1. Teil: Ad meliora natus
... zu Besserem geboren

Louis René Edouard, Prince de Rohan-Guémené , Kardinal, Fürst des Heiligen Römischen Reiches, Landgraf im Elsass, Großalmosenier von Frankreich, Abt von Samt Vaast, von Chaise-Dieu und so weiter, Generalsuperior des Hôpital Royal des Quinze-Vingts, Provisor der Sorbonne und einer der vierzig Unsterblichen der Academie Française, Spross eines der ältesten Geschlechter Frankreichs und eine der schillerndsten Persönlichkeiten im Umfeld der Französischen Revolution...

Die Geschichte der letzten eineinhalb Jahrzehnte im Leben dieses Mannes schreiben zu wollen, stößt auf eine Fülle von Problemen und Schwierigkeiten. Je tiefer man in diese ereignisreiche Zeit eindringt, in der der 'Prince Louis' viel von seinem Glanz und seinen Titeln einbüßte, um so deutlicher wird man einsehen, dass die Berge des Materials, die allein in den Räumen des Badischen Generallandesarchivs in Karlsruhe lagern, im Grunde eine Lebensaufgabe darstellen. Trotz alledem wurde in der folgenden Abhandlung der Versuch gewagt, die bewegten Jahre etwa von Beginn der Französischen Revolution bis zum Reichsdeputationshauptschluss im Leben des letzten Straßburger Fürstbischofs nachzuzeichnen.

Die Person dieses Kirchenfürsten, der schon im 18. Jahrhundert selbst mehr als einmal zum 'Wetzstein der Lästerzungen' geworden war, ist auch heute noch verschiedensten Beurteilungen unterworfen. Im Durcheinander der Revolutionskriege bleibt ein Großteil seiner Persönlichkeit im Dunkeln. So wurde als Grundlage einer Beurteilung bislang leider allzu häufig nur die Rolle des Kardinals als Politiker und Reichsfürst berücksichtigt. Gerade die kirchlichen und menschlichen Zusammenhänge und Ereignisse, die in der Zeit nach der Emigration wertvolle Rückschlüsse auf den 'Menschen Rohan' zulassen, blieben lange vom Dunkel der Geschichte verhüllt, und lediglich politische Fakten und Tätigkeiten auf dem Gebiet der Gegenrevolution wurden zwischenzeitlich in größerem Umfang ans Licht gekehrt.

Die Intention dieser Arbeit war daher von vorneherein, diesen umstrittenen Kirchenfürsten gerade in jenen Jahren nicht mehr nur als Politiker zu betrachten - ohne diesen Umstand zu kurz kommen zu lassen - sondern all die Schichten seiner Persönlichkeit anzureißen, um diesem Menschen in einer Beurteilung gerechter werden zu können, als dies bislang zu geschehen pflegte.

Neben den Abhandlungen um den letzten Bischof des alten Bistums Straßburg zeichnet sich auch ein Bild des rechtsrheinischen Teiles dieses Bistums in den schweren Jahren von der Französischen Revolution über die Neuordnung des Straßburger Bistums hinaus bis hin zur Errichtung der Oberrheinischen Kirchenprovinz und der neuen Freiburger Diözese. Dabei war es ein Anliegen, vor allem die Verhältnisse des einfachen dörflichen und städtischen Menschen aufzuzeigen. Wie kaum einer allgemeingeschichtlichen Fachrichtung ist es der kirchlichen Landesgeschichte möglich und vielleicht sogar aufgegeben, den Menschen, der in den Geschichtsbüchern unserer Zeit kaum einen Platz findet, zu berücksichtigen. So wurde auch der Darstellung des im Ganzen religiös geprägten Lebens der Bevölkerung in der betreffenden Zeit der gebührende Platz eingeräumt.

Mir bleibt nun nur noch der Dank für die freundliche Unterstützung, die mir bei dieser Arbeit zuteil wurde. Sei es von Seiten der Archive , die mir die Einsicht in das Quellenmaterial ermöglichten, oder von Seiten vieler, die mir freundliche Auskunft und wertvollen Rat gaben. Nennen möchte ich hier nur Herrn Hubert Kewitz (Ringsheim), Herrn Dieter Weis (Ettenheim), meine Eltern, Erika und Hubert Sieger (Ettenheim), Herrn Bernhard Uttenweiler (Ettenheim), Herrn Heinz Lichtenauer (Oppenau), Herrn Dekan Pfefferle (Oberkirch), Herrn Valentin Ludwig (Oberkirch), Herrn Pfarrer Bernhard Kleiser (Heitersheim), Herrn Pater Störchle (Ettenheimmünster), Herrn Dr. Hundsnurscher (Freiburg), Herrn Prof. Dr. Karl Suso Frank (Freiburg) und Frau Dr. Johanna von Herzogenberg (München). Nicht zuletzt darf ich mich jedoch besonders bei Herrn Prof. Dr. Remigius Bäumer (Freiburg) ganz herzlich für die wissenschaftliche Betreuung dieser Arbeit bedanken .

Dr. Jörg Sieger, Mannheimer Straße 54, D-76131 Karlsruhe,
Tel.: +49 (0721) 82105171, E-Mail: kontakt@joerg-sieger.de.

Letzte Änderung: 24. März 2003