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Kommunionfeier gehalten am 17. Mai 2009 in St. Peter

Ablauf:

Eingangslied: GL 220 1,3,4

Begrüßung

Schuldbekenntnisse und Vergebungsgebete

Gemeinsam wird das Schuldbekenntnis gesprochen: "Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen ..." (Gotteslob Nr. 353,4).

Glorialied GL 033

Gebet

Lesung Apg 10, 25-26.34-35.44-48

Antwortgesang: GL 614 1,2

Evangelium Joh 15, 9-17

Ansprache

Liebe Gemeinde,
der Mensch ist ein Gewohnheitstier heißt ein Sprichwort. Daran musste ich beim Lesen der heutigen Lesung denken. Leider haben wir nur einen kleinen Auszug aus dieser spannenden Geschichte wiedergegeben. Es geht um den römischen Hauptmann Kornelius, der Visionen hat. Ein Engel Gottes befiehlt im darin, Petrus holen zu lassen. Gleichzeitig hat auch Petrus, der sich dem Ort Cäsarea nähert, wo das Ganze handelt, auch Visionen und zwar von für ihn als Juden unreinen Tieren. Als er ankommt, stehen schon die Männer des Kornelius vor ihm und bitten ihn, mitzukommen. Er wird vom Geist Gottes geführt und geht mit. Eigentlich ist es einem gläubigen Juden verboten, das Haus eines Heiden zu betreten, weil er dabei unrein wird. Petrus sagte zu ihnen: "Ihr wißt, daß es einem Juden nicht erlaubt ist, mit einem Nichtjuden zu verkehren oder sein Haus zu betreten; mir aber hat Gott gezeigt, daß man keinen Menschen unheilig oder unrein nennen darf. Darum bin ich auch ohne Widerspruch gekommen, als nach mir geschickt wurde. Nun frage ich: Warum habt ihr mich holen lassen?" Kornelius berichtet von seinen Visionen und dann folgt der Satz unserer Lesung: "Wahrhaftig, jetzt begreife ich, daß Gott nicht auf die Person sieht, sondern daß ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist."

Dieser Satz ist für Petrus schwer. Petrus ist derjenige, der sich massiv gegen Paulus stellt, der fordert, dass Heiden nicht erst Juden werden müssen und deren Reinheitsgebote einhalten müssen, bevor sie sich taufen lassen dürfen. Petrus dagegen will dies. Er kann sich nicht vorstellen, mit Unreinen zu verkehren. Paulus dagegen weiß, es ist für Römer eine Zumutung, erst jüdische Gebote zu halten, wenn sie Jesus nachfolgen wollen. Daher sagen Exegeten auch, dass diese Stelle mit Kornelius erst später zugefügt wurde, um zu demonstrieren, dass auch Petrus sich besonnen hat und durch den Geist Gottes eines besseren belehrt wurde.

Für uns heute ist klar, dass es damals so gekommen ist, dass man sich so entschieden hat. Wir halten als Christen nicht die jüdischen Reinheitsgebote ein. Aber für die Menschen damals war es schwer, sich von ihren Gesetzen frei zu machen und zu schauen, was ist für die Menschen gut und sinnvoll. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier! Deshalb war der Entschluss, die Heidenmissionierung auch ohne Einbindung in das Judentum vorzunehmen, klug und sinnvoll, aber schwer nachvollziehbar und durchführbar für Männer wie Petrus und Paulus, die gläubige Juden waren!

Und an der Stelle sollten wir uns an das heutige Evangelium erinnern. Bei Johannes heißt es: "Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage." Dabei geht es nicht um kuschelige Nächstenliebe in dem Sinne von alle haben sich lieb. Da geht es darum, dass Bedingung und Voraussetzung für Liebe sind, sich radikal für andere einzusetzen, auch wenn es unbequem ist, dass Einsatz aus Liebe zu den Menschen für uns sehr schwer sein kann. Es geht darum, den Menschen im Blick zu haben und das, was für ihn gut ist. Und das hat im Fall von Petrus und Paulus auch bedeutet, zu erkennen, dass es für die römisch-griechisch geprägten Menschen andere Voraussetzungen benötigte, um sie an den Glauben an einen Gott und Jesus heranzuführen. Das bedeutete damals, liebgewordene Gewohnheiten loslassen müssen, neue Wege gehen müssen. Es bedeutet auch heute für uns, unsere Pfade zu verlassen, neu zu überdenken, was unsere Mitmenschen benötigen, weil Gott uns beauftragt, seine Liebe zu uns und anderen auch wirklich zu leben. Amen!

Glaubensbekenntnis

Fürbitten

Lied zur Kollekte, gleichzeitig Holen der Gaben aus Tabernakel GL 013

Kommunionfeier

Vater unser

Seht das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünde der Welt!
Herr, ich bin nicht würdig...

Kommunionausteilung

Meditation:

Ich glaube an die Liebe!
- Mein Glaubensbekenntnis -
Ich glaube,
dass die Liebe Unmögliches schafft
Ich glaube an ihre unendliche Kraft.

Ich glaube,
solange die Erde besteht,
dass niemals ein Tag ohne Liebe vergeht.

Ich glaube,
dass selbst noch die unheile Welt
bisweilen aus Liebe den Atem anhält.

Ich glaube,
dass Liebe uns retten könnte,
wenn Einsamkeit droht und Gefahr.

Ich glaube,
dass jeder nach Liebe sich sehnte,
spräche er nur ehrlich und wahr.

Ich glaube,
dass Liebe ganz leise und sacht,
schon manches Wunder im Stillen vollbracht.

Ich glaube,
dass Liebe die Wege findet,
welche wir suchen in Not,
uns oft mehr verbindet
und mehr gibt als nur das tägliche Brot.

Ich glaube,
dass Liebe alte Wunden heilt,
wenn uns die Zeit auch nur so davon eilt;
nur wenn wir versuchen, sie zu verbinden,
werden sie heil und wir uns wieder finden.

Ich glaube,
dass Liebe noch glaubwürdig ist,
selbst wenn Du zweifelst und ungläubig bist.

Ich glaube,
dass Gott einmal alle Sünden vergibt,
wenn er nur sieht, Du hast wirklich geliebt.

Ich glaube,
dass Liebe wird immer bestehen,
selbst wenn die Welt wird einmal vergehen.

Die Liebe vollbringt alles!
Die Liebe überdauert alles!
Sie ist uns von Gott geschenkt,
der alles in Liebe lenkt !

So glaube ich an die Liebe,
weil ich an Gott, meinem Schöpfer,
glaube und ihm vertraue,
der Ursprung und Quelle der Liebe ist.

© Heinz Pangels, 10/2005 (ich danke dem Autor herzlich für die Genehmigung, den Text verwenden zu dürfen)

Segen

zum Auszug GL 261

(Marieluise Gallinat-Schneider)

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