volk gegen euch, / das euch quälen wird von Lebo-Hamat bis zum Bach der Araba-Steppe - / Spruch des Herrn, des Gottes der Heere

Wieso? Weshalb? Warum? ...

Vers 12 ist eine rhetorische Frage. Pferde können nicht über Felsen rennen und das Meer pflügen zu wollen, ist ein sinnloses Unterfangen. Die Frage soll den Zuhörern ihr verkehrtes Handeln drastisch vor Augen führen.

In den Versen 13 und 14 ist die Rede von früheren Eroberungen Jerobeams II. Er war erfolgreich gegen die Aramäer und die Ammoniter. Möglicherweise war Amos in Samaria den Truppenführern der siegreichen nordisraelischen Heere begegnet. Sie waren stolz auf ihre Siege. Amos weist aber darauf hin, dass frühere Siege nichts über die Zukunft aussagen. Er kündigt das Auftreten eines anderen, stärkeren Volkes an. Die Zukunft wird diesem großen Eroberer gehören, der das ganze Gebiet in Bedrängnis bringen wird. Wer damit gemeint ist, lässt Amos offen.

Jahwe wird als "Jahwe Zebaot", was soviel bedeutet wie "Jahwe, der Gott der Heere", bezeichnet. Dadurch wird er als Heerführer benannt, der mit den Feinden Israels gegen Israel vorgeht. Jahwe führt das Heer der Feinde Israels an und zwar gegen sein eigenes Volk, gegen Israel.

Es wird kein Unterschied zwischen Reichen und Armen gemacht. Die Reichen reißen die Armen mit in die Katastrophe hinein.

Jetzt geht es nicht mehr um die Anklage oder die Feststellung der Schuld, es geht nur noch um die Ansage des Gerichts: Jahwe macht Erzittern.

Alle antiken Dichter und Weisen wussten, dass der Stolz des Menschen sein Verderben bedeutet. Für die Menschen damals war klar, dass dieses Verderben Strafe Gottes sein muss.

Vor- und nachgedacht...

Gott, Du lässt zu, dass ein Land von Krieg zerstört wird.
Aus den Trümmern sollen neue Städte entstehen,
sie sollen strahlen in neuem Glanz.
Gewalt, Not und Verderben werden weggeschwemmt.
Grenzen fallen, Zäune werden eingerissen.
Gerechtigkeit wird wachsen aus den Überresten der Verwüstung.
Gib dem Sterben einen Sinn.
Herr, Dein Wille geschehe.

Monika Zehe

Ruine

Foto: Erika Gerken

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Selbstüberschätzung

Jeder der Verantwortung trägt, im Großen wie im Kleinen, muss sich ab und an hinterfragen und korrigieren lassen.

Oft führen Selbstüberschätzung und Selbstverliebtheit direkt ins Unglück.

Mit Gott hätten wir einen wohlwollenden Kritiker, der uns den richtigen Weg aufzeigen kann. Wir müssen den Mut haben, uns seiner Mahnung aussetzen.

Uschi Schedlik

Kein Gefängnis...

"Ein Gefängnis", dachte ich, als wir an einem Haus in Lima vorbei fuhren. Es dauerte bis ich begriff, dass Stacheldraht, Wachtürme und Wachmannschaften niemandem am Ausbrechen hindern wollten. Es war eine Fabrik und die Sicherheitsvorkehrungen sollten das Einbrechen verhindern.

Was ist das für eine Welt, in der man ständig in der Angst leben muss, dass einem jemand an sein Hab und Gut möchte, in der man nicht mehr in Sicherheit leben kann und mittlerweile schon beim Briefe-Öffnen Angst haben muss?

Seit ich in Peru war, verstehe ich die Zusammenhänge etwas besser. Wie viele sind vom Wohlstand ausgeschlossen, nur weil sie in erbärmliche Verhältnisse hineingeboren wurden. Wer aber allein deshalb keine Perspektive hat, ist es dem zu verdenken, dass er auch seinen Teil vom Kuchen abhaben möchte?

Wer Terror wirklich bekämpfen will, muss hier ansetzen. Solange es Hunger auf der Welt gibt, werden Fanatiker immer auf Gehör stoßen. Volle Bäuche aber sind selten für radikale Parolen empfänglich.

Jörg Sieger, aus: Lichtblick im Alltag

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