Louis René de Rohan

Kardinal im Schatten der Französischen Revolution

im Schatten der Franz. Revolution


Weiter-ButtonZurück-Button 3. Teil: Temporum calamitate maerore aerumnis confectus ⋅1⋅

... durch unglückliche Zeitläufe, Gram und Drangsal verzehrt

Innenraum

Der Innenraum der Ettenheimer Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus.

Foto-ButtonFoto: Jörg Sieger, Oktober 2002

Obschon der Kardinal, als am 20. April 1792 von Frankreich der Krieg erklärt wurde, keine zwei Jahre in seinem Ettenheimer Exil ver­bracht hatte, sind uns diese in jeder Beziehung ereignisreichen Jahre mit all ihrer Hektik am besten zugänglich. Die Unmenge Soldaten, die sich ungezähltes Leid verursachend ⋅2⋅ - im Bischöflich-Straßburgischen auf­gehal­ten hatte, war zwar inzwischen abgezo­gen, doch verblieb - neben der neuen Belastung durch den Krieg - die Hof­haltung des Kardinals mit allen Unannehmlichkeiten für die Bürgerschaft in Ettenheim.

Ob der Bürgerstolz der Ettenheimer, nun ihren Fürsten und Bischof in ihren Mauern zu beherbergen, ob die glanzvollen Feste, die prächtigen Demonstrationen der geistlichen und weltlichen Macht diese Leiden aufwogen, übersteigt unser Urteilsvermögen.

Manchmal kann man sich eines solchen Eindrucks jedoch nicht erwehren.⋅3⋅

Weiter-ButtonZurück-Button Anmerkungen

1 Vgl.: PfA-Ettenheim, ursprünglich in Fasz. XII. a. 1. eingebunden, Auszug aus dem offenbar zeitgenössischen Entwurf einer Grabschrift von Charlotte Louise Dorothée, Princesse de Rohan-Rochefort, für Kardinal de Rohan. Zur Anmerkung Button

2 Vgl. die Darstellung in Kapitel III. Zur Anmerkung Button

3 Dies zumal es auch Vorteile hatte, den Landesherrn so nahe zu wissen. Möglicherweise hatte er zum Beispiel damit zu tun, dass ab 23. Januar 1792 die 'kleinen meitle' in der neu eingerichteten Schule im Spital eine Ausbildung in Nähen, Stricken und Spinnen, doch auch in Lesen und Schreiben erhalten sollten.
(Vgl.: Joann Conrad Machleid, Diarium II, *144v, *146v.) Zur Anmerkung Button