Warnung und Zusage, aber nicht Verteufelung und Vertröstung
(zu 2 Kor 5,10 und Joh 14,1-2)

Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi
offenbar werden, damit jeder seinen Lohn empfängt
für das Gute oder Böse,
das er im irdischen Leben getan hat."

Mein Leben kommt also einmal
in seine Endgültigkeit.
Es wird dann offenbar werden,
was es getaugt hat
im Guten und im Bösen.
Einmal wird es als Ganzes überschaubar.
Es geschieht Gericht.

Darum kann es nicht gleichgültig sein,
wie ich mein Leben auf dieser Erde einrichte,
ob dem Bösen erliegend
oder dem Guten nachjagend.
Ob ich mein Leben bloß so herunterstümpere
oder ob ich es gestalte.

Doch wer erschrickt nicht
vor dem Wort Richterstuhl?
Wer kann da bestehen?

"Euer Herz lasse sich nicht verwirren.
Glaubt an Gott, und glaubt an mich!
Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.
Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt:
Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?"

Eben noch die Peitsche,
jetzt das Zuckerbrot?
Ja, wir sind die Lebenskinder,
die man erst hauen muß,
damit sie verstehen.
Denen man Angst einjagen muß,
damit sie die Angst verlieren,
die man verwarnen muß,
bevor man ihnen Zusagen macht,
die Ernsthaftigkeit zeigen müssen,
bevor man sie zum Lachen bringt.

So sind wir, die Menschenbrüder
und Lebenskinder,
die Gotteskinder.
Und entsprechend ist die
göttliche Pädagogik,
die göttliche Kindererziehung an uns.

(Michael Zielonka)

Der Text ist entnommen aus dem Werk "Unkonventionelle Mediationen" von Michael Zielonka, Verlag Styria Graz, Wien, Köln 1982, S. 62-63 Ó beim Autor, der uns dankenswerterweise erlaubte, diesen Text hier einzustellen. Wir weisen gerne darauf hin, dass die Werke von Michael Zielonka neu zugänglich sind in der Sammlung "Deutlicher Leben" - Anregende und aufregende Deutungen zu den Festtagen und Alltagen im Kirchenjahr, Steyler Verlag, 41311 Nettetal.

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