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ökumenisches Projekt "Auf der Spur Jesu" 2012-13

auf der Spur Jesu

Der Mensch Jesus von Nazareth - herunter-gekommener Gott

Eine Besinnung auf die gemeinsame Mitte in den Pfarrgemeinden Paul-Gerhardt und St. Peter

1. Abend, Montag, 10. Dezember 2012 in Paul-Gerhardt und St. Anton

Gruppe im Kindergarten St. Anton

Thema: "Wer ist dieser Jesus, und was ist er nicht?" - Der Versuch einer Annäherung

Verschiedene Jesusbilder, Texte zu Jesus, wer ist dieser Jesus?

"A star is born" so könnte man die Geburt Jesu doppeldeutig übertiteln, er als Popstar, Jesus-Christ-Superstar, Sozialrevolutionär, Musicalheld und was auch immer, vom kitschigen Bild des verklärt-süßlichen Jesus zum zornigen, zum Handeln aufrufenden Religionsstifter, wer ist er nun für mich? Dann der aufgehende Stern, der vom Weihnachtsstern abgeleitet ist, dieses Wortspiel können wir mit dem Titel des Gesprächsangebotes machen.

Das Bild der heiligen Familie, wie es hier durch die Eglifiguren versinnbildlicht werden soll, hat für viele einen sehr negativen Beigeschmack. Was, wenn ich selbst keine guten Erfahrungen mit Familie gemacht habe? Kann mir Jesus dann überhaupt noch Vorbild sein? Verstellen nicht manche Bilder Zugänge zum Glauben? Es geht um persönliche Zugänge zum Glauben.

Dienstag, 22. Januar 2012 in St. Paul

Gruppe im Saal vom Pfarrzentrum, gemeinsam mit Frank Roos und Manfred Köstel

" Abba, Vater" - Der Gott, den Jesus verkündet

Das Vater unser

vermutlich älteste Fassung Lk 11, 1-4
Das Gebet des Herrn:
Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat.
Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen. Und erlaß uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung.

Matthäus 6
So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt,
10 dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.
11 Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.
12 Und erlaß uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.
13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.
14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.
15 Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Anmerkung der Jerusalemer Bibel Mt 6 (9-13) In der Liturgie ist folgende ökumenische Fassung gebräuchlich: Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Spätere Textzeugen fügen dem Gebet des Herrn noch einen Lobpreis an, der in Anlehnung an 1 Chr 29,10f gestaltet ist: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Markus, 11
14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.
Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet - glaubt nur, daß ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil.
25 Und wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt.

Spätere Textzeugen haben im Anschluß an Mt 6,15 hier eingefügt: Wenn ihr aber nicht vergebt, dann wird euch euer Vater im Himmel eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Es wurde zuerst in griechisch aufgeschrieben (Pater Hemon) und seither in so gut wie alle Sprachen übersetzt. Es findet sich in unterschiedlichen Varianten in den drei synoptischen Evangelien. Lukas hat die älteste Version, Matthäus die bekannteste. Die seltsame Wortstellung "Vater unser" kommt daher, dass man hier auch in der deutschen Übersetzung die Grammatik der lateinischen Fassung beibehalten hat. Im Latein wird wie in allen romanischen Sprachen das Personalpronomen (persönliches Fürwort, also mein, dein, unser etc) nachgestellt, also pater noster.

Vor dem Vater unser kommt die sogenannte Doxologie:

Durch ihn und mit ihm und in ihm
ist Dir, Gott, allmächtiger Vater,
in der Einheit des Heiligen Geistes,
alle Herrlichkeit und Ehre,
jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Dies ist eigentlich ein Gebet des Priesters, wird aber in vielen Gemeinden von den Menschen mit gebetet.

Nach dem Text des eigentlichen "Vater Unsers" folgt ein Einschub, der sogenannte Embolismus. Er stammt aus jüngerer Zeit, und wurde vor der Reform vom Priester still gebetet. Auch heute gehört er nicht zum Volksteil, wird aber vom Priester laut vorgetragen. Vom Inhalt her setzt er einfach die letzte Vaterunserbitte fort und nimmt den Friedensgedanken bereits auf.

"Denn Dein ist das Reich..." wurde bereits in einigen sehr alten Bibelhandschriften dem Vaterunser hinzugefügt und ist seit etwa 100 n.Chr. belegt. Dieser Teil gehört zwar nicht mehr unmittelbar zum Vater Unser, stammt aber aus der allerältesten Liturgie. Vor allem in den Kirchen der Reformation ist er geradezu Kennzeichen des "evangelischen Vaterunsers". Seit 1968 ist dieser Teil als ökumenische Geste auch bei den Katholiken obligatorisch. In der Messe wird dieses Zeichen, durch den Einschub allerdings etwas gemindert.

Mittwoch, 20. Februar 2013 in St. Anton

Gruppe im Clubraum, als Gespräch über meine Predigt

"Was ihr einem der Geringsten getan habt" - Für wen Jesus eintrat

Jesus im Haus des Zöllners Zachäus: Lk 19,1-10

Dann kam er nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich. Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen mußte. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muß heute in deinem Haus zu Gast sein. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt. Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück. Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Und der Mensch heißt Mensch
Weil er irrt und weil er kämpft
Und weil er hofft und liebt
Und weil er mitfühlt und vergibt

so hieß es in Herbert Grönemeyers erfolgreichem Song "Mensch" aus dem Jahr 2002.

Liebe Gemeinde,

Der Mensch heißt Mensch, weil er mitfühlt und vergibt. Für mich sind diese Aussagen Programm für den heutigen Abend. Jesus von Nazareth hat diese Fähigkeiten wie kaum ein anderer, er hatte Mitgefühl und vergab den Menschen. Im Sondergut des Evangelisten Lukas, also in den Texten, die er nicht gemeinsam mit Markus und Matthäus hat, finden wir einige Berichte, die dies verdeutlichen, wie eben unseren Zachäus, den Abschnitt, den wir gerade gehört haben.

Jesus entdeckt diesen kleinen Mann, der ihn unbedingt sehen will, sofort auf dem Baum über der Menge, er weiß seinen Namen und spricht ihn direkt an. Er signalisiert Interesse. Und Zachäus lässt sich ansprechen. Jesus erklärt: "Noch heute werde ich bei Dir zu Gast sein". Zachäus freut sich riesig über diesen Besuch, die anderen aber, die das hören, sind empört. Mit wem lässt sich Jesus da bloß ein! Im Judentum gibt es Aufnahme in die Mahlgemeinschaft erst nach der Vergebung, bei Jesus wird dies nicht zuerst gefordert.

Jesus setzt sich mit Menschen an einen Tisch, mit denen man als Jude keine Gemeinschaft hat. Jesus tat so etwas! Heute dagegen sagen wir, erst wenn wir völlig eins sind, dann, ja dann, können wir miteinander Mahl halten Und mit Sündern geht Mahlgemeinschaft schon gar nicht! Würde Jesus. das so machen? Muss ich wirklich erst bis zum endzeitlichen Heilsmahl warten, um mich mit allen an einen Tisch setzen zu dürfen?

Im letzten Satz dieser Erzählung wird auch die Sendung Jesus deutlich …"der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist". Jesus versteht es als seinen Auftrag, die Sünder zur Umkehr aufzurufen. Und er will zu denen kommen, die verloren sind, er will retten, er will helfen, er will heilen. Denken wir an den eingangs zitierten Satz, "Der Mensch heißt Mensch, weil er mitfühlt und vergibt"! Für mich ist diese Beschreibung Grönemeyers zutiefst jesuanisch. Jesus liebt und vergibt, er hat Mitgefühl, er stellt die Menschen in den Mittelpunkt.

Zöllner sind nach dem Verständnis der damaligen Zeit wirklich Gauner, Halunken, das Letzte! Was ist das für eine Gesellschaft, in der Jesus sich da befindet!. Was ist das für ein bunter Haufen, der da mit ihm zieht, wenn er sich mit Frauen abgibt, die er aufwertet, wenn er Kinder, die damals keinen Stellenwert hatten, in den Mittelpunkt stellt, wenn er Arme, religiös Unwissende, Weinenden, Hungernde, in das Zentrum seines Handelns stellt. Diese Menschen scharen sich um ihn, sie hören seine Worte und an diese Menschen richtet er seine Bergpredigt. Sie zielt auf die Mühseligen und Beladenen ab, denen braucht Jesus seine Worte nicht zu erklären, sie fühlen sich angesprochen. Er setzt sich mit den Menschen, die am Rand stehen nicht nur auseinander sondern zusammen. Er steigt nicht herab zu den Sündern, sondern zieht sie zu sich hinauf Ihnen verspricht er das Reich Gottes, aber eines, das nicht erst im Jenseits anfängt. Jesus will uns damit keine neuen Gesetze und Pflichten auferlegen, es geht nicht darum, aus Gesetzeserfüllung zu handeln. Es geht darum, immer zuerst den konkreten Menschen zu sehen. Jesus wendet sich ohne Vorleistung, ohne Vorbedingung den Menschen in ihren konkreten Nöten zu und hilft ihnen. Das macht uns deutlich, dass wir eigentlich gar nicht anders handeln können, wenn wir seinem Beispiel folgen. Auch wir müssen schauen, was unsere Mitmenschen brauchen, nicht, um uns damit etwas zu verdienen, sondern einfach, weil es zutiefst menschlich ist.

Was aber, wenn sich das an den Gesetzen stößt? Was, wenn sich das nicht schickt, wenn wir damit in Konflikte geraten mit der scheinbaren Normalität, vielleicht sogar mit der Legalität?

Im Begleitheft habe ich die Episode geschildert, als ich im Urlaub in einer Synagoge war, wo der Aufzug wie von Geisterhand ohne Betätigen eines Knopfes vom Erdgeschoss in den ersten Stock fuhr und ich dann das Schild "Sabbataufzug" las. Klar dachte ich, am Sabbat da dürfen ja keine elektrischen Geräte bedient werden und so trickst man das aus! Damals habe ich noch ein wenig überheblich gelächelt, dass Juden es sich mit ihrer Religion und den Gesetzen so kompliziert machen. Mittlerweile denke ich, wir sind auch oft wie die Pharisäer.

Wie mag es den Frauen gehen, die in Köln nach einer Vergewaltigung in katholischen Krankenhäusern abgewiesen wurden, weil Ärzte Angst um ihren Arbeitsplatz haben, wenn sie in die Situation kommen, möglicherweise nach der Pille danach gefragt zu werden?

Wie fühle ich mich, wenn ich in einem Gottesdienst an Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit eigentlich keine glutenfreien Hostien austeilen darf, weil es feste Richtlinien gibt, wodraus Hostien bestehen müssen? Als ob zur Zeit Jesu für Mazzen "Mehl Typ 405" verwendet worden wäre!

Und dann kommt noch das gesellschaftliche Ansehen hinzu. Wie oft denken wir, die anderen würden komisch gucken, wenn wir uns mit bestimmten Personengruppen solidarisieren. So wie damals die Menschen auch geschaut haben, als Jesus zu Zachäus ins Haus ging.

Ich kann meinen Vater verstehen, der nicht erfreut reagiert hat, als ich mich mit Missbrauchsopfern solidarisiert habe, die seelsorgerliche Betreuung der Frauen übernommen habe. Er sagte, was denken denn die Menschen von unserer Familie, nachher meinen die noch, Du engagierst Dich in diesem Bereich, weil Du selbst so etwas erlebt hast. Nein, habe ich nicht, ich fühle mich einfach für diese Frauen verantwortlich, denen es darum geht, gehört zu werden, die um einen Platz in unseren Gemeinden kämpfen. Aber ich kann verstehen, dass es ihm unangenehm ist. So ist es immer, wenn wir uns für Menschen einsetzen, kann das sehr unangenehm werden oder es kann auch falsch verstanden werden, es kann bei anderen Irritationen auslösen. Es kann Konsequenzen für uns und unser Leben haben. "Helfen verändert", aber es verändert nicht nur mein Inneres, so dass ich mich dadurch gut fühle, weil ich wie ein Pfadfinder meine gute Tat vollbracht habe, sondern es verändert auch mein Leben in dem Sinne, dass ich dadurch möglicherweise bei anderen Kreisen mein Ansehen verliere, weil ich mich mit den vermeindlich falschen Menschen abgebe.

Auch meine Kinder waren oft nicht amüsiert, wenn ich forderte, dass sie sich um die Mitschülerinnen kümmern müssen, die gemobbt werden, die nicht so cool sind, die die falsche Klamotten tragen. Sie hatten Angst, so selbst auch als uncool zu gelten. Heute ist das Wort "Opfer" im Jugendjargon ein Schimpfwort für Jugendliche, die am Rande stehen, für die, die auf der Verliererseite des Lebens sind.

Jesus steht auf der Seite dieser Verlierer, der Opfer, der Outlaws, der Outcasts, der Ausgestoßenen, da werden uns die Ehebrecherin, die Prostituierte und einige Zöllner genannt, von denen wir drei sogar mit Namen kennen. Überlegen Sie mal wie viele Menschen aus der Bibel Sie mit Namen kennen. Da gibt es "den" Hauptmann, "die" Witwe, "den" Gelähmten, "den" Aussätzigen, "die" Frau usw. Markus dagegen berichtet uns ausgerechnet über den Zöllner Levi und nennt uns seinen Namen. Erst durch ihre Namen werden Menschen einzigartig. Und dann wird hier über so einen Gauner wie einen Zöllner namentlich berichtet. Die Evangelien werten die Zöllner noch auf, indem sie ihre Namen erwähnen. Zachäus und Levi werden dadurch mit ihrer ganzen Persönlichkeit für alle Zeiten verewigt.

Jesus macht sich verdächtig, wenn er solche Menschen in den Mittelpunkt stellt. Damit gerät er möglicherweise in Konflikt mit dem Gesetz. Er heilt nämlich am Sabbat, wenn es sein muss, er fragt zuerst, was die Menschen brauchen und nicht, was man darf, was andere denken. Jesus ist es dabei egal, ob er dadurch Gesetze bricht, weil er Menschen hilft, weil er für Menschen einsteht, die ihn brauchen. Er denkt nicht daran, ob er dadurch Anhänger verliert, ob sein Fanclub kleiner wird, weil er sich mit Menschen einlässt, die nicht dazu gehören.

Die Fragen, die der heutige Abend an uns richtet, die das heutige Evangelium an uns richtet, sind uns nicht neu. Wenn der Abend vom Vorbereitungsteam mit dem Satz aus dem Matthäusevangelium überschrieben wurde "Was ihr einem der Geringsten getan habt", dann haben wir da auch die Antwort. Jesus sagt, was ihr dem Geringsten meiner Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. So wie Gott die Menschen bedingungslos liebt und Jesus die Menschen ohne Vorbedingungen annimmt, ist es auch unser Auftrag, auf alle Menschen zuzugehen, egal wie schwer es uns manchmal fällt. "Von Mensch zu Mensch eine Brücke baun, dem Andern in die Augen schaun, in jedem Menschen Jesus sehn und nicht an ihm vorübergehn"! so haben wir in der Erstkommunionvorbereitung oft gesungen. Weil Jesus den Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt hat und für ihn das Gute wollte, so wie sein Vater im Himmel auch, zeigt sich Gott, zeigt sich Jesus im Menschen und in unserer Hinwendung zu unseren Nächsten und das sind alle Menschen, nicht nur die aus unserem Umfeld, die wir mögen. Der Mensch heißt Mensch, weil er liebt!

Gerade bei Lukas ist Jesu Handeln an den Ausgestoßenen, den Armen Programm, wie die Gemeinde handeln soll. Die Gemeinde ist aufgerufen, sich mit diesen Menschen zu solidarisieren.

Daraus ergeben sich für uns heute auch viele Fragen. Wenn wir das Evangelium des Lukas als Handlungsanweisung für die Gemeinde sehen und es auf unsere Gemeinde übertragen, wie sieht es dann bei uns aus? Unsere Gottesdienstgemeinden bestehen zum großen Teil aus der Mittelschicht. Es ist das normale Bürgertum, das sich bei uns engagiert. Wo sind bei uns die Sünderinnen, die Zöllner, die Armen, die Traurigen, die Hungernden, die Ausgestoßenen der Gesellschaft? Welche Menschen wären das heute, mit denen Jesus sich solidarisch zeigt? Wo gehen wir auf Menschen zu, die am Rande stehen? Ich denke oft, wenn wir Jesu Nachfolge ernst nehmen, müssten wir tatsächlich anders handeln. Jesus solidarisiert sich ohne Vorbedingungen mit den Menschen, bei ihm gilt der Spruch "Gnade vor Recht".

Es muss uns deutlich werden, dass wir uns nicht zurücklehnen und eine kuschelige Spiritualität wünschen können. Das ist einfach zu wenig und wird den Evangelien und Jesus nicht gerecht.

Das Evangelium fordert uns hier einiges ab. Es fordert uns auf, uns mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. Es ist nicht nur die Sache Gottes, die Sache Jesu, auf Sünder und Ausgestoßene, auf die am Rande der Gesellschaft Stehenden zuzugehen, sondern auch unsere. Die Bibel lehrt uns, von der bedingungslosen Liebe Gottes zu den Menschen her, jeden Menschen mit all seinen Fehlern zu lieben. Aber das gelingt mir oft nicht, wir werden oft der Nachfolge nicht gerecht, wir schaffen es nicht, alle Menschen bedingungslos anzunehmen. Ich hadere oft mit mir, wenn ich in Situationen komme, in denen ich spüre, Menschen erwarten etwas von mir, dass ich nicht leisten kann. Oder es gibt Menschen, die mir unangenehm sind. Dann denke ich, ich muss doch jetzt etwas tun, ich darf doch nicht einfach sagen, ich bin halt so, ich kann nicht anders. Ich muss gegen meine eigenen Unzulänglichkeiten kämpfen. Ich muss über meine Begrenzungen hinauswachsen, ich muss, ich muss…

Nein, muss ich nicht! Wenn ich die Erkenntnis ernst nehme, dass Jesus jeden Menschen so annimmt, wie er ist, mit all seinen Fehlern, warum meine ich dann, ich bin davon ausgeschlossen? Ich weiß, dass es die Gnade Gottes gibt, dass er uns ohne Vorbedingungen liebt. Dann liebt er auch mich mit all meinen Fehlern, mit meinen Ecken und Kanten und mit meinen Begrenzungen. Dann muss ich nicht meinen, ich müsste Gott werden. Ich müsste alles können und keine Fehler haben. Ich müsste der ganzen Menschheit gerecht werden, ich müsste allen helfen, die bedürftig sind. Statt dessen darf ich darauf vertrauen, von Gott so geliebt zu sein wie ich bin. Und nicht nur das, ich darf mich so lieben, wie ich bin. Amen.  

Montag 22. April 2013

Alltäglich Glauben: Mein persönliches Jesusbild

Ein Lied, das mich als Teenagerin sehr geprägt hat:

Hymn (Barclay James Harvest 1977)

Valleys deep and the mountains so high
If you want to see God youve got to move on the other side
You stand up there with your head in the clouds
Dont try to fly you know you might not come down
Dont try to fly, dear God, you might not come down
Jesus came down from Heaven to earth
The people said it was a virgin birth
Jesus came down from Heaven to earth
The people said it was a virgin birth


He told great stories of the Lord
And said he was the saviour of us all
He told great stories of the Lord
And said he was the saviour of us all

this they/we killed him, nailed him up high
He rose again as if to ask us why
Then he ascended into the sky
As if to say in God alone you soar
As if to say in God alone we fly.

 

Valleys deep and the mountains so high
If you want to see God you've got to move on the other side
You stand up there with your head in the clouds
Dont try to fly you know you might not come down
Dont try to fly, dear God, you might not come down

 

 

 

Hymn Songtext Übersetzung:
Die Täler so tief und die Berge so hoch,
und wenn du Gott sehen möchtest,
musst du auf die andere Seite gehen.
Du erhebst dich mit deinem Kopf in den Wolken,
versuche nicht, zu fliegen,
vielleicht würdest du nicht wieder herunterkommen.
Versuche nicht, nahe zu Gott zu fliegen,
vielleicht würdest du nicht wieder herunterkommen.
Jesus kam vom Himmel herab auf die Erde,
die Leute sagten, es war eine jungfräuliche Geburt.
Jesus kam vom Himmel herab auf die Erde,
die Leute sagten, es war eine jungfräuliche Geburt.

Er erzählte große Geschichten des Herrn,
und sagte, er sei der Retter von uns allen.
Er erzählte große Geschichten des Herrn,
und sagte, er sei der Retter von uns allen.

Dafür haben wir ihn getötet,
nagelten ihn fest in der Höhe.
Er jedoch stieg auf, als ob er uns nach dem Warum fragen wollte.
Dann fuhr er auf zum Himmel,
als ob er sagen wollte, nur mit Gott allein kannst du dich erheben
.
als ob er sagen wollte, nur mit Gott allein kannst Du fliegen.

Die Täler so tief und die Berge so hoch,
wenn du Gott sehen möchtest,
musst du dich auf die andere Seite bewegen.
Du erhebst dich mit deinem Kopf in den Wolken,
versuche nicht, zu fliegen,
wer weiß, ob du unten ankommst. Versuche nicht, nahe zu Gott zu fliegen,
vielleicht würdest du nicht wieder herunterkommen.

Meine Beziehung zu Jesus begann mit dem "Sozialrevolutionär". Mein wichtigster Text war zunächst die Bergpredigt.

Die Bergpredigt: Die Rede von der wahren Gerechtigkeit: Mt 5,1-7,29
Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.
 Dann begann er zu reden und lehrte sie.
Die Seligpreisungen: 5,3-12
Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
 Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
 Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
 Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
 Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
 Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
 Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
 Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
 Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.

Später haben wir dann im Religionsunterricht den Philipperbrief von Paulus gelesen. Dort finden wir eines der ältesten Christusbekenntnisse:

Das Beispiel Christi: Phil 2,5-11
Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht:
 Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,
 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen;
 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
 und jeder Mund bekennt: "Jesus Christus ist der Herr" - zur Ehre Gottes, des Vaters.

Wer ist nun dieser Jesus? Der Christus, Gottes Sohn, der Revolutionär, ein Mensch, wie wir?

Wie ich schon bei meinem Abend über Jesus am 12. März 2013, der nur als Power-Point-Präsentation vorliegt, betont habe, liegt die Bedeutung Jesu  im Ganzen seines Lehrens, Handelns, Sterbens und Auferstehens.

Die nachösterliche Gemeinde hat an voller Menschlichkeit Jesus festgehalten, ihm aber zugleich die Ehrentitel Christus, Messias, Davidsohn, Gottessohn gegeben

 Jesus sagte "Ich aber" mit einer Vollmacht, bei der man sich die Frage stellte, woher er die hatte. Er hat die Menschen zum Maßstab der Gebote Gottes gemacht, er hat mit der Abba, Papa Anrede, etwas Neues gebracht, auch damit, dass jede und jeder überall beten kann, aber auch die Juden nannten und nennen Gott Vater: JAHWE ist der Vater des Volkes Israel, das Volk ist Gottes erstgeborener Sohn, das sind Bilder, die die Juden kannten.

Was für mich ein ganz wichtiger Aspekt ist, auf ihn kann man sich in Leid, Ungerechtigkeit und Tod verlassen, er hatte kein Todessehnsucht, aber er führte ein Leben angesichts des Todes und erkannte darin den Willen Gottes. Bei Markus gerät die Bedeutung des Kreuzes stärker in den Mittelpunkt, etwas, das für mich sehr bedeutend ist. Wenn es mir nicht gut geht, kann ich gut unter einem Kreuz beten, aber nur, wenn darauf als Corpus ein leidender Christus, ein Schmerzensmann zu sehen ist. Da weiß ich, der soliarisiert sich mit mir.

Freitag, 10. Mai 2013 in St. Anton

Gruppe im Bernhardussaal

"Er sitzt zur Rechten des Vaters" - Das neue Leben

Lukas 24,13-35

Die Begegnung mit dem Auferstandenen auf dem Weg nach Emmaus:

Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen, und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazareth. Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht. So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Über diesen Text haben wir nachgedacht, wir haben einen Weg mit Fußspuren gelegt und uns selber auf diesen Weg gestellt. Wir haben Spuren Jesu gesucht. Wir haben über Spuren in der Bibel gesprochen, wir haben einige dieser Spuren vorgestellt: Menschen, die mit Jesus zu tun hatten, derer er sich angenommen hat wie Zachäus, Spuren von Jesu Leben und Taten selbst, wie die gesamte Passionsgeschichte. Auch die Jünger, die nach dem Tod Jesu auf dem Weg nach Emmaus sind, suchen die Spuren in der Bibel. Der unbekannte Mann legt ihnen die Bibel aus, erklärt ihnen anhand von Texten, was es mit dem Sterben auf sich hat. Aber die Jünger haben zunächst nicht verstanden. Es musste erst etwas anderes passieren.

Brannte uns nicht das Herz, damit wird klar, wie sie verstanden. Jesus brach das Brot mit ihnen und dabei erkannten sie ihn. Die äußeren Spuren wie Bibeltexte können wir erst verstehen, wenn auch unser Herz, unser Inneres erreicht wird. Denn Glauben spielt sich im Herzen ab. So hat Jesus seinen Jüngern auch beim Brotbrechen die Erkenntnis gegeben, dass er ja schon beim letzten Abendmahl gesagt hat, sooft ihr dieses Brot brecht und aus diesem Kelch trinkt, bin ich bei euch. Ihr singt nachher, wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Auch damit drücken wir aus, immer, wenn wir uns auf Spurensuche nach Jesus machen, an ihn denken, von ihm hören, ist er uns nah, ist er bei uns.

Jesus kommt dadurch in unsere Herzen, wir nehmen ihn auf und können damit die Spuren, die er in unserem Leben gelegt und hinterlassen hat, besser deuten. Jedes Mal, wenn wir miteinander Eucharistie, Danksagung feiern, ist er da, ist er bei uns, kann er Spuren in unseren Herzen hinterlassen. Ob er auch sonst Spuren in unserem Leben hinterlässt, hängt auch davon ab, ob wir uns dafür öffnen.

Der Weg nach Emmaus
- Eine nachösterliche Meditation –

Wer sich auf andere einlässt,
lässt sich auf Gott ein.
Wer sich anderen gegenüber öffnet,
öffnet sich für Gott.
Wer sich anderen zuwendet,
wendet sich Gott zu.

Der Weg nach Emmaus
ist mehr als ein Spaziergang!
Der Weg nach Emmaus ist der Weg
von Menschen, zueinander und miteinander.

Der Weg nach Emmaus
ist mehr als ein Spaziergang!
Der Weg nach Emmaus ist
auch ein Weg für mich,
für Dich und für uns alle!

Der Weg nach Emmaus ist ein Weg
der Suche, des Zweifels,
der Erkenntnis, der Freude
und letztlich des inneren Friedens.

Der Weg nach Emmaus ist der Weg
von Gott zu uns Menschen.
Gott kommt aus Liebe auf uns zu!
Kommen wir selbst auch von uns los,
so finden wir auch zum anderen.
Gott geht auf uns zu,
gehen wir mit IHM auf andere zu.

Der Weg nach Emmaus
ist also mehr als nur ein Spaziergang.
Der Weg nach Emmaus
ist Gottes Weg zu uns
durch die Auferstehung seines Sohnes,
 unseres Bruders und Herrn 
Jesus Christus.

© Heinz Pangels 2009

Samstag 22. Juni 2013 in St. Anton und Paul-Gerhardt

"Folgt mir nach" - Konsequenzen für mein Leben

Morgenlob (10 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche)

Den Tag beginnen, ein ganzer Tag voller Gespräche, Themen, Inhalte… Zuvor jedoch laden wir ein zur Besinnung auf den, auf dessen Spur wir diesen ganzen Tag begehen, der unsere Mitte ist. Einen kurzen Augenblick des Sprechens mit, nicht Sprechens über Jesus, Gedanken, Gebete, ein Bibeltext, Lieder laden uns dazu ein.

Marieluise Gallinat-Schneider

Begrüßung

Wir haben seit November eine Spur Jesu gezeichnet. Viele sind mit uns diesen Weg gegangen, haben sich auf Spurensuche gemacht. Manche sind vielleicht heute auch einfach neugierig und fragen sich, wie sie sich auf Spurensuche nach diesem Jesus von Nazareth machen können. Wir wollen den vor uns liegenden Tag in Gottes Hände legen und in seinem Namen beginnen:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied: Herr, ich werfe meine Freude

Besinnung

Der Evangeliumstext für den heutigen Samstag, den wir ja normalerweise nicht verwenden, weil wir Samstags die Sonntagsliturgie in der Vorabendmesse feiern, könnte passender nicht sein:

Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, daß ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, daß ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung?
Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.
Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wieviel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?
Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das alles braucht. Euch aber muß es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben. Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.
(Mt 6, 24-34)

Lied: Gehet nicht auf, Str. 1, 2, 3 und 6

Gedanken:

Sorgt euch nicht um morgen, der heutige Tag hat genug Plage. Wir hoffen natürlich, dass der Tag heute für uns nicht nur Plage und Sorge wird, sondern wir ein wenig innehalten können, im Sorgen und Planen. Wir halten einen Moment der Stille, um unsere eigenen Gedanken zu ordnen und uns gedanklich auf die Spur mit Jesus einzulassen. Er ist es, der uns Richtung geben kann. Seine Spur kann Hilfe für unseren Weg sein.

Viele Worte werden wir heute hören, viele Worte werden heute geredet, schweigen wir einen Moment und denken wir an das, was uns jetzt besonders auf dem Herzen brennt.

Weihrauch ist gewonnen aus dem Harz der Bäume. Harz ist eigentlich nichts anderes als Tränen der Bäume. Wenn die Bäume Schnitte bekommen, verschließen sich diese Wunden durch Harz, hartgewordene, verkrustete Wunden. Davon haben wir auch genug. Daher lade Sie zu einem Ritual als Abschluss ein, einige Weihrauchkörner für Ihr Anliegen auf die glühende Kohle zu legen. (dazu Morning has broken)

Wenn wir selbst die Nächsten- ja Feindesliebe Jesu ernst nehmen wollen, müssen wir uns selber annehmen können, mit all unseren Wunden, Verletzungen und Problemen. Dafür steigt nun der Weihrauch wie ein Gebet zum Himmel auf. Wir wollen dieses Morgenlob abschließen mit dem Gebet, das Jesus selbst uns gelehrt hat.

Vater unser…

Hans Küng sagt am Ende seines Jesusbuches:

"In der Nachfolge Jesu Christi
kann der Mensch in der Welt von heute
wahrhaft menschlich leben, handeln, leiden und sterben
in Glück und Unglück, Leben und Tod
gehalten von Gott und hilfreich den Menschen."

Wie das geht, darauf wollen wir uns heute besinnen und ich wünsche uns dazu, dass wir dies tun, indem Segen auf unseren Gesprächen und Gedanken liegt, Segen auf uns ruht.

Segen

Ablauf Angebot: Mit der Bibel leben, 22.06.13

Ort: Antoniushaus Saal hinterer Raum

Zeit: 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr

Stuhlkreis, zunächst geöffnet, wegen Beamer

gestaltete Mitte, Marieluise Gallinat-Schneider bringt Tücher, Kerze, Bibel, Erika Kerstner evtl Bilder, Gertrud Banghard Blumen  

Beginn: Lied "Gehet nicht auf" (zu Taizé-Halleluja, Liedblatt Morgenlob)

Angebote für das persönliche Bibellesen: (Marieluise Gallinat-Schneider)
da ökumenisch auf Angebote beider Kirchen hinweisen:
http://www.losungen.de/

katholisch:

Evangelium Tag für Tag (Newsletter)  

http://evangeliumtagfuertag.org/M/DE/

Bücher: Schott, Magnificat (Annemarie Lebert bringt)

mit Beamer zeigen und natürlich auf Bücher verweisen

dann Bibelstelle Joh 21, 15-19

Das Wort des Auferstandenen an Petrus: 21,15-23

Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! Zum zweitenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Zum drittenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum drittenmal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, daß ich dich liebhabe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

zunächst mit Bibel teilen vorstellen (Gertrud Banghard und Ursula Groß)  

http://www.missio-aachen.de/angebote-medien/bildungsangebote/asipa/Bibel-Teilen_in_sieben_Schritten.asp#0

dann Bibliolog (Maria Ayrle)  

http://www.josefstal.de/bibliolog/index.html

zuletzt wie bei Begegnung im Glauben (Erika Kerstner und Annemarie Lebert)

jede hat 15 Minuten Zeit für ihre Methode

Flyer der Gruppen Begegnung im Glauben und Alltäglich Glauben mitbringen, auf Spirituelle Wanderung hinweisen,

am Ende zu Mittagessen einladen (Marieluise Gallinat-Schneider)

Kinderbibeltag am 13. Juli 2013

Thema: "Auf der Spur Jesu"

In der Südstadt zwischen Paul-Gerhardt und St. Anton fand der ökumenische Kinderbibeltag "auf den Spuren Jesu" statt. Spielerisch konnten sich Kinder von 5-11 Jahren in 4 Stationen mit biblischen Beispielen aus dem Leben Jesu beschäftigen. 

Der Auftakt war das Gespräch zwischen zwei Römern zu diesem Jesus und das Lied "Man sagt er war ein Gammler". Danach ging es zu den Stationen, die sich mit dem Leben (Geburt, Taufe, 12-jähriger Jesus im Tempel, Seesturm), mit Wundern (blinder Bartimäus), mit der Kindersegnung und Tod und Auferstehung befassten. Dies war die Gruppe, die ich mit ausgearbeitet hatte und durchführte. 

Zum Abschluss wurde mit fünf Broten und 2 Fischen an die wunderbare Brotvermehrung erinnert und miteinander gefeiert. Auch hier rundete das Lied "Man sagt, er war ein Gammler" wieder unseren Tag ab.

 

 

(Marieluise Gallinat-Schneider)

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