Louis René de Rohan

Kardinal im Schatten der Französischen Revolution

im Schatten der Franz. Revolution


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Detail der Büste des Kardinals im Bürgersaal
der Stadt Ettenheim. Geschaffen im Jahr 1783
von J. N. Roëttiers de la Tour.

Foto-ButtonFoto: Jörg Sieger, 16. Februar 2003

Kann man dem Men­schen Louis de Rohan in einem Urteil gerecht werden? Lebensfroh, großzügig und liebevoll im Umgang mit Kindern, verträumt als Politiker, verstand er es, sich immer wieder zwischen alle Stühle zu setzen, und mit der schlaf­wandlerischen Sicherheit eines mit beiden Beinen von der Erde losgelösten Menschen Weltgeschich­te zu machen. Im Gegensatz zum Ein­druck, den man in den Jahren vor der Revo­lu­tion gewinnen zu müs­sen glaubt, war die­ser Bischof im Exil jedoch ein religiöser Mensch, tieffromm und gläubig mit einem kämpferischen Zug, der für die überkommenen Formen auf die Barrikaden ging. Hier war er nicht mehr jener Wetzstein der Lästerzungen, war jener 'Hurenbock' - wie ihn der ein oder andere Ettenheimer in unserer so aufgeklärten Zeit ohne Tabus in seinem deftigen Dialekt bezeichnen möchte - nie gewesen. Die Ettenheimer des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts hatten ihn zweifellos geliebt.

Noch im November 1791 war der Kardinal voller Hoffnung, voll jenes kindlichen Urvertrauens, so dass seine einzige Sorge schien, die Elsässer könnten alles Wild in den Wäldern schießen, und für ihn würde nichts mehr zum Jagen übrigbleiben.⋅1⋅

Weiter-ButtonZurück-Button Anmerkung

1 Vgl.: GLA 74-6284, 102r. Zur Anmerkung Button