Zum Aufbau der Messfeier – eine Verstehenshilfe

Eucharistiefeier - Hochgebet

Das Eucharistische Hochgebet beginnt mit der Präfation, einer "Vorrede", und wird mit dem "Vater unser" abgeschlossen

Präfation

Wir erheben uns.

Die Präfation, die den Charakter des Tages in Erinnerung bringt, beginnt mit einem Wechselgebet:

Zelebrant: "Der Herr sei mit euch."
Alle: "Und mit deinem Geiste."
Zelebrant: "Erhebet die Herzen."
Alle: "Wir haben sie beim Herrn."
Zelebrant: "Lasset uns danken dem Herrn, unserm Gott."
Alle: "Das ist würdig und recht."

Sanctus

Nach der Präfation, der Einleitung des Hochgebetes, stimmen wir ein in den gemeinsamen Lobpreis Gottes. Dieser setzt sich aus zwei biblischen Texten zusammen. Nach Jes 6, dem Bericht über die Berufung des Propheten Jesaja, haben die Engel vor Gottes Thron "Heilig, heilig, heilig" gerufen. Und als Jesus am Palmsonntag in Jerusalem einzog, sangen die Menschen "Hosanna dem Sohne Davids". Beide biblische Preisungen hat man zu einem Hymnus verbunden, der an dieser zentralen Stelle der Eucharistiefeier das Lob der Engel und den Lobpreis der Menschen in einem Lied vereinigt. Dieser Text wird fast immer gesungen. Der eigentliche Text des "Sanctus" (ein lateinisches Wort, zu Deutsch: "Heilig") lautet:

"Heilig, heilig, heilig,
Gott, Herr aller Mächte und Gewalten.
Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit.
Hosanna in der Höhe.
Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.
Hosanna in der Höhe."

Hochgebet

Dann wird das Hochgebet mit den Wandlungsworten fortgesetzt.

Nach den Maßgaben der Liturgiereform kniet man eigentlich nur noch zu den ausdrücklichen Wandlungsworten. Das wurde in Deutschland allerdings kaum umgesetzt. Deshalb knien die meisten von hier an während des ganzen Hochgebetes. Es gibt aber auch immer mehr Gottesdienstteilnehmer, die die ganze Zeit stehen. Und wem beides zu anstrengend ist, der setzt sich eben.

In der Regel klingeln die Ministranten zur Erhebung von Brot und Wein. Dies soll darauf hinweisen, dass dieser Augenblick, die sogenannte Wandlung, ein ganz zentrales Geschehen in der Messfeier ist. Bei feierlichen Gottesdiensten wird deshalb an dieser Stelle auch Weihrauch verwendet.

Unmittelbar nach den Wandlungsworten weist der Priester oder Diakon mit den Worten

"Geheimnis des Glaubens"

auf die Bedeutung dieses Geschehens hin. Die Gemeinde antwortet dann mit dem Ruf:

"Deinen Tod o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit."

Im Messbuch gibt es vier verschiedene Hochgebete, von denen das erste, der römische Kanon, wegen seiner Länge bei uns kaum noch Verwendung findet. Neben den Hochgebeten aus dem Messbuch gibt es eine Reihe weiterer approbierter, das heißt von Rom genehmigter, Hochgebete, die bei besonderen Anlässe (Jugend-, Kindergottesdienste) gerne genommen werden. Darüber hinaus gibt es weitere Texte, die nicht genehmigt sind...

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"Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!" -
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