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Weckruf - Wegruf

Mit dem Propheten Amos auf dem Weg

Tagebuch des Amos-Prozesses

Weiter-Button Zurück-Button Fünfter Amoschat – Unerhörte Worte

11. Juli 2009 - 09:53 Uhr

Hallo Zusammen,

mit dem Thema war es nicht so einfach.

Aufrüttelnde, anprangernde Worte, auch wenn sie ungehört bleiben sind wichtig! Wichtig insofern, als dass sie einen den Glauben an die "Menschheit" nicht verlieren lassen. Ein Funken Hoffnung, der einen nicht ganz verzweifeln lässt.

Eine Teilnehmerin sagte, man dürfe nicht aufhören zu reden, nicht aufhören aufzubegehren, wieder anfangen zu demonstrieren – z. B. um zu verhindern, dass der Atomausstieg rückgängig gemacht wird.

Ein weiterer Einwurf waren die neusten Folterereignisse in deutschen Gefängnissen an Strafgefangenen durch Strafgefangene.

Darüber blieben wir sprachlos. Nicht einen Satz haben wir darüber gesprochen!

Da vergreifen sich Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen an Menschen, die noch schwächer sind. Ich glaube unsere Sprachlosigkeit über diesen Beitrag traf punktgenau unser Dilemma. Man sieht etwas in den Nachrichten, man liest etwas in der Zeitung und manchmal wird man auch Zeuge – und spüren unsere Machtlosigkeit und verstummen, oder erstarren in Schreckstarre.

Sprachlosigkeit. Wenn Worte gar nichts zu bringen scheinen, wird man sprachlos. Wir suchten nach anderen Ausdrucksformen, wenn Worte nichts bringen. Wie die Diskussion verlief kann ich gar nicht genau sagen – aber gegen Ende landeten wir bei Gott.

Er ist wohl die einzige konstante Größe, auf die man sich verlassen kann.

Ich frage mich, jetzt wo ich diese Zusammenfassung schreibe, was würde Gott wohl machen, wäre er an unserer Stelle.

Er hat ja unter uns gelebt und hat es uns vorgemacht. Er hat nicht aufgehört, anzuprangern, Missstände aufzudecken, sich für Schwache einzusetzen. Er ist nicht verstummt, hat sich nicht den Mund verbieten lassen und ist nicht in Schreckstarre oder Lethargie verfallen. Hat nicht den Kopf in den Sand gesteckt, sondern hat, da wo er war, gehandelt.

Was mir nun auch auffällt – viel mehr staatliche und gesellschaftliche Macht als wir, hatte Jesus damals auch nicht und wurde dennoch nicht sprachlos und handlungsunfähig.

Liebe Grüße Uschi

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