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Unser Glaube

Ein Versuch zeitgemäßer Antworten

Weiter-Button Zurück-Button Siebenmal vorbestraft

Herr,
in meinem Leben
lief eigentlich schon immer
alles schief.

Schon meine Geburt
war ein Unglück.
Statt Geborgenheit
bekam ich Prügel
statt Nestwärme
einen Platz im Heim.

Von einem Heim
kam ich ins andere,
nirgends war ich länger
als ein halbes Jahr,
überall sagte man mir,
daß ich sehr schwierig sei.

Zum Schluß holte mich
ein neuer Stiefvater
heim,
aber der konnte mir
auch nicht geben,
was er selbst
nicht bekommen hatte.
Inzwischen
bin ich fünfunddreißig, Herr,
wer bin ich?

"Eine höchst abnorme Persönlichkeit" -
meint der Psychiater,
"Unverbesserlich" - behauptet der Richter.
"Siebenmal vorbestraft" -
sagt der Staatsanwalt.
"Knastgewohnt" - meinen die Vollzugsbeamten.
"Ein alter Knacki" - sagen die Mitgefangenen.
"Ein hoffnungsloser Fall" - denke ich.

Und was denkst DU, Herr...?
Wer bin ich für DICH...?

(Petrus Ceelen)

Der Text "Siebenmal vorbestraft" von Petrus Ceelen stammt aus dem Band: "Hinter Gittern beten", © Herder Verlag, 30. Auflage 1984, S. 112. Wir danken dem Herder-Verlag für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung des Textes an dieser Stelle und weisen auf die übrigen Produkte des Verlages gerne hin.

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