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Bußgottesdienst mit Erstkommunionkindern am 26. März 2004 in der Pfarrkirche St. Peter

Meditative Musik

Begrüßung

Einführung:
Wir haben an Aschermittwoch mit dem Austeilen des Aschekreuzes mit der Fastenzeit begonnen. Das dunkle Tuch auf der Leiter steht dafür. Wir wollen uns auf Ostern vorbereiten. Um Ostern feiern zu können, müssen wir unser Inneres vorbereiten. Fasten bedeutet nicht einfach, auf was Süßes zu verzichten oder auf Fernsehen, sondern darüber nachzudenken, wo ich was falsch mache, wo was nicht richtig läuft bei mir.

Lied: Da berühren sich Himmel und Erde

Lesung Gen 28,10-22:

10 Jakob zog aus Beerscheba weg und ging nach Haran.
11 Er kam an einen bestimmten Ort, wo er übernachtete, denn die Sonne war untergegangen. Er nahm einen von den Steinen dieses Ortes, legte ihn unter seinen Kopf und schlief dort ein.
12 Da hatte er einen Traum: Er sah eine Treppe, die auf der Erde stand und bis zum Himmel reichte. Auf ihr stiegen Engel Gottes auf und nieder.
13 Und siehe, der Herr stand oben und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks. Das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben.
14 Deine Nachkommen werden zahlreich sein wie der Staub auf der Erde. Du wirst dich unaufhaltsam ausbreiten nach Westen und Osten, nach Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen werden alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.
13,16; 12,3; 18,18; 22,18; 26,4
15 Ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst, und bringe dich zurück in dieses Land. Denn ich verlasse dich nicht, bis ich vollbringe, was ich dir versprochen habe.
16 Jakob erwachte aus seinem Schlaf und sagte: Wirklich, der Herr ist an diesem Ort, und ich wußte es nicht.
17 Furcht überkam ihn, und er sagte: Wie ehrfurchtgebietend ist doch dieser Ort! Hier ist nichts anderes als das Haus Gottes und das Tor des Himmels.
18 Jakob stand früh am Morgen auf, nahm den Stein, den er unter seinen Kopf gelegt hatte, stellte ihn als Steinmal auf und goß Öl darauf.
19 Dann gab er dem Ort den Namen Bet-El (Gotteshaus). Früher hieß die Stadt Lus.
20 Jakob machte das Gelübde: Wenn Gott mit mir ist und mich auf diesem Weg, den ich eingeschlagen habe, behütet, wenn er mir Brot zum Essen und Kleider zum Anziehen gibt,
21 wenn ich wohlbehalten heimkehre in das Haus meines Vaters und der Herr sich mir als Gott erweist,
22 dann soll der Stein, den ich als Steinmal aufgestellt habe, ein Gotteshaus werden, und von allem, was du mir schenkst, will ich dir den zehnten Teil geben.

Deutung und Gewissensfragen

Ihr kennt vielleicht die Geschichte von Jakob und Esau schon. Die beiden waren Zwillinge und stritten um das Erstgeburtsrecht, welches in Israel ganz wichtig war. Der Erstgeborene erbte alles. Bei Zwillingen ist das natürlich schwierig, da ist einer unter Umständen nur wenige Minuten vor dem anderen geboren. Daher hat Jakob es nie verschmerzt der Zweitgeborene zu sein. Er hat seinen Bruder um den Segen betrogen, sich den Segen des Vaters erschlichen. Als Esau das merkte, mußte Jakob fliehen. So kam er nach Berrsheba an die Stelle, von der wir in der Lesung hörten. Jakob wusste beim Aufwachen, er hatte vieles nicht richtig gemacht. IIm Traum sieht er eine Leiter von der Erde bis zum Himmel. Engel stiegen hernieder und versprachen ihm, das Land auf dem er gerade schlief und Kinder. Jakob überkommt Furcht, er sieht, was er gemacht hat und verspricht Gott auch etwas. Er ändert auch sein Leben. Die Leiter, die Erde und Himmel verbindet, muss schrittweise bestiegen werden.

Ihr kennt die Situation des Streites zwischen Geschwistern zum Teil nur zu gut. Auch ihr müsst auf der Leiter Sprosse, für Sprosse hoch, bis Ostern ist. Überlegt was es bei euch gibt, was geändert werden muss. Ich denke, ihr wisst genau, was nicht o.k. war. Vielleicht habt ihr wie Jakob mit euren Eltern und oder Geschwistern gestritten, Klassenkameraden und Freunde geärgert, ward nicht fair zu anderen, habt gelogen, nicht geholfen. Es gibt vieles, was wir falsch machen. Ihr bekommt jetzt alle einen Zettel. Ihr haltet den fest in der Hand und denkt an das, was ihr ändern wollt. Dann hängen wir schweigend die Zettel an die Leiter. Wir schreiben nichts drauf, aber unsere Gedanken stehen wie mit unsichtbarer Tinte auf unserem Klebezettel. Gott kann sie lesen. Ihm teilen wir sie mit. Dann geht jeder und jede einzeln zum Pfarrer und sagt nur: "Es tut mir leid". Ihr bereut dass, was auf eurem Zettel unsichtbar geschrieben steht, was ihr nur Gott verratet. Er wird euch dafür Verzeihung schenken, wenn es euch ehrlich leid tut.

Austeilen der Zettel (jedes Kind bekommt einen "post-it"-Zettel in Herzform)

 

Hängen an Leiter (eine große Holzleiter steht in der Kirche, unten mit einem violetten Tuch umhüllt, oben mit einem gelben als Zeichen für Aschermittwoch und Ostern) Jedes Kind klebt seinen Zettel auf die Sprossen

Kinder treten einzeln nach vorne und bereuen,  dazu meditative Musik

Vater unser

Segen

(Marieluise Gallinat-Schneider)

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