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... auf der Spur Jesu

Dokumentation eines gemeinsamen Weges in zwei Bruchsaler Gemeinden

5. "... und nach diesem Gesetz muss er sterben" -
warum er sterben musste

Zur Vorbereitung auf den Donnerstag, 21. März 2013 in St. Peter

Menschen haben diesen Jesus geliebt. Warum musste er sterben? Mit wem kam er warum in Konflikt? Und welche Bedeutung hat sein Tod?

Vergleiche hierzu: Hans Küng, Jesus (München 2012) Seite 187-231

Um was geht es?

Jesus ist nicht einfach ein auf Zeit verkleidetes Himmelswesen, sondern voller Mensch, historisch fassbar und verwundbar. Für die nachösterliche Gemeinde war es keine Frage, dass Jesus wirklich Mensch war. Sie bezeichnet ihn aber gleichzeitig mit den Titeln Christus, Messias, Davidsohn und Gottessohn. Jesus verwendet solche Titel nicht. Er entsprach nicht den Erwartungen, die man gemeinhin an den Messias stellte. Er forderte eine radikale Entscheidung für die Sache Gottes und der Menschen. Das war seine Mission. Es ging ihm nie um seine Person.

Jesus zeichnete sich nicht durch Herkunft, Familie oder Bildung aus. In den ein bis drei Jahren seines öffentlichen Wirkens geriet er mit unterschiedlichen Gruppen in Konflikt. Gründe für seine Hinrichtung nennen die Evangelien nicht - sie sind im Leben Jesu zu suchen:

Jesus missachtete die Hierarchie, kultische Tabus, Fastengewohnheiten, das Sabbatgebot und verstand den rechten Gottesdienst immer auch als Menschendienst. Er stellt faktisch die bestehende Ordnung des jüdischen Gesetzes und damit - da es keine Trennung von Politik und Religion gab - das gesamte gesellschaftliche System in Frage. Er solidarisierte sich mit Frauen, Kindern, den am Rande Stehenden, mit den Gesetzesbrechern und Gottlosen.

Jesu Vollmacht

Jesus sprach mit einer Vollmacht, bei der sich die Menschen die Frage stellten, woher er dieselbe nahm. Er sprach nicht im Namen Jahwes, wenn er im Auftrag Gottes verkündete, wie wir es etwa von den Propheten her kennen ("Spruch Jahwes"). In der Bergpredigt sagte er einfach "Ich" oder "Ich aber sage euch". Er agierte als Sachwalter Gottes und zwar in Wort und Tat. Deshalb weckte er ja auch Erwartungen in den Menschen. Im Emmaus-Bericht heißt es: "Wir aber hofften, er sei der, der Israel erlösen werde." Solche Erwartungen enttäuschte er. Nichtsdestoweniger brach durch sein Tun, Handeln und Reden - kurz: durch ihn - eine neue Zeit an. Er selbst wurde zum Zeichen dieser Zeit. Auch wenn er sich nicht selbst mit Titeln umgab, so überstieg alles, was er sagte und tat, jeden rabbinischen und prophetischen Anspruch.

Seine Vollmacht begründete er nicht, er setzte sich mit dem Willen Gottes gleich. Dadurch musste er seine Zeitgenossen provozieren - so sehr, dass sie ihn als Irrlehrer, Lügenpropheten, Gotteslästerer und Volksverführer beschimpfen.

Das letzte Mahl

Jesus war getauft, er selbst hat aber wohl keinen Taufbefehl erlassen. Nichtsdestoweniger haben die Urgemeinden bald zu taufen begonnen. Sie hatten das Gefühl, damit Jesu Willen zu erfüllen und im Sinne seiner Botschaft zu handeln.

Nach Hans Küng ist die Sache beim Abendmahl komplexer. Jesus hat wahrscheinlich kein Abendmahl "eingesetzt" in dem Sinne, dass er ein rituelles Mahl hätte stiften wollen und ein Messbuch dafür im Sinne gehabt habe. Der Wiederholungsbefehl (1. Korintherbrief 11,23-26, "Tut dies zu meinem Gedächtnis" und der Satz: "Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt") findet sich zwar bei Paulus, nicht jedoch im Markusevangelium. Unbestritten hat er mit seinen Jüngern ein Abschiedsmahl gefeiert. Von einem "letzten" Mahl kann man aber nur sprechen, wenn es zuvor mehrere solcher Mahlfeiern gegeben hat.

Mahlfeiern sind in der jüdischen Praxis tief verwurzelt. Sie hatten einen klaren rituellen Ablauf. Ganz gleich ob Jesus mit seinen Jüngern ein Pessahmahl oder ein übliches Mahl am Freitagabend, am Rüsttag als Vorbereitung auf den Sabbat, gefeiert hat - die Auskunft der Evangelien ist da nicht einheitlich -, veränderte er den klassischen Mahlablauf an zwei Stellen. Er deutete Brot und Wein auf sich selbst. Sie werden zu Zeichen für das Opfer der Hingabe seines Lebens. Wie dieses Brot, so wird auch sein Leib gebrochen, wie dieser rote Wein, so wird auch sein Blut vergossen.

Wie der Hausvater den Essenden und Trinkenden Anteil am Tischsegen gibt, so gibt Jesus den Mitfeiernden dadurch Anteil an seinem in den Tod gegebenen Fleisch bzw. Leib - was im Aramäischen den ganzen Menschen meint - und an seinem für "die Vielen" vergossenen Blut - was im Hebräischen so viel wie "für alle" meint. So wird die Mahlgemeinschaft in sein Schicksal hineingenommen; sie wird zum neuen Bund.

Das Pessah-Fest erinnert an den Bundesschluss zwischen Gott und seinem Volk. Die alten Texte des Neuen Testamentes greifen dieses auf und sprechen vom neuen Bund.

Bei der Frage, was die Formulierung "Dies ist mein Leib" genau bedeutet, muss man sich vor Augen halten, dass es im Hebräischen kein Wort gibt, das unserem Wort "sein" wirklich entspricht. Der Hebräer spricht nicht vom "Sein einer Sache". Das ist griechisch-abendländisches Denken. In seiner aramäischen Muttersprache wird Jesus vermutlich einfach - wörtlich übersetzt - "Dies mein Leib" gesagt haben. Hans Küng weist darauf hin, dass im Aramäischen bzw. Hebräischen dabei nicht nach dem Sein und Wesen einer Sache gefragt wird. Es geht nicht darum, "was ein Ding ist", es geht darum, wozu etwas dient. Demnach ist die Frage nach der "Substanz", die in der theologischen Diskussion um die "Transsubstantiation" (Wesensverwandlung) etwa so wichtig ist, ganz weit von der biblischen Gedankenwelt entfernt.

Verhaftung, Prozess, Verurteilung

Ecce-Homo-Bogen

Ecce-Homo-Bogen. Ein Teil dieses Bogens ist im Kloster der Zionsschwestern eingebaut. In diesem Kloster soll sich der Stein befinden auf dem Pilatus das Ecce-Homo-Wort gesprochen hat (Joh. 19,5) - Foto: Erika Gerken

Wir besitzen keine Prozessakten über die Verurteilung Jesu. Die Passionsberichte aber geben Antwort auf die Frage, warum Jesus zum Tod verurteilt wurde: Er verstieß gegen alles, was heilig war.

Wer den Verhaftungsbefehl gab, ist nicht überliefert. Vermutlich hat auf Betreiben der Oberpriester der Sanhedrin Tempelpriester beauftragt, Jesus zu verhaften. Von Absprachen zwischen jüdischen und römischen Stellen kann man dabei ausgehen.

Im Evangelium sieht es so aus, als wäre die Initiative zur Hinrichtung Jesu allein von den Juden ausgegangen. Da die Evangelien erst nach dem jüdischen Krieg geschrieben worden sind, muss dies nicht den Tatsachen entsprechen. Nach der jüdischen Niederlage war den Christen daran gelegen, sich von den Juden zu distanzieren und die Römer möglichst gut dastehen zu lassen. Es gibt von daher bereits antijüdische Tendenzen in den Evangelien.

Zuerst kam Jesus in jüdischen Gewahrsam. Später kam es zur Zusammenarbeit zwischen geistlichen und politischen Autoritäten. Pilatus erst machte Jesus mit der Kreuzesinschrift "König (= Messias) der Juden" für die Öffentlichkeit zum gekreuzigten Messias - für jüdische Ohren ein Skandal.

Der Zusammenbruch Jesu unter der Last des Kreuzesbalkens und die Hilfe des Simon können als historisch gesichert gelten. Der Kreuzweg verlief allerdings wohl kaum entlang der heutigen Via dolorosa, sondern vom Palast des Herodes auf den kleinen Hügel Golgotha, der sicher außerhalb der Stadtmauer lag. Nur außerhalb der Stadt wurden Tote begraben.

Hinrichtung durch Kreuzigung war die römische Bestrafung für Sklaven und politische Rebellen. Sie ist eine Schande und wurde sicher von vielen Anhängern Jesu auch als Ende seiner Bewegung empfunden. Der Hinrichtungsgrund wurde dem Verurteilten auf einer Tafel um den Hals gehängt und später ans Kreuz geschlagen. Der Tod am Kreuz tritt durch Verbluten oder Ersticken ein. Die Evangelien malen die Hinrichtung nicht aus. Es geht nicht um das "Wie" des Sterbens, es geht darum, wer dieser Gekreuzigte für die Menschen ist.

Ob Jesu Gebetskampf und seine Anfechtungen am Ölberg historisch sind, ist umstritten. Historisch hingegen dürfte sein, dass Jesus am Kreuz den Beginn des 22. Psalms - "Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen" - gebetet hat. Der Text wird nicht aus dem hebräischen Alten Testament zitiert, sondern in der aramäischen Umgangssprache. Es ist alles andere als unwichtig, dass uns die Evangelien keinen stoischen Übermenschen, sondern einen wahrhaft Leidenden schildern.

Der Tod Jesu war kein Zufall und kein Willkürakt, sondern letztlich folgerichtig. Er lag in der Logik des Redens und Tuns Jesu - es war gleichsam die Quittung für sein Leben. Als religiöser Unruhestifter war Jesus zugleich eine politische Gefahr. Die Anklage als religiöser Irrlehrer, Lügenprophet, Gotteslästerer und Volksverführer entsprach den Tatsachen; aber die politische Anklage, dass er nach der Königsherrschaft strebe, war eine Verleumdung.

In Israel wusste man, "dass von Gott verflucht ist, wer am Holz hängt". Der Hingerichtete ist als personifizierte Sünde von allen Menschen und von Gott verlassen. Das Verscharrt-Werden blieb Jesus erspart. Immerhin wurde er durch einen einzelnen Sympathisanten begraben.

Zum Weiterdenken:

Das letzte Abendmahl und das Eucharistieverständnis der katholischen Kirche

Der Katechismus der katholischen Kirche (1997, Nr. 1323) formuliert folgendermaßen: (Die Eucharistie) "ist das Opfer des Leibes und Blutes Christi. Der Herr Jesus hat die Eucharistie eingesetzt, damit das Opfer des Kreuzes durch die Zeiten hindurch bis zu seiner Wiederkunft fortdauere. So hat er seiner Kirche das Gedächtnis seines Todes und seiner Auferstehung anvertraut. Die Eucharistie ist das Zeichen der Einheit, das Band der Liebe, das österliche Mahl, in dem Christus genossen, das Herz mit Gnade erfüllt und das Unterpfand des ewigen Lebens gegeben wird."

Das Gottesbild Jesu - die Abba-Anrede - Das "Vater Unser"

Jesus war Jude und teilte das Gottesverständnis seines Volkes. Er erfasste Gott jedoch zugleich neu. Im jüdischen Vater-Verständnis ist Jahwe der väterliche und mütterliche Vater des Volkes Israel. Gott wird ab und an auch als Vater von einzelnen Persönlichkeiten bezeichnet: als Vater des Königs oder einzelner Frommer. Für Jesus ist Gott aber auch der Vater der Bösen und Ungerechten, der Gottlosen und moralischen Versager.

Jesus benutzt die Anrede "mein Vater" häufig in der aramäischen Form "Abba". Die Abba-Anrede zeugt von Ehrerbietung und Gehorsamsbereitschaft. Sie drückt aber auch Geborgenheit und Vertrauen aus - ähnlich unserem Wort "Papa". Dies ist einzigartig. Selbst im griechischen Text der Evangelien steht das hebräische Wort - unübersetzt. Das deutet darauf hin, dass es etwas Einzigartiges gewesen sein muss, diesen Begriff zu verwenden. Wir können davon ausgehen, dass der historische Jesus von Nazareth ihn wirklich so benutzt hat. Er zeugt von einer Vertrautheit, die nichts mit Respektlosigkeit zu tun hat. Gott mit "Vater" anzureden, ist der gewagteste und einfachste Ausdruck jenes Vertrauens, das Gott alles Gute zutraut, auf ihn vertraut und sich ihm anvertraut (Vgl. Hans Küng, Jesus (München 2012) Seite 200 (Revolution im Gottesverständnis), Seite 202 (Vater der Verlorenen), Seite 207 (Die nicht selbstverständliche Anrede)).

Im Vater-unser-Gebet wird die Vater-Anrede christliches Allgemeingut. Einzelne Bitten haben zwar Parallelen im jüdischen Achtzehn-Bitten-Gebet, aber im Ganzen ist es unverwechselbar. Es ist unsakral und ohne jegliche pompöse Formeln in einer unsakralen Alltagssprache formuliert, die nicht jüdischer Gebetspraxis entspricht. Auch die Forderung, im Verborgenen, ja sogar in der Vorratskammer zu beten, ist unjüdisch und neu.

Nichtsdestoweniger spricht Jesus in Bezug auf seine Jüngerinnen und Jüngern nie von "unserem gemeinsamen Vater". Er hat offensichtlich eine Beziehung zu Gott, die noch einmal anders ist, als die Gottesbeziehung seiner Jünger.

Stellung der Frau

"Eine so (mütterlich-väterlich) verstandene Vater-Anrede kann dann nicht mehr zur religiösen Begründung eines gesellschaftlichen Paternalismus auf Kosten der Frau und insbesondere zur permanenten Unterdrückung des Weiblichen in der Kirche und deren Ämtern benützt werden."

Hans Küng, Jesus (München 2012) Seite 201

Und wenn Jesus heute käme?

Im Roman "Die Brüder Karamasow" schreibt Dostojewski die "Legende vom Großinquisitor". Dort kehrt Jesus in das Sevilla des 16. Jahrhundert zurück und wird von der Inquisition verfolgt. Die Menschen erkennen Jesus, u. a. weil er ein totes Mädchen zum Leben erweckt. Er wird vom Großinquisitor verhaftet und verhört. Der Inquisitor erklärt Jesus, dass er kein Recht habe, auf die Erde zurückzukehren und die Ordnung zu stören, die die Kirche in über eintausend Jahren aufgerichtet hat. Jesus schweigt und der Großinquisitor erklärt, warum Jesus die drei Fragen des Satans bei der Versuchung in der Wüste (Matthäus 4,1-11) falsch beantwortet habe. "Entscheide selbst, wer damals recht hatte: Du oder jener, der Dich damals befragte?" Und der Großinquisitor legt Jesus dar, dass die Kirche - und nicht Jesus - im wahren Interesse der Menschen handelt.

Religionsstifter im Vergleich

Wer der Meinung ist, alle Religionen und ihre "Stifter" seien gleich, der vergleiche ihren Tod und er wird Unterschiede sehen: Mose, Buddha, Kung-futse, sie alle starben in hohem Alter, bei allen Enttäuschungen erfolgreich, inmitten ihrer Schüler und Anhänger, "lebenssatt" wie die Erzväter Israels ...

Auf der anderen Seite Jesus: Ein junger Mann von ca. 30 Jahren nach seinem Wirken von maximal 3 Jahren... Ausgestoßen von der Gesellschaft, verraten und verleugnet von seinen Schülern und Anhängern, verspottet und verhöhnt von seinen Gegnern, von den Menschen und von Gott verlassen, stirbt einen Tod, der zu den scheußlichsten und hintergründigsten gehört, die der Menschen erfinderische Grausamkeit zum Sterben erfunden hat (Vgl. Hans Küng, Jesus (München 2012) Seite 223-224).

Für alle - für viele

In jüngster Zeit hat die Anordnung des Papstes, die Wandlungsworte im deutschen katholischen Messbuch neu zu formulieren, Aufsehen erregt. Es soll nicht mehr heißen, dass Jesus sein Blut "für alle" vergossen habe. Zukünftig muss es heißen, er habe es "für viele" vergossen.

Im Hebräischen, der Kultsprache, bzw. im Aramäischen, der Umgangssprache, die auch Jesus gesprochen hat, bedeutet "die Vielen" so viel wie "alle". Dementsprechend verstehen auch die neutestamentlichen Texte die Hingabe Jesu als etwas, was für alle geschehen sei:

"Einer ist für alle gestorben, also sind alle gestorben." (2. Korintherbrief 5,14)

Im griechischen Text der Wandlungsworte bei Markus und Matthäus wird das hebräische bzw. aramäische Jesuswort dem Wortlaut nach aber mit "für viele" wiedergegeben. "Trinkt alle daraus; das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden." (Matthäus 26,28) - "Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird." (Markus 14,24)

Dem folgt auch die lateinische Bibelübersetzung des Hieronymus aus der Zeit um 400 n. Chr. Dort wird das entsprechende Wort mit "pro multis" wiedergegeben. Diesen Wortlaut übernimmt auch das römische Messbuch. Bei der Übersetzung der liturgischen Texte ins Deutsche in der Folge der Liturgiereform nach dem II. Vatikanischen Konzil, hat man sich dafür entschieden, diesen Ausdruck - dem unbestrittenen Sinn gemäß - im Deutschen mit "für alle" zu übersetzen. Dass dies damit gemeint ist, stellt niemand in Abrede, auch nicht der Vatikan. Nichtsdestoweniger muss es in der revidierten Fassung des römischen Messbuches zukünftig "für viele" heißen, weil dies die wörtliche Übersetzung des lateinischen Messtextes sei.

Marieluise Gallinat-Schneider

Goldenes Tor in Jerusalem

Blick auf das Goldene Tor in Jerusalem. Nach jüdischer Überlieferung wird der Messias bei seiner Ankunft durch dieses Tor Jerusalem betreten. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Jesus durch dieses - damals noch nicht zugemauerte Tor - nach Jerusalem eingezogen ist. - Foto: Erika Gerken

Menschgewordener Gott und / oder erhöhter Mensch?

Im Philipperhymnus heißt es: "Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht: Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: "Jesus Christus ist der Herr" - zur Ehre Gottes, des Vaters." (Philipperbrief 2,5-11)

Wer ist dieser Jesus? Ein Mensch, der von Gott erhöht wird und damit zum Christus wird? Immer schon Gott, dann aber Mensch, um wieder wie Gott zu werden? Ist er bei Gott oder wie Gott oder Gott?

Jede und jeder von uns kann sich damit nur glaubend auseinandersetzen. Wie sehe ich dies?

Marieluise Gallinat-Schneider

Weiterführende Links:

Einführung zu den Christologischen Hoheitstiteln: "Hoheitstitel" auf Bibelwissenschaft.de

Gottesbezeichnungen / Gottesnamen (NT): "Gottesbezeichnungen / Gottesnamen" auf Bibelwissenschaft.de