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Weckruf - Wegruf

Mit dem Propheten Amos auf dem Weg

Tagebuch des Amos-Prozesses

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12. Juli 2009 - 21:51 Uhr

So haben wir am Donnerstag unsere Gesprächsrunde überschrieben.

Impressionen vom der Gesprächsrunde

Um uns auf das Hören einzustellen haben wir eine Melodie gehört, die traurig und melancholisch, fröhlich und ausgelassen war. Ihr Hintergrund war eine populäre jüdische Melodie, die Martin Rosenberg zu einem Trauerlied umgeschrieben hat, als er von seiner Verlegung von Sachsenhausen nach Auschwitz erfuhr. Er zeichnet das Bild von 10 Brüdern, die einer nachdem anderen ermordet wurden. Der letzte Bruder kommt zu dem Schluss: "Wir haben Niemandem wehgetan, wir haben nichts Unrechtes getan" und trotzdem – alle sind tot.

Die Melodie gibt diesen Hintergrund nicht her.

Im Gespräch waren wir ganz schnell bei der Frage, was erfahren wir über die Medien? Was ist wahr von dem was wir zu hören und zu sehen bekommen? Was ist nur ein bißchen wahr?

Was ist so wahr wie es ist?

Vor allem die Krisengebiete waren im Zentrum des Gesprächs und somit auch die Predigt. Ist Kampf gleich Krieg und daher eine Auszeichnung fehl am Platz oder ist der Einsatz für die Kameraden lobenswert?

Mancher kam an den Punkt, dass ihn das was er zu hören bekommt ganz oft überfordert und dass man manchmal nicht mehr hinhören möchte, weil man ja doch nichts ändern kann.

Einem jungen Mann war es ganz wichtig, dass wir hören was in der Welt passiert, schon auch, damit wir unser eigenes Leben besser einordnen können, damit wir helfen wo die Not am Größten und damit wir uns informieren, wo Hilfe wirklich ankommt.

Dabei wurde auch deutlich, dass wir über die Medien zumindest ungefähr wissen, was in der Welt passiert, aber die Not in der Nachbarschaft nicht an unsere Ohren dringt.

Wie wir uns vornehmen könnten zuzuhören, beschreibt der Text eines unbekannten Verfassers:

Wenn ich dich bitte, mir zuzuhören, und du beginnst, mir Ratschläge zu geben, hast du nicht das gemacht, worum ich dich gebeten habe.

Wenn ich dich bitte, mir zuzuhören, und du beginnst, mir zu sagen, wieso ich dies nicht fühlen sollte, verletzt meine Gefühle.

Wenn ich dich bitte, mir zuzuhören, und du spürst, dass du etwas tun musst, um mein Problem zu lösen, tust du mir Unrecht, so seltsam dies erscheinen mag.

Hör zu, alles, worum ich dich bitte, ist, dass du mir zuhörst. Weder musst du etwas sagen noch irgendetwas tun, ich bitte dich nur, mir zuzuhören. Ich kann selber handeln, ich bin nicht machtlos, vielleicht etwas enttäuscht oder zögernd,aber nicht hilflos. Wenn du etwas für mich machst, das ich selber machen kann und selber machen muss, trägst du zu meiner Angst bei, betonst du mein Unwohlsein.

Wenn du jedoch wie eine einfache Tatsache akzeptierst, dass ich das fühle, was ich fühle (wie irrational dies auch sein mag), kann ich aufhören, dich zu überzeugen, und ich kann versuchen zu beginnen, zu verstehen, was hinter diesen irrationalen Gefühlen ist. Wenn dies klar ist, werden die Antworten offensichtlich und ich brauche keine Ratschläge.

Die irrationalen Gefühle werden verständlich, wenn wir verstehen, was sich dahinter verbirgt. Vielleicht funktioniert deshalb manchmal das Gebet, für einige Menschen, denn Gott ist stumm. Er oder sie gibt keine Ratschläge. Er oder sie versucht nicht, die Dinge in Ordnung zu bringen. Sie hören einfach zu und lassen dich das Problem selber lösen.

Daher, bitte, hör zu und höre mich.

Und wenn du dann reden willst, warte eine kurze Weile und ich werde dir zuhören.

(Erika Gerken)

Zwei Reaktionen zu "Höre ich was ich höre"

Sybille Heck am 12. Juli 2009 um 22:54 Uhr

Hallo!

Wer diesen Artikel "Höre ich was ich höre" geschrieben hat, kann ich leider nicht erkennen... Trotzdem meine Rückmeldung dazu: Danke vor allem für den Text des unbekannten Verfassers. Er spricht mich sehr an, macht mich nachdenklich...

Sybille

roland am 12. Juli 2009 um 23:04 Uhr

Sorry, war mein Fehler. Autorin steht nun dabei!

Roland

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