2. Teil: et adhuc durat spes avorum
... und immer noch dauert die Hoffnung der Vorfahren

Nachdem sich der Kardinal und Fürstbischof von Straßburg auf seinem rechtsrheinischen Territorium niedergelassen hatte, begannen die Quellen zu sprudeln. Obschon die Geschehnisse am Oberrhein kaum Eingang in die Geschichtsbücher gefunden haben, reichen die Ereignisse im kleinen Hauptort des Ettenheimer Oberamtes in der Folge an den Rand der Weltgeschichte heran. Unmengen von Papier geben Zeugnis von der Bedeutung dieser Jahre, bis die Nachrichten mit der Kriegserklärung im Jahre 1792 gänzlich wieder zu versiegen beginnen.

Jene Jahre vom Ausbruch der Revolution bis zum Beginn des ersten Koalitionskrieges stehen im Mittelpunkt des zweiten Teiles der vorliegenden Darstellung. Dabei bleibt dieser Rahmen natürlich nur in etwa gesteckt. Immer wieder werden wir in unserer Betrachtung über den Ausbruch des Krieges hinausgreifen, um wenigstens in einigen Punkten ein halbwegs geschlossenes Bild der sich immer wieder hinter Menschen, Fakten und Ereignissen verbergenden Persönlichkeit des Kardinals zu erhalten. Bei allen Fragezeichen und Zweifeln, die bleiben, zeichnet sich dann ein Bild, das geprägt ist von unerschütterlicher Hoffnung. In allem, was geschieht, begegnet uns die Zuversicht, dass die Zeit zurückzudrehen, das 'Ancien régime' wiederherzustellen ist. Es ist 'die Hoffnung der Vorfahren', die den Kardinal beherrscht, bis sie von der Angst und der Furcht verdrängt, von der Resignation abgelöst wird.

Dr. Jörg Sieger, Mannheimer Straße 54, D-76131 Karlsruhe,
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Letzte Änderung: 19. April 2003