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Weckruf - Wegruf

Mit dem Propheten Amos auf dem Weg

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Weiter-Button Zurück-Button Samstag, 11. Juli (Amos 8,4-6)

Profit - Profit - Profit

Masoretentext-Icon Septuaginta-Icon 4 Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt / und die Armen im Land unterdrückt. Masoretentext-Icon Septuaginta-Icon 5 Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? / Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? / Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen / und die Gewichte fälschen. Masoretentext-Icon Septuaginta-Icon 6 Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, / für ein paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides / machen wir zu Geld.

Wieso? Weshalb? Warum? ...

Wie in Amos 2,7 ist hier von Ausbeutern die Rede. Als Bedrücker sind hier die habgierigen Kaufleute genannt. Neumondtag und Sabbat waren Ruhetage, an denen der Handel streng verboten war. Vermutlich hatte das ursprünglich auch soziale Gründe, nämlich die Schonung der Sklaven. Hier wird aber ausschließlich der Gewinnausfall gesehen. Die Getreidehändler sind von Gier getrieben. Keine Geschäfte machen zu können, ist ihnen unerträglich. Sie wollen nur noch Eines: ihren Gewinn. Feiertage können sie nicht mehr genießen. Die "Gewinnsteigerung" zieht verschiedene Vergehen nach sich und mündet im Handelsbetrug: sie verkaufen auch "Abfall" also z. B. schmutziges Getreide, das auf den Boden gefallen und zertreten war. Sie verkleinern das Hohlmaß, so dass der Käufer zu wenig Getreide bekommt. Sie vergrößern den Gewichtsstein, mit dem das Silber, das damals ungemünztes Zahlungsmittel war, gewogen wurde. Der Käufer bezahlte damit zu viel. Und sie können die Waage zum Schaden der Käufer manipulieren, z. B. den Waagebalken verbiegen. Die Folgen dieser Gewinngier sind also schlechte Ware, falsche Maße, ungerechte Preise und damit betrogene Kunden.

In Vers 6 geht es - wie bereits in Amos 2,6 - erneut um Menschenhandel. Dort ging es um den Verkauf, hier um den Einkauf von Menschen. Der Hilflose wird zur bloßen Ware.

Vor- und nachgedacht...

In der Verlautbarung des Treffens der lateinamerikanischen Bischofskonferenz in Aparecida 2007 heißt es: "Als Propheten des Lebens wollen wir darauf bestehen, dass bei den Eingriffen in die natürlichen Ressourcen nicht die Interessen von Wirtschaftskreisen den Vorrang haben dürfen, die zum Schaden ganzer Nationen und sogar der Menschheit auf irrationale Weise die Quellen des Lebens vernichten. Die nachfolgenden Generationen haben das Recht, von uns eine bewohnbare Welt zu bekommen und nicht einen vergifteten Planeten." (Schlussdokument der 5. Generalversammlung des Episkopats von Lateinamerika und der Karibik vom 13.-31. Mai 2007 in Aparecida, 9.8 Schutz der Umwelt, Abschnitt 471)

Wie wirkt ein solcher Satz auf mich, wie der Vorwurf, dass die Armen für ein paar Sandalen verkauft werden, wenn ich sehe, wie in Lateinamerika, in unserem Partnerland Peru die Umwelt durch die Minen verseucht wird, die Menschen zu unwürdigen Lebensbedingungen bei den amerikanischen Bergwerkbesitzern arbeiten müssen?

Marieluise Gallinat-Schneider

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