"Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt." (Offb 21,22) - die Bedeutung des Kirchenbaus

Raum und Ort, Baustile und ihre Symbolik, Liturgische Orte, Symbolik des Kirchenraums, Körperhaltungen im Gottesdienst, Bilder und Bildhaftigkeit

Eine Männer- und eine Frauenseite gab es früher in unseren Kirchen. Und selbst ich kann mich noch daran erinnern, dass bei uns zuhause früher die Frauen nahezu geschlossen auf der rechen Seite saßen, die Männer aber auf der linken.

Lediglich verheiratete Frauen nahmen mit ihren Männern zusammen auf der sogenannten Männerseite Platz, aber das schien auch schon eine der vielen Neuerungen zu sein.

Es hat lange gedauert, bis ich erfahren habe, dass dies nichts mit "rechts" und "links" zu tun hatte. Es hatte etwas mit Osten zu tun, denn im Osten stand in aller Regel der Altar. Und dementsprechend war die Seite, auf der die Frauen saßen die Nordseite.

Norden aber, ist die Seite der Finsternis, der Kälte und des Bösen, und dort hatten selbstverständlich die Frauen Platz zu nehmen, denn durch sie war ja das Böse in die Welt gekommen.

Die Südseite aber war die Seite des Lichtes, der Wärme und des Lebens und wer konnte dort anderes sitzen als der Mann.

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Eine verlorene Sprache

Männer- und Frauenseite - einer der letzten Reste einer verloren gegangenen Sprache.

Kein Element gab es in unseren Kirchen das im Mittelalter nicht einer ganz eigenen Grammatik folgte. Es war die Grammatik einer Sprache, die niemals niedergeschrieben worden war, aber doch von allen verstanden wurde. Es war eine Bildsprache.

Zu einer Zeit, als ein Großteil der Bevölkerung weder Lesen noch Schreiben konnte, waren Bilder und Symbole ungeheuer wichtig. Mittels solcher Symbole, deren Bedeutung von Generation zu Generation tradiert wurde, konnten die Menschen ganze Botschaften übermitteln, geschah damals Verkündigung.

Unsere alten Kirchenbauten sind in sich solche lesbaren Symbole, lesbare Verkündigung der christlichen Botschaft.

Die Grammatik dieser Sprache ist uns weithin verloren gegangen. Im einzelnen lässt sich zwar der Versuch unternehmen, das ein oder andere zu rekonstruieren, Bilder und Bauwerke wieder auf diese Art und Weise deuten zu können, vieles bleibt jedoch zwangsläufig Theorie.

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Wenn Kirchen sprechen

Manches lässt sich aber bis heute an unseren Kirchenbauten ablesen.

So sind die Baustile, in denen unserer Kirchen errichtet wurden, nicht einfach Ausdruck des Geschmacks einer Zeit, hier wurde beispielsweise große Philosophie in Stein umgesetzt.

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Der romanische Kirchenbau

Als unsere romanischen Kirchen entstanden, dachte man weithin auf der Grundlage des platonischen Weltbildes. Gott stand in der Mitte, ihn umgebend - in einem ersten konzentrischen Kreis die Menschheit, dann, in weiteren Kreisen, die Tiere, die Pflanzenwelt und schließlich die unbelebte Natur.

Dies prägte den Kirchenbau. Der Altar stand damals noch in der Mitte - in der Apsis, die heute gemeinhin Platz des Altares ist, befand sich damals ja der Bischofsthron. Und um den Altar, das Symbol für die Anwesenheit Gottes, versammelten sich die Menschen, geschützt von den Mauern des Kirchenbaus, umgeben von der übrigen belebten und unbelebten Natur.

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Die gotischen Kathedralen

Dann änderte sich das Denken. Die wiederentdeckte Philosophie des Aristoteles wurde prägend.

Menschen fragten nicht mehr zuerst, wie verhalten sich die einzelnen Elemente in der Welt zueinander. Man fragte nach dem "Was". Was ist der Mensch? Und was ist er im Vergleich zu Gott?

Die Antwort war: ein Winzling ist er - und so erschien er auch fortan in den himmelwärts aufragenden gotischen Kathedralen, die uns Menschen die ganze Winzigkeit und Vergänglichkeit vor Augen führten.

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Der Barock

Mit der Renaissancezeit ging diese alte Symbolsprache langsam verloren.

Und in der Barockzeit, der viele unsere Kirchen entspringen, wurden ganz andere Gedanken maßgebend. Nach dem großen dreißigjährigen Krieg, wurde im Kirchenbau den Menschen vor Augen geführt, was sie davon hatten, wenn sie sich an die "rechte" Religion hielten. Der Himmel wurde gleichsam auf die Erde herabgeholt.

Es war ein prachtvoller Festsaal, für das - dem barockem Lebensgefühl entsprechende - heilige Spiel, der für die meisten der einfachen, durch die lange Kriegszeit gebeutelten Menschen, das schönste und kostbarste sein musste, was sie je zu Gesicht bekommen hatten. So muss der Himmel sein.

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Wenn aus 12 Türmen sechs werden

Das hatten übrigens auch schon einmal die großen romanischen Dome versucht.

Das himmlische Jerusalem ist, so sagt es die Offenbarung des Johannes, eine Stadt mit 12 Tortürmen. Zwölf ist dabei die Zahl der himmlischen Vollkommenheit.

Irdische Vollkommenheit, ist im Vergleich zur himmlischen Vollkommenheit, aber immer nur eine halbe Sache. Deshalb bedeutet in der mittelalterlichen Zahlensymbolik die Zahl sechs - als die Hälfte von zwölf - auch soviel wie bedingte, irdische Vollkommenheit.

Und jetzt fragen Sie sich einmal, warum unsere großen romanischen Dome, Speyer, Mainz oder Worms - und wo immer sie auch stehen, warum diese Kirchen ausgerechnet sechs Türme haben.

Sie sind irdisches Abbild des himmlischen Jerusalems, bedingte Vollkommenheit, irdisches Bild des Himmels.

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Räume prägen

Räume prägen den Menschen. Es ist nicht beliebig, in welchem Raum ich mich befinde. Er prägt mein Empfinden, meine Haltung und meine Spiritualität.

Die dicken Mauern, und die durch die kleinen Fenster mäßig beleuchteten Räume, die gedrungenen Bauten, die schon von sich aus an das Wort, "ein feste Burg ist unser Gott" erinnern, wirken anders, als der in farbiges Licht getauchte Raum des Freiburger Münsters oder der himmlische Festsaal unserer Peterskirche.

Und es ist gut, dass es unterschiedliche Räume gibt, denn es gibt unterschiedliche Menschen und nicht jeder Raum ist in jeder Situation gleich hilfreich. Da ist mir manchmal die heimelige sammelnde Atmosphäre der Werkstagskirche von St. Paul sehr viel näher als der lichtdurchflutete Saal von St. Peter.

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Der Sonne entgegen

Bauten wirken auf den Menschen, sie sammeln und sie richten auch aus. Deshalb waren unsere Kirchen in aller Regel auch nach Osten ausgerichtet. Sie waren ausgerichtet, weil sie den Menschen ausrichten wollten, nach Osten hin, zum Orient. Sie gaben Orientierung, für den Glauben, für das Leben, für die Menschen.

Dies war auch ein Grund dafür, warum man früher in Richtung auf den Altar hin zelebrierte. Es ging dabei nicht um die Frage zum Volk oder zum Altar hin, es ging darum, dass man die Gebete Richtung Osten sprach, Richtung aufgehende Sonne, dem wiederkommenden Herrn entgegen.

Das ist ein Gedanke, der bei vielen Gottesdienstformen und Andachten, durchaus auch heute noch seine Berechtigung und Bedeutung hat.

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Wider ein zuviel an Symbolistik und kosmische Spekulation

Aber auch wenn Josef Kardinal Ratzinger in seinem Buch über den Geist der Liturgie mittlerweile bedauert, dass bei der Messfeier die Ausrichtung nach Osten hin aufgegeben wurde, denke ich, dass es eine der bedeutendsten Neuerungen der Liturgiereform gewesen ist, dass wir den Altar in die Mitte gerückt haben und uns um ihn herum versammeln.

Mir persönlich ist die Versammlung aller um den Altar herum, ein sehr viel bedeutenderes Zeichen, als manche Symbolik und alle weit weg von den Menschen angesiedelte kosmische Spekulation.

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Die Anordnung der liturgischen Orte

Wir haben nun in unseren Gemeinden die Besonderheit, im ältesten Gebäude - in unserer Peterskirche nämlich - den liturgischen Raum vorzufinden, der diesem Gedanken am ehesten entspricht.

Durch die Neuordnung der Altarinsel direkt unter der Kuppel stehen die beiden Brennpunkte, nämlich Ambo und Altar - Tisch des Wortes und des Brotes -, im Zentrum der Gemeinde, die sich hier auch ganz real, durch die jetzige Anordnung der Bänke, um diese Mitte versammelt.

Die Werktagskirche in St. Paul kommt diesem Anliegen ebenfalls recht nahe.

In St. Anton und der Hauptkirche von St. Paul schließen wenigstens die Ministranten mit den Celebranten den Kreis um den Altar, auch wenn gerade in St. Anton der durch mehrere Stufen überhöhte Sitz des Vorstehers schon an einen Thron erinnert und den Celebranten - und das heißt in der Regel ja den Priester - auf eine Art aus der Menge der Mitfeiernden heraushebt, die letztlich schon wieder einem Priesterbild Nahrung gibt, von dem ich nicht glaube, dass es besonders zuträglich ist.

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Die Rolle des Kreuzes

Nicht vergessen werden soll hier, dass das Kreuz im Altarraum eine besondere Bedeutung hat.

Eigentlich sollte das gleiche Kreuz, sowohl dem Celebranten als auch der Gemeinde vor Augen stehen als deutlich sichtbares Zeichen und Symbol für den Tod aber auch die Überwindung des Todes in der Auferstehung Jesu Christi - jenem Geheimnis, das wir ja in jeder Messe feiern.

Dies ist so nur in St. Peter gegeben, dort allerdings in Form eines eher bescheiden dimensionierten Altarkreuzes, das sicher von einem Großteil der Gemeinde gar nicht gesehen, geschweige denn wahrgenommen wird.

In St. Paul findet sich das Kreuz groß an der Altarwand, wobei der Celebrant dann allerdings mit einem anderen, auf den Altar gelegten Kreuz vorlieb nehmen muss.

Ähnlich ist es in St. Anton, wo das Prozessionskreuz für die Gemeinde sichtbar etwas versetzt hinter dem Altar steht.

Hier könnte man allerdings leicht einen Platz finden, der es zum zentralen Kreuz des ganzen Kirchenraumes werden ließe.

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Der Ort des Tabernakels

"Es wird sehr empfohlen, die Eucharistie in einer vom Kirchenraum getrennten Kapelle aufzubewahren, die für das private Gebet der Gläubigen und für die Verehrung geeignet ist. (Allgemeine Einleitung in das Messbuch, 276)"

So lautet der entsprechende Abschnitt in der Allgemeinen Einleitung zum Messbuch.

Dies ist eine Empfehlung, die vor allem in Kathedralkirchen oder Kirchen mit immensem Touristenaufkommen große Bedeutung hat.

In den meisten Gemeinden hat sie allerdings kaum einen Widerhall gefunden. Ganz im Gegenteil: Wo sie umgesetzt wurde, stieß sie auf das Unverständnis der Menschen, die nicht einsehen wollten, warum sie den Tabernakel im Chorraum der Kirche aufgeben sollten. Selbst in St. Paul, wo das Allerheiligste eigentlich in der Werktagskirche aufbewahrt wurde, ist dies bei der letzten Renovierung rückgängig gemacht worden.

In St. Peter ist der Chorraum mit dem alten Hochaltar und seinem Tabernakel mittlerweile zu einem eigenen Sakramentsraum geworden, und in den beiden anderen Kirchen ist es jetzt so gelöst, dass der Tabernakel auf einer eigenen Stele seinen Platz so im Chorraum findet, dass er nicht im Zentrum steht und dementsprechend bei der Messfeier auch nicht mit dem Geschehen auf dem Altar konkurriert.

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Eingang und Taufe

Einen liturgischen Ort möchte ich hier nicht übergehen, der sich in aller Regel bereits am Eingang der Kirche ankündigt.

Dort findet sich ja das Weihwassergefäß, das uns an unsere Taufe erinnern will. Sein Ort am Eingang hat ebenfalls symbolische Bedeutung, denn die Taufe ist ja auch Eingang in die Gemeinschaft der Kirche.

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Eigene Taufkapellen

Nicht umsonst gab es in der Frühzeit eigene Taufkapellen, sogenannte Baptisterien, die dem Kirchenraum häufig vorgelagert waren.

Die dabei recht häufig wiederkehrende Achteckform hat dabei übrigens auch im Rahmen jener mittelalterlichen Grammatik ihre symbolische Bedeutung. Es waren nach biblischer Überlieferung schließlich acht Menschen, die jenem Urbild der Taufe - der Sintflut nämlich - entronnen sind: Noah und seine Frau, ihre drei Söhne und die drei Schwiegertöchter.

Von daher ist in der mittelalterlichen Zahlensymbolik die "acht" zur Zahl der Taufe geworden.

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Von der Problematik unserer Tauforte

Um der Taufe das ihr zukommende Gewicht im Bewusstsein unserer Gemeinden zu geben ist auch das Taufbecken ein wichtiger Ort in unseren Kirchen.

Heute bringt dieser Taufort aber eine gewisse Problematik mit sich. Gerade wenn die Taufe, was ein sehr schönes Zeichen ist, im Sonntagsgottesdienst gefeiert werden soll, ist es schade, wenn das Taufbecken sich irgendwo abseits oder in einem hinteren Winkel der Kirche befindet. Dann verschwinden Eltern und Paten zum eigentlichen Geschehen oder aber die Taufe findet am Altar statt und das eigentliche Taufbecken wird einfach ignoriert.

In St. Paul haben wir, bei der Neuordnung des Kirchenraumes, dies dahingehend zu lösen versucht, indem wir den Taufstein aus dem Raum unter der Orgelempore in die Nähe des Altarraumes geholt haben und dort eine eigene Taufzone geschaffen wurde.

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Vom Ort der Beichte

Leer sind in der Peterskirche mittlerweile die Nischen, in denen früher die Beichtstühle standen. Und das ist auch gut so.

Denn inzwischen haben wir dort - und auch in der Pauluskirche - eigene Räume geschaffen, die sowohl die klassische Beichte als auch das Beichtgespräch zulassen.

Wenn es eine Chance gibt, das Sakrament der Busse, das wie kein anderes in die Krise gekommen ist, mit neuem Gehalt zu füllen, dann wahrscheinlich nur auf diese Weise.

Gerade bei der Beichte ist zu spüren, welche Auswirkungen die Form haben kann. Es ist ein Unterschied, ob ich mich ausspreche, indem ich am Tisch sitze und meinem Gegenüber in die Augen sehe, oder kniend mein Bekenntnis gleichsam in die Anonymität hinein spreche.

Damit soll keinerlei Wertung verbunden sein. Beides hat und soll seinen Platz haben. Aber deutlich wird gerade an diesem Punkt, welche Rolle auch die Haltung - unsere Körperhaltung - im Raum und im Gottesdienst spielt.

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Von den Körperhaltungen im Gottesdienst

Bei der Beichte gilt ganz einfach, dass jeder die Form und Haltung wählen soll, die ihm ganz persönlich gut tut. Und prinzipiell gilt dies auch für unser übriges gottesdienstliches Feiern.

Vor allem wenn es darum geht, dass jemandem gesundheitsbedingt manche Haltungen absolut nicht gut tun. Wer den Gottesdienst beispielsweise am einfachsten im Sitzen mitfeiern kann, der soll dies selbstverständlich auch so tun.

Nichtsdestoweniger gilt natürlich auch, was die Allgemeine Einleitung ins Messbuch so formuliert:

"Eine einheitliche Körperhaltung aller Versammelten ist ein Zeichen ihrer Gemeinschaft und Einheit; sie drückt die geistige Haltung und Einstellung der Teilnehmer aus und fördert sie. (Allgemeine Einleitung ins Messbuch, 20)"

Deshalb gilt es hier auf die Hinweise des Messbuchs zu den Körperhaltungen im Gottesdienst noch ein wenig einzugehen.

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Die Grundhaltung des Christen ist das Stehen vor Gott

Hier ist zunächst wieder einmal wichtig zu betonen, dass die Grundhaltung des Christen vor Gott nicht das Sitzen und auch nicht das Knien sind. Wir sind dazu berufen, vor Gott zu stehen!

Gerade im Zusammenhang des Kontakts mit Muslimen ist mir wieder bewusst geworden, wie wichtig für mich ist, dass wir uns vor Gott nicht klein machen müssen. Wir dürfen zu Gott Vater sagen, wir Menschen sind seine Kinder und wir dürfen deshalb auch aufrecht vor ihm stehen, weil er in Jesus Christus uns auch auf Augenhöhe entgegengekommen ist.

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Die Allgemeine Einleitung ins Messbuch

So sagt auch die Allgemeine Einleitung ins Messbuch:

"Soweit keine andere Regelung getroffen wird, soll man in allen Messfeiern stehen... (Allgemeine Einleitung ins Messbuch, 20)"

Dann werden die einzelnen Teile der Messe aufgeführt. Als Ausnahmen wird genannt:

"Während der Lesungen vor dem Evangelium, beim Antwortpsalm, zur Homilie..." -

also zur Predigt -

"und zur Gabenbereitung soll man sitzen, unter Umständen auch während der Stille nach der Kommunion."

Und dann fährt das Messbuch fort:

"Wenn die Platzverhältnisse oder eine große Teilnehmerzahl oder andere vernünftige Gründe nicht daran hindern, soll man zum Einsetzungsbericht knien. (Allgemeine Einleitung ins Messbuch, 20)"

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These

Das leitet auch schon über zu meiner heute einzigen These.

Wir knien nämlich - vor allem in St. Anton, aber auch in St. Peter und St. Paul, viel zu viel im Gottesdienst. Das Messbuch sieht - mit gutem Grund - das Knien lediglich zum Einsetzungsbericht vor, der mit der Akklamation

"Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit."

ja bereits endet.

Unabhängig davon, dass jedem die Möglichkeit gegeben werden soll, den Gottesdienst auf eine Art und Weise mitzufeiern, die ihm gut tut - dem einen, aufgrund seiner körperlichen Beeinträchtigung durchgängig im Sitzen, dem anderen, weil es seiner Frömmigkeit einzig entspricht, nur kniend - unabhängig davon, dass es nicht schlimmeres geben kann, als Menschen, gerade beim Gottesdienst schief oder gar herablassend anzuschauen, unabhängig von all dem, sollten wir uns - gerade in dieser absolut nicht nebensächlichen Frage - wieder neu vor Augen führen, mit welcher Würde Gott uns Menschen auszeichnet.

Wir sind zwar Staub, aber von Gott eben unendlich geliebter Staub. Er nennt uns seine Kinder, und er will, dass wir es auch wirklich sind. Und deshalb dürfen wir in der Messe feiern, was wir im zweiten eucharistischen Hochgebet betend bekennen:

"Wir danken dir, dass du uns berufen hat, vor dir zu stehen und dir zu dienen."

(Dr. Jörg Sieger)

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letzte Änderung: 11. Juli 2003