Zur Person von Dr. Jörg Sieger

kath. Theologe, Priester der Erzdiözese Freiburg

Letzte Aktualisierung: 4. Dezember 2014  Zu den Seiten der Pfarrei St. Peter in D-76646 Bruchsal

Dr. Jörg SiegerVielleicht interessiert es Sie, mit wem Sie es auf diesen Seiten zu tun haben. Nun, was soll ich schreiben? Natürlich kann ich Ihnen einige Fakten aufzählen. Ich kann Ihnen sagen, dass ich 1960 in Lahr geboren wurde und dort die erste Woche meines Lebens verbrachte. In Ettenheim, ziemlich genau zwischen Offenburg und Freiburg, bin ich aufgewachsen und zur Schule gegangen.

Nach meinem Abitur im Jahre 1979 begann ich in Freiburg, Theologie zu studieren, war dann ein Jahr in München und machte 1984 meinen Abschluss wiederum in Freiburg. Zwischenzeitlich hatte ich meine Dissertation bereits fertiggestellt, wurde dann am 16. Dezember 1984 in St. Peter im Schwarzwald zum Diakon geweiht und war während des darauffolgenden Jahres als solcher in Oberkirch tätig. Nach meiner Priesterweihe am 10. Mai 1986 in Ettenheim war ich ein Vierteljahr in Wald in Hohenzollern, dann drei Jahre Vikar in Breisach am Rhein und darauf 6 1/2 Jahre Studentenpfarrer in Mannheim. Im April 1996 wurde ich Pfarrer der beiden Gemeinden St. Peter und St. Paul in Bruchsal. Im September 2002 kam die dritte Bruchsaler Gemeinde, St. Anton, hinzu. Dadurch wurde die Seelsorgeeinheit St. Peter - Bruchsal gegründet, die sich 2008 zur Pfarrei St. Peter mit den Gemeinden St. Peter, St. Paul und St. Anton zusammengeschlossen hat. Am 24. November 2014 wurde ich - nachdem durch die große Strukturreform in der Diözese Freiburg meine Stelle weggefallen ist - als Pfarrer von St. Peter in Bruchsal entpflichtet und ich werde fortan als Projektreferent im Projekt "Nah an Menschen von weit weg: Kirche und ihre Caritas bündeln ihre Kräfte und engagieren sich gemeinsam für Flüchtlinge" beim Diözesancaritasverband tätig sein.

Dies wären einige Zahlen und Fakten, die ich Ihnen mitteilen kann. Aber wenn Sie dies alles wissen, kennen Sie mich dann schon?

Vielleicht müsste ich Ihnen erzählen, dass ich eigentlich immer Mathe und Physik studieren wollte, dass mir der liebe Gott da aber irgendwie einen Strich durch die Rechnung gemacht hat - wie das genau war, weiß ich wahrscheinlich selber nicht ganz. Eine Rolle hat sicher meine Zeit als Pfarrjugendleiter in Ettenheim gespielt. Insgesamt reicht dies aber zur Erklärung sicher nicht aus.

Wenn Sie jedoch danach fragen, was das für ein Mensch ist, dieser Jörg Sieger, dann müsste ich vielleicht davon berichten, dass ich mit großer Leidenschaft an meiner Modelleisenbahn bastle und in meiner Zeit als Pfarrer unheimlich gerne mit Kindern spielte. Vielleicht gehört hier auch dazu, dass ich mich immer schon ganz besonders für Geschichte interessiert habe. Biographien habe ich während meines Studiums geradezu verschlungen. Ich denke, dass man die großen und kleineren Gestalten unserer Geschichte am besten dann kennenlernen kann, wenn man nicht nur auf die wenigen Jahre schaut, in denen sie wirklich weltgeschichtliche Bedeutung hatten, sondern ihr Leben von Grund auf, von Geburt an, verfolgt.

So hat auch meine Dissertation mit einer Lebensbeschreibung zu tun. Ich war schon als Kind von der Gestalt des letzten Straßburger Fürstbischofs, des Kardinals Louis René Edouard, Prince de Rohan-Guémené, fasziniert. Das war jener berühmte Kardinal, der 1785 in die nicht weniger berühmte Halsbandaffäre verstrickt war. Nach Ausbruch der Französischen Revolution musste er aus Straßburg fliehen und hat sich dann 13 Jahre in seine rechtsrheinischen Besitzungen - eben nach Ettenheim - zurückgezogen. Als Kind schon bin ich in unserer Kirche über sein Grab "gestolpert" und so habe ich versucht die Geschichte dieser 13 Jahre, unter dem Titel "Kardinal im Schatten der Revolution", nachzuzeichnen.

In meiner Mannheimer Zeit, vor allem im Zusammenhang mit meinem Lehrauftrag an der Uni in Mannheim, hatte ich dann meine alte Leidenschaft für das Alte Testament wieder neu ausgegraben und ausgebaut. Vor allem die Beschäftigung mit der Hebräischen Sprache und der Gedankenwelt der Semiten, hat mir geholfen diese grandiose Welt der Bilder jener Bücher des ersten Bundes zu erschließen. Immer mehr habe ich dabei begriffen, was das für ein bodenloser Unsinn ist, wenn Menschen heute vom "Rachegott des Alten Testamentes" sprechen. Ich denke, dass man vor allem in meinem Predigten wie auch auf den Seiten des "Bruchsaler Glaubenskurses" einiges von dieser Begeisterung für die "Bibel Jesu", wie mein Lehrer Alfons Deissler das Alte Testament immer wieder nannte, spüren wird.

In Bruchsal hat sich aus einem Hebräischkurs dann ein regelrechter Exegesekreis entwickelt, in dem wir das Büchlein Jona, das Buch der Richter, das Buch Jeremia, Teile der Genesis und vor allem dann auch das Buch Amos übersetzt und ausgelegt haben. Die Botschaft des Proheten Amos drängte uns dann regelrecht seine Forderungen für soziale Gerechtigkeit in einem großangelegten "Amosprojekt" in die Gemeinden und die Gesellschaft hineinzutragen.

Neben dem Einsatz für die Ökumene prägten diese Fragen der sozialen Gerechtigkeit ganz stark die insgesamt fast 19 Bruchsaler Jahre. Von daher entbehrt es nicht einer gewissen Logik, dass mich meine weitere Tätigkeit als Priester zu denen führt, die im Augenblick in unserer Gesellschaft am meisten auf unseren Beistand und unsere Hilfe angewiesen sind: zu den Asylsuchenden und Flüchtlingen nämlich.

Vieles gäbe es noch zu sagen, aber darüber spricht man besser. Rufen Sie mich doch einmal an, oder schreiben Sie mir - vielleicht gleich per e-Mail (kontakt@joerg-sieger.de). Ich melde mich dann.

Liebe Grüße
Ihr
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