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Weckruf - Wegruf

Mit dem Propheten Amos auf dem Weg

Tagebuch des Amos-Prozesses

Weiter-Button Zurück-Button Vierter Amosabend

10. Juli 2009 - 11:14 Uhr

Impressionen von der Kleingruppe

"Prophetische Worte in der Dichtung" so war unsere Gruppe überschrieben. Wir hatten 11 Gedichte ausgewählt, die für uns damit zu tun hatten, wobei dies sicher nicht bei allen auf den ersten Blick ersichtlich war. Dies galt es als erstes herauszuarbeiten. Dann wollten wir darüber sprechen, welches Gedicht die Teilnehmenden am meisten anspricht oder auch zu Widerspruch anregt. Danach hatten wir die Biographien der Dichterinnen und Dichter vorbereitet und wollten dann ans kreative Schreiben gehen. Aber um 20.50 Uhr waren wir noch in der Kirche! Bis dann alle saßen und (was mich in vielen Gruppen wundert) wie schwierig es ist, 11 Blätter durchzugeben, bis jede und jeder alle hat, danach war nicht mehr viel Zeit.

Es waren folgende Gedichte ausgewählt worden:

Wir kamen kurz ins Gespräch über den Rat an den Prediger, Rose Ausländers Wort, das eine Welt erschafft (natürlich auch in Bezug zu Joh 1 Im Anfang war das Wort), die ausgeschnittenen Bilder, die im Buch liegen und mich nicht mehr berühren, über die Lebenswenden und die Wende 1989. Nelly Sachs Propheten hätten uns Gesprächsstoff für einen ganzen Abend gegeben. Bei den Kindern reicher Leute haben wir einen Bezug zum Anspiel von Pia und Lisa-Marie von den Minis St. Peter hergestellt und darüber geredet, wie achtlos die, denen es gutgeht doch über das Elend der Armen hinweggehen, schon als Jugendliche.

Die Entscheidung, dieses Thema am Donnerstagabend zu wählen, traf ich, als ich die Verteilung der Lesungstexte vor mir hatte. Text des Tages war ja die Ausweisung des Propheten. Dabei kommt die ganze Frage nach Berufung und Auftrag des Propheten zur Sprache. Wenn Amos sich nicht als Berufsprophet bezeichnet, was bedeutet das für uns? Er erzählt von seinen Visionen, gibt es heute Menschen, die so etwas erleben? Sind Gedichte nicht auch oft Weckrufe, die mich aufrütteln? Haben die Autorinnen und Autoren nicht auch Visionen?

Auch in der Predigt ging es um die Aufgabe des Propheten Amos. Die deutlichen Worte zu Mißständen in der Politik kamen hinzu. So waren diese Aussagen natürlich auch prägend für das Gespräch in unserer Gruppe und die Auswahl der Gedichte für die Teilnehmenden. Zu Hause bei meiner Auswahl sprachen die Texte mich ganz anders an, als am Abend nach dem Gottesdienst, da war der, der zu Hause stark war, plötzlich eher im Hintergrund und umgekehrt. Aus dem Thema könnten wir gut und gerne noch einen ganzen Abend machen. Für eine 1/2 Stunde hatten wir uns effektiv zu viel vorgenommen.

(Marieluise)

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