2. Kapitel: Revolution am Oberrhein

"den 13:te(n) hornung ist abents zwischen 6 und
7 uhr ein große bluetröthe an dem hiel
geßehen worden, mit großen weißen strie(n),
ßo von walburg, hör od(er) auß dem hochthal
entstanden, und über einer stund lang ßich
gegen den Rein hinunder gezogen, aber
laider diße zeichen haben, noch niemalen
etwaß guettes bedidten, ßonder lauter
übels od(er) kälte, wo nicht schwere krieg vor
ohne daß zu gewarten, allein waß Gott
schickt mueße(n) wir arme Menschen geschehen laße(n),
dan die weit alßo schlim, daß eß nicht bald
schlimer ßein kan. NB: mann hat die sternen
dannoch in der röthe geßehen.
den 15:t(en) hornung kame zue nachts um 11
uhr diße röthe widerumaber nicht ßo
starck wie am ßamstag zu nacht. gott geb
waß guet ist, und korne bald, aber
ich ßorge daß Gegentheil zum beßen"

Wären es keine meteorologischen Geschehnisse gewesen, die der Ettenheimer Bürger Joann Conrad Machleid im Jahre 1779 in seinen Diarien festgehalten hätte - man wäre versucht zu meinen, er hätte die Zeichen der Zeit wiedergegeben. Diese 'Zeichen' waren auf die Dauer auch im rechtsrheinischen Teil der Straßburger Diözese nicht zu übersehen gewesen.

Dr. Jörg Sieger, Mannheimer Straße 54, D-76131 Karlsruhe,
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Letzte Änderung: 30. April 2003