Louis René de Rohan

Kardinal im Schatten der Französischen Revolution

im Schatten der Franz. Revolution


Weiter-ButtonZurück-Button 3. Louis René Edouard, Prince de Rohan-Guémené - Fürstbischof des 'Ancien Régime"

Als im März 1779 bekannt wurde, dass der Kardinal de Rohan im 'Palais Cardinal' in Paris im Alter von 82 Jahren verstorben war, nahm sein Neffe und bisheriger Koadjutor das Straßburger Bistum in Besitz.

a. Die Jugendjahre des Kardinals ⋅1⋅

Am 25. September 1734 wurde Louis René Edouard in Paris als dritter Sohn des Hercules Mériadec de Rohan, Duc de Montbazon, und Louise Gabrielle Julie de Rohan-Soubise geboren. Nur eine höhere Laufbahn kam für ihn als Mitglied dieses alten Adelsgeschlechtes in Frage; so begann eine glanzvolle Karriere: Studien im Collegium du Plessis, im Seminar von St. Magloire und Empfang der Priesterweihe. Der junge Student lernte außerordentlich leicht, besaß jedoch kaum Ausdauer.

Im Jahre 1756 erhielt der 21jährige die Abtei Chaise-Dieu in der Auvergne und am 22. November 1759 wurde er zum Koadjutor seines Onkels, des Fürstbischofs von Straßburg, ernannt. Am 18. Mai 1760 wurde der neue Bischof von Canopolis 'in partibus infidelium' konsekriert. Bereits ein Jahr später erhielt er die Abtei Mont-Majour und am 11. Juni desselben Jahres erwählte man ihn zum Mitglied der Französischen Akademie.

Als im Jahre 1770 Marie Antoinette ihren Einzug als Braut des Dauphins in Straßburg hielt, hatte der Koadjutor die Ehre, mit seinem Onkel die künftige Dauphine von Frankreich an der Spitze des Klerus zu empfangen.⋅2⋅

b. Prince Louis de Rohan als Botschafter in Wien ⋅3⋅

Kaiserin Maria Theresia

Kaiserin Maria Theresia.

Lizenz: Foto-ButtonJakob Schmutzer nach Joseph Ducreux III,
Maria Theresia Rom. Imperatrix, 1770,
The british museum, CC BY-NC-SA 4.0

Video-Animation-Icon Der Duc d'Aiguillon suchte, nachdem er den Platz des Außenministers Choiseul - letzterer hatte sich mit der Dubarry überworfen, war bei Ludwig XV. in Ungnade gefallen und seines Amtes enthoben worden - eingenommen hatte, um die Dauphine, deren Verhältnis zur Dubarry gespannt war, zu gewinnen, als Botschafter an der Wiener Hofburg einen Mann, der dort 'persona grata' wäre. Choiseul hatte zwar noch am Ende seiner Amtszeit den Baron de Breteuil zum Botschafter in Wien ernennen lassen - dessen Galakutschen und Dienerschaft waren bereits dorthin abgegangen -‚ doch war de Breteuil als ein Choiseul völlig ergebener Mann für d'Aiguillon ganz und gar untragbar. Er hoffte in Louis de Rohan, der ihm von mehreren Seiten empfohlen worden war, eine geeignete Persönlichkeit gefunden zu haben. Rohan zeichnete sich durch ein angenehmes Äußeres, durch seine liebenswürdigen Manieren, durch seine trefflichen Geistesanlagen aus und gehörte zur höchsten Aristokratie Frankreichs. Erst die dringenden Bitten d'Aiguillons und die Vorstellung Erzbischofs de Beaumont von Paris, den Rohan hoch ehrte, bewogen den Prinzen jedoch zur Annahme dieses Vertrauenspostens. Möglicherweise ahnte er, dass ihm diese Ernennung die unversöhnliche Gegnerschaft des Baron de Breteuil zuziehen würde.⋅4⋅

Selbstverständlich stattete Rohan sein Gefolge mit großem Aufwand aus. Der Hof von Versailles hatte ihm 100.000 Livres für diesen Zweck zur Verfügung gestellt, doch gab der neue Botschafter, um standesgemäß auftreten zu können, eine viel größere Summe aus.⋅5⋅ Mit wahrhaft fürstlichem Gefolge erreichte er am 6. Januar 1772 Wien und wurde wie die Quellen übereinstimmend berichten - aufs zuvor- kommendste von Kaiserin Maria Theresia und Erzherzog Joseph empfangen. Die Kaiserin stellte dem Botschafter ein Landhaus in der Nähe von Preßburg zur Verfügung, unmittelbar an den Ufern der Donau.⋅6⋅

Infolge verschiedener Reibereien ⋅7⋅ war Rohans Stellung an der kaiserlichen Hofburg jedoch nicht unumstritten. Maria Theresia beklagte sich mehrmals in vertraulichen Schreiben bei ihrer Tochter Marie Antoinette über den französischen Botschafter. Erschwerend hinzu kam die Haltung, die Rohan im Zusammenhang mit den Verhandlungen ces Wiener Hofes über die Teilung Polens einnahm. Im Namen des Versailler Hofes machte er die dringendsten Vorstellungen bei Fürst von Kaunitz.

Nach einer Audienz bei der Kaiserin berichtete Rohan in einem vertraulichen Schreiben an seinen Gönner, den Duc de Aiguillon:

"Ich habe Maria Theresia Thränen vergießen sehen; allein diese Fürstin, wohlgeübt in der Kunst, sich nicht durchschauen zu lassen, scheint mir die Thränen ganz in ihrer Gewalt zu haben; in einer Hand hat sie das Taschentuch, um sie zu trocknen, mit der anderen ergreift sie das Schwert der Unterhandlung (le glaive de la négociation), um die dritte Teilhaberin bei der Teilung Polens zu sein." ⋅8⋅

Diese Worte veranlassten die Abberufung de Rohans aus Wien.⋅9⋅ Doch trotz aller Gnaden, mit denen dies geschah - die Kaiserin übergab de Rohan ein eigenhändiges Schreiben an ihre Tochter - musste der Prinz - nach Frankreich zurückgekehrt - erkennen, dass er sich nicht nur den Groll der österreichischen Kaiserin zugezogen, sondern auch die Gunst Marie Antoinettes für lange Zeit, wenn nicht auf immer, verscherzt hatte. Ludwig XVI. empfing ihn kalt, uni die Königin gewährte ihm keine Audienz, sondern ließ ihm den Brief der Kaiserin abfordern. Bald darauf wurde der Baron de Breteuil zum Botschafter in Wien bestellt.

Nichtsdestoweniger wurde Louis de Rohan im Jahre 1777 zum Großalmosenier (grand-aumônier) von Frankreich ernannt und ihm die Verwaltung der berühmten Pariser Blindenanstalt der 'Quinze-Vingts' übertragen. Ein Jahr darauf empfing er auf Verwendung des Königs von Polen, Stanislaus Poniatowsky, den Kardinalshut. Papst Pius VI. erteilte ihm am 1. Juli 1778 den römischen Purpur. Nebst der reichen Abtei Samt Vaast bei Arras, welche 600.000 Livres eintrug, erhielt Rohan darüber hinaus die vielgesuchte und wichtige Stelle eines Provisors der Sorbonne in Paris.

c. Das Zaberner Schloss und der Bischof von Straßburg ⋅10⋅

Kaiserurkunde

Kaiserliche Urkunde vom 16.11.1779.
Joseph II. bestätigt Rohans Rechte als Reichsfürst.

Foto-ButtonStadtarchiv Ettenheim, Repro: Wolfgang Hoffmann

Als am 11. März 1779 der Fürstbischof von Straß­burg verstarb, folg­te ihm sein Neffe auf den Straßburger Bi­schofs­stuhl nach und wurde dadurch einer der reichsten Prälaten seiner Zeit. Allein der Ertrag des Bistums betrug 350.000 Goldgulden jährlich.⋅11⋅

Louis René Edouard, Prince de Rohan-Guémené, begab sich Anfang 1779 nach Zabern, um nach altem Brauch feierlichen Einzug in seine bischöfliche Residenzstadt zu halten. Viel Volk strömte in die Bischofsstadt, und eine Festlichkeit folgte der anderen, bis in der Nacht vom 7. auf den 8. September im Dachwerk des Schlosses zwischen 3 und 4 Uhr morgens ein Brand ausbrach, der die Hauptfassade des Schlosses, trotz der Anstrengungen der bischöflichen Dienerschaft und der Zaberner Bürger, völlig zerstörte. Nur die beiden vorderen Flügel konnten gerettet werden.⋅12⋅

Noch im September 1779 reiste der Fürstbischof zurück nach Paris in seinen dortigen Palast - das Palais Cardinal, die spätere Imprimerie nationale -‚ während im Jahre 1780 der Neubau der Zaberner Residenz nach dem Vorbild des Schlosses Wiesenstein auf der Wilhelmshöhe durch den Architekten Salins de Montfort begonnen wurde. Das Hohe Stift von Straßburg genehmigte dazu eine Summe von 150.000 Livres; die Stadt Zabern lieferte das Bauholz, und den bischöflichen Untertanen wurde auf die Dauer von 18 Jahren eine außerordentliche Steuer von 150.000 Livres auferlegt.⋅13⋅

Das neue bischöfliche Schloss von Zabern ⋅14⋅ wurde der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens der Höheren Stände im Elsass von 1781 bis 1784. Während Kardinal Louis Constantin großen Einfluss am Versailler Hof besaß und beinahe in allen wichtigen politischen Angelegenheiten, die das Elsass betrafen, zu Rate gezogen wurde, fehlte dieser Einfluss seinem Neffen gänzlich. Daher suchte er sich durch die Feste, die er gab, durch Freuden und Genüsse des gesellschaftlichen Lebens dafür zu entschädigen. Sein immer wieder als äußerst liebenswürdig geschilderter Charakter, die Ungezwungenheit in seiner Umgebung - neben dem üblichen Luxus - scheinen von besonderer Anziehungs­kraft gewesen zu sein. Die Einladungen in das Schloss von Zabern waren sehr begehrt, so dass der höchste Adel Frankreichs und des Elsass, die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden, die höhere katholische und evangelische Geistlichkeit sich dort einfanden. Persönlichkeiten wie die Prinzessin Christine von Sachsen, Äbtissin von Remiremont, Prinz Max von Zweibrücken, Marechale de Contades, die Baronne d'Oberkirch ⋅15⋅ und Friedrich von Dietrich, der spätere erste konstitutionelle Maire von Straßburg und damit erklärter Feind des emigrierten Kardinals, verkehrten in den Räumen des Zaberner Schlosses. Auch Giuseppe Balsamo, genannt Graf Cagliostro, war in der Gesellschaft des Kardinals anzutreffen.

Gerade jener gibt einen Hinweis auf den Charakter Rohans in diesen Jahren, auf seine Leichtgläubigkeit und Verführbarkeit - Untugenden, die ihm in den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts schwer zu schaffen machen sollten.⋅16⋅

d. Der Fürstbischof von Straßburg und das 'Halsband der Königin' ⋅17⋅

Video-Animation-Icon Im Monat September 1781 stellte die Gräfin de Boulainvilliers dem Kardinal de Rohan eine Dame vor, deren Wohltäterin sie bisher gewesen war, und die sie in ihrem Haus hatte erziehen lassen. Dieselbe stammte nach eigenen Aussagen vom königlichen Geschlecht der Valois ab. Jeanne de Saint-Rémy de Valois, 1756 in der Champagne geboren, zählte zu ihren Ahnen Heinrich von Saint-Remy, der ein natürlicher Sohn Heinrichs II. war.⋅18⋅

Die Empfehlung durch Mme de Boulainvilliers brachte der de la Motte - wie sie sich nach ihrer Heirat nannte, eine mehrmalige Unterstützung mit einigen Louisd'or durch den Kardinal ein, was für ihre Bedürfnisse jedoch keineswegs ausreichend schien. Jeanne de la Motte wandte sich daraufhin - der Kardinal selbst habe ihr dazu geraten ⋅19⋅ - an die Königin. Umstritten ist, inwieweit sie mit diesen Bemühungen die Gunst Marie Antoinettes gewinnen konnte. Einigermaßen gesichert scheint allein, dass Mme de la Motte Rohan nach einiger Zeit eröffnete, mehrere Audienzen bei der Monarchin gehabt zu haben. Sie genieße deren Gunst nun in einem solchen Maße, dass sie ihrerseits imstande wäre, für ihren bisherigen Wohltäter, den Kardinal, Fürsprache einzulegen, was sie bei der ersten günstigen Gelegenheit tun werde. Bald darauf erklärte sie Rohan, dass die Königin ihm die Erlaubnis einer Rechtfertigung gewähre. Der Kardinal verfasste daraufhin eine eigenhändige Verteidigungsschrift, welche die La Motte in Empfang nahm, unter dem Vorgeben, sie der Monarchin zu überreichen. Nach einigen Tagen empfing der Straßburger Bischof ein angebliches Handschreiben der Königin, unterzeichnet mit 'Marie Antoinette de France', aus dem er entnehmen konnte, dass die Monarchin nunmehr von seiner Unschuld völlig überzeugt sei und ihm eine Audienz gewähre, sobald die Umstände es erlauben würden. Einstweilen wurde ihm jedoch empfohlen, die größte Verschwiegenheit zu wahren.⋅20⋅

In der Folge bat die de la Motte den Kardinal um 60.000 Livres. Die Königin wolle eine achtungswerte Familie unterstützen und bitte den Straßburger Bischof um dieses Darlehen. Jeanne de la Motte solle die Wohltat übermitteln. Eine Summe in derselben Höhe wurde ihr auf ein ähnliches Begehren ein zweites Mal ausgezahlt.⋅21⋅

Rohan scheint bei alledem - überglücklich, in der Gunst der Königin zu steigen - Jeanne de la Motte keinerlei Misstrauen entgegengebracht zu haben.⋅22⋅ Auch nicht, als sie ihm beibrachte, die Königin wünsche sehnlich, ein Halsband der Juweliere Böhmer und Bassenge ⋅23⋅ zu besitzen. Dem Kardinal gäbe sie als besonderes Zeichen ihres königlichen Wohlwollens den Auftrag, diesen Ankauf in ihrem Namen zu tätigen. Er würde zu diesem Zweck eine schriftliche Autorisation von ihr erhalten. Die Zahlung erfolge in dreimonatlichen Raten vom 30. Juli 1785 an. Der Name des Königs dürfe aber unter keinen Umständen genannt werden.

Die Aussicht auf ein Ministerportefeuille, das Anraten des Barons von Planta - eines Bekannten des Kardinals - und des Grafen Cagliostro ließen Rohan auf das Ansinnen der de la Motte eingehen. Völlig im Dunkeln bleibt bei all dem die Rolle der Königin selbst, deren stilles Wirken man bei den nun folgenden Ereignissen insgeheim im Hintergrund wahrzunehmen meint.⋅24⋅

Es ist hier nicht der Ort, in die Einzelheiten des 'Procès du Collier', der der Monarchie Frankreichs immensen Schaden zugefügt hat,⋅25⋅ einzudringen. Erwähnt sei lediglich, dass der Kardinal den Handel mit den beiden Juwelieren um 1.600.000 Livres abschloss und die de la Motte den Vertrag durch Villette mit einer Namenschiffre der Königin versehen ließ. Nach diesem Vertrag sollte die Bezahlung des Halsbandes in halbjährlichen Raten von je 400.000 Livres erfolgen. Der Schmuck sollte am 1. Februar 1785 übergeben werden, die erste Zahlung am 1. Juli erfolgen.⋅26⋅

Nachdem die de la Motte ein weiteres angebliches Schreiben der Königin übermittelt hatte, nahm sie das Halsband in Empfang; Stück für Stück wurden die Diamanten des Schmuckes durch deren Mann und Villette herausgebrochen und größtenteils in England verkauft.

Als die Juweliere im Monat Juli die erste Abzahlung nicht erhielten und Erkundigungen bei Hof einzogen, wurde der Betrug aufgedeckt. Marie Antoinette beschwerte sich in höchster Verbitterung bei Ludwig XVI., Kardinal de Rohan wurde am Fest Maria Himmelfahrt 1785 als Großalmosenier von Frankreich 'in pontificalibus', als er in der Schlosskapelle von Versailles das Hochamt zu feiern gedachte, festgenommen, verhört und schließlich in die Bastille geführt - Baron de Breteuil hatte die Verhaftung veranlasst.

Diese unter solch ungewöhnlichen Umständen vorgenommene Festnahme war ein Eklat, der das Haus Rohan und die mit demselben verwandten und befreundeten hohen Adelsfamilien auf das tiefste verletzte.⋅27⋅

Graf de la Motte entkam; die Gräfin wurde in Bar-sur-Aube festgenommen. Sie wies alle Schuld auf Cagliostro, den man gleichfalls in die Bastille brachte; den Brieffälscher Villette ergriff man in Venedig, wo er wegen anderer Delikte gefänglich eingezogen wurde.

Neun volle Monate dauerte der Halsbandprozess. Die Stimmung während der Verhandlungen brachte unzweideutig die feindselige Gesinnung der Pariser Bevölkerung gegen den Hof und insbesondere gegen Marie Antoinette, 'l'Austrichienne', zu Tage. Am 31. Mai 1786 wurde das Urteil vom Pariser Parlament gesprochen. Der Graf de la Motte wurde 'in contumaciam' zum Staupbesen und zu den Galeeren auf Lebenszeit verurteilt; seine Frau ebenfalls zum Staupbesen, zur Brandmarkung auf beiden Schultern und zu lebenslänglicher Einsperrung.

Bereits am 5. Juni 1787 konnte sie jedoch auf ungeklärte Weise aus ihrem Gefängnis entkommen ⋅28⋅ und nach England flüchten, wo sie mehrere Schmähschriften herausgab und am 23. August 1791 in London nach einer nächtlichen Orgie aus dem dritten Stock eines Hauses auf das Pflaster stürzte und tot liegen blieb.

Retaux de Villette wurde verbannt, Marie-Nicole le Guay, genannt d'Oliva, die auf Anleitung der de la Motte die Rolle der Königin in einer Nachtszene im Park von Versailles gespielt haben soll, wurde freigesprochen.⋅29⋅

Cagliostro hatte sich durch ein langes Mémoire zu rechtfertigen gesucht, wurde denn auch aus der Bastille entlassen, jedoch aus Frankreich ausgewiesen. Zwei Jahre hielt er sich daraufhin in England auf, bevor er durch die Schweiz in seine italienische Heimat zurückkehrte; seinen Nimbus hatte er eingebüßt. In Rom, wo er sich niederließ, beschäftigte er sich mit der Errichtung einer Freimaurerloge. Auf Befehl Pius VI. wurde er verhaftet und als Freimaurer zum Tode verurteilt, letztendlich jedoch begnadigt und zu lebenslänglicher Haft in das Fort San-Leon gebracht, wo er 1795 starb.⋅30⋅

Am 15. August 1785 war der Kardinal Louis de Rohan in Versailles in Gewahrsam genommen worden, am 31. Mai 1786 wurde er nach einem acht­zehnstün­digen Plä­doyer freige­sprochen, allein er musste den Juwelieren Böhmer und Bassenge den Preis des Hals­bandes entrichten. Er ver­pflich­tete sich den­sel­ben gegenüber, eine jährliche Summe von 300.000 Livres aus den Einkünften der Abtei St. Vaast bis zur völligen Schuldtilgung auszubezahlen. Der Ausbruch der Französischen Revolution und die Einziehung der Kirchengüter brachten diese Zahlungen ins Stocken und stürzten die beiden Juweliere in größte Armut.⋅31⋅

Der Freispruch des Kardinals war ein Triumph für die Opposition gegen Marie Antoinette, als deren Opfer man ihn ansah. Von allen Seiten wurde er beglückwünscht; am Hofe aber war seine Ungnade eine völlige geworden. Am Tage nach seinem Freispruch schickte ihn der König in die Verbannung in seine Abtei Chaise-Dieu in den Gebirgen der Auvergne und entzog ihm die Würde eines Großalmoseniers von Frankreich, sowie den 'Cordon bleu'. Als der durch die zehnmonatige Bastillehaft geschwächte Kardinal. die raue Gebirgsluft der Auvergne nicht ertrug und sein Gesundheitszustand sich zu verschlechtern begann, erhielt er die Erlaubnis, in die Abtei Marmoutier in der Tourraine überzuwechseln. Später durfte er in sein Bistum zurückkehren, das mittlerweile von Prinz Camille von Lothringen, Dekan des Straßburger Hochstifts, verwaltet worden war.⋅32⋅

Als der Kardinal anfangs Februar 1787 in seine bischöfliche Stadt Zabern einzog, wurde er von der Bürgerschaft auf das freudigste empfangen. Geistliche und weltliche Würdenträger zogen ihm entgegen und begrüßten ihn mit begeisterten Hochrufen. Am Bergtor, am Fuße der Zaberner Steige, spannten die Bürger die Pferde von der Kutsche aus und zogen dieselbe unter dem Geläute der Glocken und dem Donner der Geschütze in das bischöfliche Schloss ⋅33⋅ - ein wenig Genugtuung für den innerlich gekränkten Kirchenfürsten. Doch auch er sollte bald die Wankelmütigkeit der Volksgunst kennenlernen.

Weiter-ButtonZurück-Button Anmerkungen

1 Vgl. vor allem: Ludwig Gabriel Glöckler, Geschichte des Bisthums Straßburg, Bd. I (Straßburg 1879) 437-469, Bd. II (Straßburg 1880) 44-45;
Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 45;
PfA-Ettenheim, XVIII. Kirchenvisitationen und Statistik a) Pfarrurbarium und Ortschronik, Der letzte Fürstbischof von Straßburg: Louis René Eduard Cardinal von Rohan - Ein Sittengemälde aus der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts, in: Straßburger Post (1883/156ff) 1. Fortsetzung. Zur Anmerkung Button

2 Goethe hat im zweiten Teil (9. Buch) seiner autobiographischen Aufzeichnungen 'Dichtung und Wahrheit' seine Eindrücke von dieser Festlichkeit festgehalten. Zur Anmerkung Button

3 Vgl.: Hugo Zorn de Bulach, L'Ambassade du Prince Louis de Rohan a la Cour de Vienne, 1771-1774 (Straßburg 1901);
Ludwig Gabriel Glöckler, Geschichte des Bisthums Straßburg, Bd. I (Straßburg 1879) 437-469, Bd. II (Straßburg 1880) 45;
Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 45-51;
Leo Ehrhard, L'Ambassade du Prince-Coadjuteur Louis de Rohan a la Cour de Vienne (1771-1775) - Wissenschaftliche Beilage zum Jahresbericht des bisch. Gymn. zu Straßb. (Strasbourg 1901) Leo Ehrhard, Correspondance entre le duc d'Aiguillon et le prince-coadjuteur Louis de Rohan, in: Revue d'Alsace (54/1903) 279-298, 375-397, 522-541; (55/1904) 81-97, 144-156; (56/1905) 286-312, 513-529; (57/1906) 198-217; (58/1907) 166-193, 239-278, 328-347. Zur Anmerkung Button

4 Die spätere Haisbandaffäre sollte erweisen, wie unüberwindlich die Abneigung de Breteuil's gegen den Prince de Rohan war. Zur Anmerkung Button

5 Abbé Jean Francois Georgel (* 23. Januar 1731, Bruyères, + 14. November 1813), treuer und bewährter Freund und Begleiter des Prince de Rohan, beschreibt den Aufwand des Botschafters folgendermaßen:
"Die beiden Galawagen hatten 40,000 Livres gekostet, sie waren so reich als geschmackvoll; der prinzliche Marstall enthielt fünfzig Pferde, die Leitung war einem Oberstallmeister, welcher den Rang eines Brigadiers bei der königlichen Armee hatte, einem Unterstallmeister und zwei Vorreitern anvertraut. Ferner hatte der Prinz zur Bedienung sieben Pagen aus den vornehmsten adeligen Geschlechtern der Bretagne und des Elsaß, die unter einem Hofmeister und einem Präceptor standen; diese Pagen waren aufs prachtvollste gekleidet; außerdem waren noch zwei Kammerherren vorhanden, deren einer Malteserkomtur und der andere Kavalleriekapitän war; sechs Kammerdiener, ein Haushofmeister und ein Oberkoch besorgten den inneren Dienst des Palastes, sowie die Küche; dieselben trugen alle einen scharlachrothen, mit Gold verbrämten Anzug. Die weitere Dienerschaft bestand aus zwei Heiducken, vier Vorläufern mit glänzender, gold= und silbergestickten Uniform; zwölf Lakaien, zwei Schweizern, einer für die innern Gemächer, der andere für die äußern Thüren, deren glänzende bunte Livree aller Augen auf sich zog; zehn Musikanten in Scharlachkleidern mit Goldborden am Knopfloch; einem Oberaufseher, einem Schatzmeister, vier Gesandtschaftsedelleuten, die vom König ernannt und bestellt waren; außerdem aus einem Gesandtschaftssecretär (dem Abbé Georgel) und vier Schreibern."
(Abbé Georgel, zitiert nach: Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 48.) Zur Anmerkung Button

6 Während der Zeit, die der Prinz im Sommer dort zubrachte, hatte Rohan eine Art braune Uniform mit goldenen Schnüren und Tressen für sich und sein Gefolge angenommen. In dieser 'Rohan'schen Haustracht' erschien auch der Wiener Adel; ja selbst die österreichischen Minister und fremden Botschafter - wenn sie einige Tage in Preßburg zubrachten - legten diese Kleidung an. Rohan "... war jung und lebenslustig; sein Haus stand jeder Standesperson offen, und er brachte Leben und Anregung in die Wiener Gesellschaft, die sich in den alten, steifen Formen bewegte."
(Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 49). Zur Anmerkung Button

7 Rohans Aufwand, gepaart mit seinem Vorrecht der Steuerfreiheit, erregte bald das Gerücht, seine Leute hätten auf diesem Wege verbotene Waren eingeschmuggelt. Hinzu kam der Umstand, dass Rohan jede Woche Abendunterhaltungen und Soupers gab, zu welchen 100 bis 150 Personen von Stand geladen waren. Nach dem Souper sollen Spiele, Konzerte und Bälle stattgefunden haben, die sich bis nach Mitternacht ausdehnten.
In den Rohan'schen Salons herrschte anscheinend ein freier und ungezwungener Ton. Diese Neuerung erregte das Missfallen der Kaiserin, die daher bei Bischof Louis de Rohan vorstellig wurde, was denselben allerdings nicht sonderlich zu kümmern schien.
(Vgl.: Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 49-50.) Zur Anmerkung Button

8 Zitiert nach Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 50. Zur Anmerkung Button

9 Der Duc d'Aiguillon soll den Brief der Dubarry zukommen lassen haben, die in ihrer Abneigung gegen die Dauphine und Maria Theresia denselben bei einem Souper ihren Gästen mit den Worten "Hier ist ein Schreiben des Prinzen Louis von Rohan; hören Sie, wie er die Kaiserin Maria Theresia schildert." vorgelesen haben soll. Die in der Folge festzustellende Kälte und Rücksichtslosigkeit Marie Antoinettes gegenüber dem Straßburger Koadjutor, hat hierin ihren Ursprung. Kaum hatte infolge des Ablebens Ludwigs XV. dessen Nachfolger den französischen Thron bestiegen, als der Prince de Rohan auf das Betreiben der Königin von seinem Botschafterposten in Wien abberufen wurde.
(Vgl.: Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 50.) Zur Anmerkung Button

10 Vgl.: Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 60-69. Zur Anmerkung Button

11 Vgl.: Josef Rest, Die Einkünfte des Fürstbischofs von Straßburg vor Ausbruch der Französischen Revolution, in: Die Ortenau (8/1921) 75-78. Zur Anmerkung Button

12 Während die Fassade des Zaberner Schlosses in Flammen aufging, hatte sich der Kardinal Louis de Rohan in den Pavillon de la Trémouille begeben, von wo aus er dem Brand traurig zugesehen haben soll.
(Vgl.: Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 62.) Zur Anmerkung Button

13 Zum Wiederaufbau des bischöflichen Palastes machte die bischöfliche Geistlichkeit ihrem Oberhirten ein freiwilliges Geschenk von 100.000 Livres.
(Vgl.: Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 62.) Zur Anmerkung Button

14 Im vorderen Schlosshof erhob sich die Reiterstatue Ludwigs XIV. Ein Kanal von drei Viertelstunden Länge, auf dem an schönen Sommerabenden die Gäste des Kardinals in Gondeln Lustpartien veranstalten konnten - in ihm befand sich ein rundes Bassin mit einer Insel und einem Lustschlösschen -‚ erstreckte sich von der Mitte des Schlosses bis nach Steinburg. Gärten mit Blumenbeeten und mannigfaltigen Zierpflanzen, mit Terrassen und Gewächshäusern für exotische Pflanzen, mit Gängen, Bosketts und Fontänen zogen sich eine halbe Meile weit hinter dem Schloss hin. Im sogenannten 'Fasanengarten' wurde Wild für Jagden gehalten. Ein unterirdischer Gang soll von dem bischöflichen Palast aus bis auf das benachbarte Bergschloss Hohbarr, dem 'Auge des Elsass', geführt haben.
Im Untergeschoss des Zaberner Schlosses befand sich die reiche bischöfliche Bibliothek und das Museum. In den Prachtgemächern des ersten Stockwerks des Palastes waren die Empfangssäle untergebracht; Möbel aus Ebenholz mit reichen Goldverzierungen, goldumrahmte große Spiegel, Porzellangefäße aus Meißen, Gemälde von ersten Meistern, wertvolle Mosaiken, Gobelinstapeten und ähnliches mehr bildeten den Schmuck dieser Säle.
(Vgl.: Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 63-64.) Zur Anmerkung Button

15 Die Memoiren der Henriette Louise de Waldner de Freundstein, Baronne d'Oberkirch, geben ausführlich Aufschluss über den Charakter des Kardinals.
Vgl.: Suzanne Burkard (Hrsg.), Memoires de la Baronne d'Oberkirch sur la cour de Louis XVI et la société francaise avant 1789 (Paris 1970.) Zur Anmerkung Button

16 Vgl. über Cagliostro u. a.: François Ribadeau Dumas, Cagliostro (Paris 1966); Hermann Schreiber, Der Graf aus der Gosse, in: Heinrich Pleticha / Hermann Schreiber, Zwischen Ruhm und Untergang (Würzburg 1966) 283-294. Zur Anmerkung Button

17 Vgl.: Suzanne Burkard (Hrsg.), Memoires de la Baronne d'Oberkirch sur la cour de Louis XVI et la société francaise avant 1789 (Paris 1970)382-383, 470-471;
Alexander Lernet-Holenia, Das Halsband der Königin (Wien/Hamburg 1962);
Frances Mossiker, The Queen's Necklace (New York 1961);
Karl Friedrich Müller, Beiträge zur Geschichte der Stadt Ettenheim und des Kardinals L. R. E. Prince de Rohan-Guémené (Waldkirch 1977) 42-54;
Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 81-87;
PfA-Ettenheim, XVIII. Kirchenvisitationen und Statistik a) Pfarrurbarium und Ortschronik, Der letzte Fürstbischof von Straßburg: Louis René Eduard Cardinal von Rohan - Ein Sittengemälde aus der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts, in: Straßburger Post (1883/156ff) 9.-10. Fortsetzung;
Stefan Zweig, Marie Antoinette (Frankfurt 1980) 156-172;
Ettenheim - Geschichte einer Stadt in ihrer Landschaft (Ettenheim 1978) 103-118;
Eine Fülle von gedrucktem Quellenmaterial befindet sich in der Universitätsbibliothek Freiburg (siehe Quellenübersicht.) Zur Anmerkung Button

18 Sie wuchs mit ihrem Bruder und einer Schwester in völliger Verwahrlosung beinahe ohne allen Unterricht auf. Die Gräfin Boulainvilliers nahm sich des in Paris bettelnden Kindes aus Mitleid an; sie ließ es erziehen und erwirkte bei Ludwig XV. für Jeanne und ihre Geschwister eine kleine Pension. Nach einigen Jahren heiratete Jeanne de Saint-Remy in Bar-sur-Aube den Grafen de la Motte, einen armen Edelmann und Abenteurer. 1780 kehrte sie nach Paris zurück, um eine Verdoppelung ihrer Pension zu erlangen.
(Vgl. u. a.: Frances Mossiker, The Queen's Necklace (New York 1961) 3-25.) Zur Anmerkung Button

19 Vgl. u. a.: Alexander Lernet-Holenia, Das Halsband der Königin (Wien/Hamburg 1962) 56. Zur Anmerkung Button

20 Das Handschreiben - wie alle späteren angeblichen Briefe der Königin - war von einem Vertrauten des Grafen de la Motte, einem gewissen Rétaux de Villette - angeblicher Liebhaber der Mme de la Motte - gefälscht worden.
(Vgl: Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 81-82;
Frances Mossiker, The Queen's Necklace (New York 1961) 130-146.) Zur Anmerkung Button

21 "Needless to say, the 120,000 francs delivered in two payments to Madame de La Motte for transmittal to the Queen, as it was thought, never reached her hands. Indeed, the Queen never had any knowledge of the transaction. The money went to enrich the coffers of Madame de La Motte."
(Abbé Georgel, zitiert nach: Frances Mossiker, The Queen's Necklace (New York 1961) 146.) Zur Anmerkung Button

22 Über das Verhältnis der Jeanne de la Motte zu Rohan schreibt deren Geliebter, Mr Vilette:
"Cagliostro und seine Frau, die der Kardinal mindestens einmal täglich aufsuchte, waren Frau von La Motte, die das Vertrauen Seiner Eminenz allein besitzen wollte, ein Dorn im Auge. So versuchte sie, ihn gegen Cagliostro und vor allem gegen seine Frau einzunehmen, was beim Kardinal jedoch nicht verfing. Da beschloß sie, ihre Taktik zu ändern und ihren Ärger unter dem Anschein des Interesses und der Freundschaft zu verbergen. Sie verdoppelte ihre Anstrengungen, um sich seine Gunst zu erhalten, was ihr so gut gelang, daß die Intrige bald aufplatzte. ... Cagliostro begriff auf der Stelle, daß, wollte er vom Kardinal etwas erlangen, er Frau von La Motte, die dessen ganzes Vertrauen genoß, schöntun mußte."
(Zitiert nach: François Ribadeau Dumas, Cagliostro (Paris 1966) 154.) Zur Anmerkung Button

23 Das Halsband - ursprünglich für die Dubarry in Auftrag gegeben -konnten die beiden deutschen Juweliere nach dem Tod Ludwigs XV. nicht mehr verkaufen. Mit einem Wert von 1,8 Millionen Livre war es für sie totes Kapital. Marie Antoinette selbst hat den Kauf des Schrnuckstücks mehrfach abgelehnt.
(Vgl.: Frances Mossiker, The Queen's Necklace (New York 1961) 201-204.) Zur Anmerkung Button

24 Die Biographen und Historiker kommen in dieser Frage zu unterschiedlichen Ergebnissen. Insbesondere das angebliche Treffen des Kardinals mit Marie Antoinette in der Nacht vom 11. auf den 12. August 1784, das die de la Motte mit einer Doppelgängerin beim Boskett der Venus im Schlosspark von Versailles organisierte, bleibt verschiedenen Deutungen unterworfen. Sehr aufschlussreich sind die Ausführungen von Alexander Lernet-Holenia, Das Halsband der Königin (Wien/Hamburg 1962) 71-76 (besonders 73-76). Zur Anmerkung Button

25 "Durch das Gerichtsurteil, das den Käufer des Perlenhalsbandes (sic!), den Herzog v. Rohan (sic!), freisprach, wurde im Grunde eingestanden, es sei kein Verbrechen, die Königin von Frankreich für leicht verführbar zu halten. Im engsten Kreis der königlichen Familie spielte man daraufhin sogar mit dem Gedanken, den so bloßgestellten Ludwig XVI. für regierungsunfähig erklären zu lassen."
(Eberhard Naujoks, Die Französische Revolution und Europa 1789-1799 (Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1969) 31.) Zur Anmerkung Button

26 Vgl.: Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 86. Zur Anmerkung Button

27 Der Kardinal hatte in Versailles noch die Zeit gefunden, Abbé Georgel durch ein Billet zu benachrichtigen, dass die gravierendsten Papiere vernichtet werden mögen. Georgel tat es unverzüglich und verhinderte dadurch einen noch größeren Skandal.
(Vgl.: Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 84.) Zur Anmerkung Button

28 Lernet-Holenia vermutet auch hier wieder ein Eingreifen der Königin.
(Vgl.: Alexander Lernet-Holenia, Das Halsband der Königin (Wien/Hamburg 1962) 294-300.) Zur Anmerkung Button

29 Vgl.: Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 85. Zur Anmerkung Button

30 Vgl.: François Ribadeau Dumas, Cagliostro (Paris 1966) 229-296. Zur Anmerkung Button

31 Böhmer wurde geisteskrank in ein Irrenhaus bei Mailand gebracht und starb 1795 in Stuttgart. Bassenge, 1742 in Prenzlau geboren, zog während der Französischen Revolution aus Paris nach Dresden, schilderte von dort aus noch 1801 seine bittere Not in erfolglosen, an den Kardinal de Rohan nach Ettenheim gerichteten Briefen und starb 1812 in Paris. Ihre Nachkommen, durch das Rohansche Gandedict mit 1.306.032 Livres, Zins eingerechnet, in die fünfte Klasse verwiesen, erhielten nicht einmal den Betrag ihrer Prozesskosten; wie auch sehr viele andere Gläubiger. Nach Rohans Tod trat ein gewisser Deville, dem die Juweliere und ihre Erben ihre Ansprüche verkauft hatten, wider die Großnichte und Universalerbin des Kardinals, Charlotte de Rohan-Rochefort, mit einer Klage hervor; dieselbe blieb aber ohne Erfolg.
Noch im Jahre 1858 wurde in Paris gegen die Erben des Kardinals, die Prinzen Rohan in Böhmen, prozessiert.
(Vgl.: Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 86-87;
Johann Baptist von Weiß, Weltgeschichte (fortgesetzt von Richard von Krailik) Bd. XXV (Graz/Wien 1918) 57.) Zur Anmerkung Button

32 Vgl.: Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 86. Zur Anmerkung Button

33 Vgl.: Julius Rathgeber, Elsässische Geschichtsbilder aus der französischen Revolutionszeit (Basel 1886) 86-87. Zur Anmerkung Button