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Weckruf - Wegruf

Mit dem Propheten Amos auf dem Weg

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Weiter-Button Zurück-Button Donnerstag, 2. Juli (Amos 6,1-2)

Wehe den Sorglosen

Masoretentext-Icon Septuaginta-Icon 1 Weh den Sorglosen auf dem Zion / und den Selbstsicheren auf dem Berg von Samaria. Weh den Vornehmen des Ersten unter den Völkern. / [ Weh denen, bei denen sich die Israeliten versammeln.] Masoretentext-Icon Septuaginta-Icon 2 Zieht hinüber nach Kalne und seht euch dort um! Geht von da nach Hamat, in die große Stadt, / und steigt hinunter nach Gat, ins Land der Philister! Seid ihr besser als diese Reiche? / Ist euer Gebiet größer als ihr Gebiet?

Wieso? Weshalb? Warum? ...

Diese Verse wurden wohl nach 738 v. Chr. eingefügt, sie wären demnach nicht von Amos selbst.

Die Sorglosen in Samaria setzen ihr Vertrauen auf eine sichere Stadt, dort fühlen sie sich geschützt. Die Vornehmen sehen sich im falschen Erwählungsglauben an der Spitze der Menschheit und tun sich entsprechend groß. Sie sehen die Siege Jerobeams II. und Israels gegenwärtige Stärke. Der Verfasser stellt ihnen das Beispiel von Städten entgegen, die einst genau so gut dastanden, wie jetzt Israel, und nun zerstört sind.

738 v. Chr. wurden Kalne und Hamat von den Assyrern erobert, Gat fiel 734 v. Chr. Vers 2 ist also die ironische Frage eines Amosschülers an die Oberschicht, ob sie wirklich glauben, dass sie soviel besser und größer sind als die anderen, ob sie glauben, ihnen könne nichts passieren und das Schicksal der anderen bliebe ihnen erspart.

Vor- und nachgedacht...

Man sieht besser
In einer schwarzen Nacht
Auf einem schwarzen Stein
Einen schwarzen Käfer
Als den Hochmut im eigenen Herzen

Arabisches Sprichwort

der Berg Zion

Blick auf den Berg Zion

Foto: Erika Gerken

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Assur unterwarf 738 v. Chr. Hamat und ließ nur noch einen Restbestand als abhängigen Kleinstaat übrig. Damals haben unter dem Eindruck der überwältigenden assyrischen Siege in Syrien-Palästina die meisten anderen syrischen Staaten, phönizische Küstenstädte und eine Reihe kleinasiatischer Staaten Tribut an Assyrien gezahlt. Seit 738 v. Chr. zahlte auch der inzwischen in Nordisrael regierende König Menahem Tribut an Assur: 1.000 Zentner Silber (2 Könige 15,19 f.).

In der Folge eroberte Assur weitere Gebiete, darunter 734 v. Chr. den Philisterstaat Gaza. 733 v. Chr. versuchten die Kleinstaaten, Nordisrael unter König Pekach eingeschlossen, sich gegen Assur zu verbünden. An diesem Bündnis sollte auch das Südreich Juda teilnehmen. Aber König Ahas von Juda verweigerte jegliches militärische Bündnis gegen Assur. Statt dessen rief er Assur gegen das Nordreich Israel zu Hilfe. Die Assyrer taten, was sie ohnehin vorhatten: Sie besetzten Nordisrael und machten drei assyrische Provinzen daraus. Dem inzwischen nächsten König Pekach blieben nur die Stadt Samaria und das Gebirge Ephraim - bis auch diese Gebiete 722 v. Chr. Assur in die Hände fielen. (vgl. Martin Noth, Geschichte Israels, S. 233-236).

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