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Weckruf - Wegruf

Mit dem Propheten Amos auf dem Weg

Tagebuch des Amos-Prozesses

Weiter-Button Zurück-Button Dritter Amosabend

2. Juli 2009 - 09:01 Uhr

Ich sehe, auch andere haben die Nacht wenig geschlafen... Wir sind erst kurz vor Mitternacht im Bernhardussaal auseinandergegangen und dann war ich noch zu aufgedreht, um gleich ins Bett zu gehen.

Die Kirche war gestern noch voller, als bei den beiden Abenden zuvor. Ich habe mich sehr gefreut, dass wir einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert haben. Der Gottesdienst hat mir sehr gut gefallen. Die Dialogpredigt war toll, stark, wie die Sätze zueinander passten, obwohl nichts abgesprochen war. Das Ende hat mich eher traurig gestimmt, ich fand es wichtig, Brot durch die Reihen zu reichen, denn zu Gottesdienst gehört auch Abendmahl und wenn uns dies verweigert ist, dann kann Brot als Zeichen dienen. Aber dieses Symbol hat mir die Trennung wieder so deutlich vor Augen geführt, hat mir gezeigt, wie weh es tut, dass wir Christen getrennt sind.

Impressionen von der Kleingruppe

Um das Thema Ökumene ging es auch in meiner Gesprächsrunde sehr stark. Als Einstieg hatte ich einen kurzen Impuls von Hans Küng gewählt, der mir in der Oper (!) in die Hände fiel, als ich in Karlsruhe im Badischen Staatstheater im Don Carlos im Programmheft blätterte und bei der Überschrift "Kein Gottesdienst ohne Menschendienst" hängen blieb, die ja auch Thema meiner Kleingruppe war. Küng erinnert an die alttestamentlichen Propheten und ihre Forderungen nach Gerechtigkeit, die als Forderungen Gottes vorgetragen werden. Damit stiegen wir ins Thema ein. Es wurde auch noch mal an die Predigt angeknüpft, in der es hieß, Gottesdienst ist Dienst Gottes an uns.

Danach gingen einige Gesprächsteilnehmer auf das Anspiel ein, in dem viele verschiedene Gottesdienstformen und die Frage nach zeitgemäßen Gottesdiensten angesprochen wurden. Ein Teil wünscht sich solche themen- und zielgruppenorientierten Gottesdienste, ein Teil betonte, wie gut es sei, dass sich sonntags die ganze Gemeine zur Feier versammelt und vom plappernden Kleinkind über die Verliebten bis zur trauernden Witwe alle ihren Platz haben und wir als Gemeinschaft gefordert sind, uns auch allen zuzuwenden und nichts auszuklammern, weil es uns unangenehm ist.

Natürlich kam auch die Frage nach Priesteramt der Frau, Verbot von Laienpredigt in Eucharistiefeiern und eben die Frage nach gemeinsamem Abendmahl und den schwierigen Wegen der Ökumene zur Sprache. Wie schwierig waren und sind die Wege für konfessionsverschiedene Paare, wie wenig Verständnis hat Weltkirche für diesen sehr deutschen Konflikt. Es ist in all den genannten Punkten so, dass nach dem 2. Vatikanischen Konzil keine weiteren Fortschritte mehr erzielt wurden, das Konzil war bahnbrechend, danach Stillstand oder Rückwärtsbewegung und so viele warten auf Schritte nach vorne.

Deutlich wurde auch, wenn wir Amos folgen, dann darf am Ende der 7 Wochen nicht stehen, gut, dass wir drüber geredet haben. Wo folgen konkrete Taten.

Wie haben wir zum Abschluss so passend gesungen? Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum, wenn viele gemeinsam träumen, so ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit – träumt unsern Traum!

(Marieluise)

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