Zurück zur StartseiteÖkumenischer Jahresgottesdienst der ACG am 1. April 2017 in der Pfarrkirche St. Cosmas & Damian in Bruchsal-Untergrombach

erinnern - versöhnen - aufbrechen

So lautete das Thema dieses Bußgottesdienstes in der Fasten-/Passionszeit, den wir aus Anlass des Reformationsgedenkens feierten.  Angestoßen hatten den „Prozess der Heilung der Erinnerungen“ die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland. Nach dem Vorbild Südafrikas, das die Folgen der Apartheid mit dem Prozess "Healing of memories" aufarbeitete, sollen unter dem Motto „Erinnerung heilen – Jesus Christus bezeugen“  in ganz Deutschland Buß– und Versöhnungsgottesdienste stattfinden, startend am Samstag 11.3.17 in Hildesheim.
„Nach Jahrhunderten der Abgrenzung, des gegenseitigen Misstrauens und Bekämpfens ist 2017 die erste Gedächtnisfeier der Reformation im Zeitalter der Ökumene“, heißt es in einem gemeinsamen Brief der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Erzdiözese Freiburg an alle evangelischen und katholischen Pfarrämter in Baden. Der Blick in die Geschichte lege offen, „was Christen einander an Leid und Verletzungen angetan haben“. Zentrales Anliegen sei heute, „sich gemeinsam auf die Anliegen der Reformatoren zu besinnen und ihren Ruf zu Umkehr und geistlicher Erneuerung neu zu hören“, schreiben Oberkirchenrat Matthias Kreplin (Karlsruhe) und Domkapitular Peter Birkhofer (Freiburg). Zugleich gelte es, „Gott zu danken für die Gaben, die in unseren Kirchen bewahrt sind und die wir aneinander schätzen“.

Dies griff die ACG Bruchsal mit ihrem Bußgottesdienst auf:

Vorspiel (Orgel, Dr. Rainer Dattke)

Lied: Sonne der Gerechtigkeit (Orgel)

Liturgischer Anfang und Begrüßung (Andrea Knauber, Pfarrerin Christusgemeinden Ober- und Untergrombach) àBewusst: ev. Pfrin. In kath. Kirche als Zeichen der Ökumene
Thematische Hinführung (Andrea Knauber)

Historische Erinnerungen (Marieluise Gallinat-Schneider, Gemeindereferentin SE St. Vinzenz)

Reformationsjubiläen der Vergangenheit waren Veranstaltungen mit bestimmten politischen Vorzeichen, entweder eher preußisch deutschtümelnd, oder mit einer Heroisierung Luthers oder wie 1983 mit dem Problem zweier deutscher Staaten behaftet. Dieses Mal nimmt die Ökumene im Gedenken einen wichtigen Platz ein. Wir alle wissen, dass vor 500 Jahren vieles in der Kirche reformbedürftig war und daher die Gedanken Luthers und anderer Reformatoren auf fruchtbaren Boden fielen. Wäre die Zeit nicht reif dafür gewesen, hätte sich die Idee der Reformation nicht so schnell ausgebreitet.

Dennoch haben die Kirchenspaltung und die daraus folgenden historischen Ereignisse viel Leid über Menschen gebracht. Im Namen Gottes und unter dem Kreuz sind Intoleranz und Kriegen Tor und Tür geöffnet worden. Jeder war von seiner Konfession überzeugt und hat Andersdenkende brutal verfolgt.

Ich möchte einige Schlaglichter, die in den 500 Jahren der Reformationsgeschichte wichtige Ereignisse markieren in unserer Erinnerung rufen. Diese sind natürlich völlig subjektiv und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Der Ausgangspunkt war der Thesenanschlag in Wittenberg, egal, was genau an diesem 31. Oktober 1517 passierte. Auch der Reichstag in Worms hat sich in das kollektive Gedächtnis Deutschlands eingebrannt. Für die einen war es ein Ausdruck der Freiheit, für andere ein großes Unglück, was da geschah. Im Verlauf der Ereignisse wurde Luther mit der Bannbulle "Decet Romanum Pontificem" vom 3. Januar 1521 durch Papst Leo X. exkommuniziert. Außerdem wurden er und seine Anhänger zu Häretikern erklärt. Luther selbst ging natürlich auch nicht gerade zimperlich mit der katholischen Kirche und dem Papsttum um, er verfasste zahlreiche Gegenschriften und bezeichnet den Papst als Antichristen. Beide Ereignisse haben bis heute Wunden in der je anderen Konfession hinterlassen. Die theologische Forschung hat die Frage, ob Luther immer noch gebannt ist, jetzt anlässlich des Reformationsgedenkens wieder aufleben lassen. Auch die Frage, werden die Kirchen der Reformation als gleichwertige Kirchen betrachtet, hat bis in die Gegenwart zu theologischen Diskussionen geführt, die auch durch die päpstliche Verlautbarung Dominus Iesus aus dem Jahr 2000, neu angeheizt wurde. Wir sind heute noch nicht an dem Punkt, an dem alles aufgearbeitet wurde, was seit der Reformation geschah.

Unsere Geschichte ist auch eine Geschichte der Verquickung von Kirche und Macht, sie setzt die mittelalterlichen Streitigkeiten zwischen Obrigkeiten und Kirche fort, die Konfessionalisierung Deutschlands wurde obrigkeitlich vollzogen und ist daher auch immer mit Machtfragen verknüpft. Wir stehen hier heute in Untergrombach, einem der Orte der Bundschuh-Bewegung. Luther hat mit seiner Idee von der Freiheit die Bauern angesteckt, die sich gegen die Feudalstrukturen auflehnten. Der Adel und die katholische Kirche waren Vertreter des Lehnssystems. Der Adel war im Niedergang begriffen, viele Rechte der Bauern wurden nicht mehr respektiert. Vielfach wurde Luther, der sich selbst von den Aufständen distanzierte, dafür verantwortlich gemacht, dieses Gedankengut überhaupt erst in die Köpfe der Menschen gebracht zu haben und ihnen den Mut gegeben zu haben, die alte Ordnung nicht als gottgegeben zu akzeptieren, sondern sich dagegen zu stellen. In der Folge wurden Burgen und Klöster zerstört, die Anführer der Bauern wurden nach der Niederlage zum Tode verurteilt. Dieser Konflikt hat wie so viele Leid und Not über die Menschen gebracht.

Der Dreißigjährige Krieg von 1618-1648 war bis zum 1. Weltkrieg sicher der Krieg, der die größte flächenmäßige Ausdehnung hatte, ein europäischer Krieg, der ein Flächenbrand war. Im Namen der Religion wurde gemordet, geplündert und geschändet. Dieser Krieg der mit einem lokalen Konflikt in Böhmen begann, war am Ende verantwortlich für das Ableben von 2/3 der Bevölkerung hier im Südwesten Deutschlands. Im Westfälischen Frieden wurden die konfessionellen Territorien festgezurrt, auch wenn durch Kriege und Religionswechsel von Herrschern immer mal ein wenig Bewegung in die Konfessionskarte des Deutschen Reiches kam. Cuius regio, eius religio, diese Bestimmung des Augsburger Religionsfriedens von 1555 galt auch danach zumeist weiter, auch wenn einige Territorien das Nebeneinander verschiedener Konfessionen, ja, gar Religionen, duldeten und im 18./19. Jahrhundert mit der beginnenden Aufklärung sich vieles lockerte.

Es gab jedoch Gebiete, deren Herrscher dafür sorgten, dass alle, die einer konfessionellen Minderheit angehörten, des Landes verwiesen wurden. Ich denke da nur an meine eigenen evangelischen Vorfahren, die Salzburger Lutheraner, die aus dem Fürstbistum Salzburg, das komplett wieder katholisch sein sollte, vertrieben wurden und sich in der Folge in Ostpreußen niederließen.

Nach dem Wiener Kongress kam Bewegung in die konfessionelle Landschaft. Die Rheinprovinzen, die aufgrund des Wiener Kongresses preußisch wurden, aber katholisch waren, erlebten in der Folge konfessionelle Konflikte, in denen Machtansprüche von Kirche und Staat und unterschiedliche Auffassungen von Freiheit aufeinanderprallten. Daraus erwuchs unter Bismarck der Kulturkampf, dessen Folgen noch bis ins 20. Jahrhundert reichten und zu spüren waren. Aus Erzählungen meiner katholischen Vorfahren, die an Rhein und Ruhr lebten, habe ich oft gespürt, dass in den Köpfen der Menschen immer noch dieses negativ besetzte Konfessionsdenken vorherrschte. So lebte zu der Zeit, als ich in die Schule kam, dieser Kampf in Nordrhein-Westfalen noch einmal auf, weil die konfessionellen Grundschulen Ende der 1960ger Jahre aufgehoben wurden zugunsten einer christlichen Gemeinschaftsschule, was auf erbitterten Widerstand einiger katholischer Eltern stieß. Da hatte man den Eindruck die Wunden des Kulturkampfes seien noch immer nicht verarbeitet.

Im ersten und zweiten Weltkrieg verblassten in den Schützengräben oft konfessionelle Gegensätze. Auch in der Hitlerdiktatur haben sich Widerstandskämpfer aus beiden großen Kirchen zusammengetan und gemeinsam nach Wegen in ein friedliches, ökumenisch geprägtes Deutschland gesucht. Aber nach dem zweiten Weltkrieg führten die konfessionellen Grenzen in den Köpfen der Menschen neu zu Konflikten. Die eben erwähnten Lutheraner aus Ostpreußen wurden wieder zu Flüchtlingen, die ihre Heimat erneut verlassen mussten und wie viele andere auch aus den besetzten Gebieten in Gegenden kamen, in denen die Menschen eine andere Konfession hatten. Dort erfuhren die Flüchtlinge Ausgrenzung und Ablehnung, es kam zu Verletzungen und Diskriminierung, 

Diese Durchmischung Deutschlands, das vorher konfessionelle Geschlossenheit aufzeigte, führte aber letztendlich auch zum Aufkeimen der ökumenischen Bewegung, der wir verdanken, dass wir heute hier stehen. Viele konfessionsverbindende Ehen und Familien, aber auch Gesprächskreise in Gemeinden wurden der Beginn eines gemeinsamen Weges aller Christen in Deutschland. Da wo sich Konfessionen vorher fremd waren, die Menschen nichts von den gegenseitigen Bräuchen und Ritualen wussten und sich daher aufgrund von Unkenntnis und Vorurteilen gegenseitig abqualifizierten, entstand nun die Besinnung auf den gemeinsamen Glauben. So feiern wir heute das erste Mal einen Bußgottesdienst, in dem wir die Fehler und Verletzungen der 500 jährigen Geschichte vor Gott tragen.

Persönliche Erinnerungen:

Thomas Fritz (Pfarrer SE Michaelsberg): er berichtet von seiner Kindheit und Jugend in St. Georgen im Schwarzwald, das überwiegend evangelisch war. Dort wurden z.B. kurz vor Fronleichnam die Feldränder mit Jauche bedeckt, damit keine Blumen für den Fronleichnamsteppich gepflückt werden konnten, aber es gab auch später das erste ökumenische Gemeindezentrum

Achim Schowalter (Pfarrer Paul-Gerhardt-Gemeinde) berichtet von seiner Heimatgemeinde im Kreis Pforzheim, wo es auch kaum Katholiken gab, er aus seiner Sicht eher die Position der Überlegenen erlebte und dann von späteren guten Kontakten zu Katholiken und besserem Kennenlernen

Bußakt  dabei gesungerner Kyrie-Ruf aus Taize

(Petra Feller, SE Michaelsberg)
Dreieiniger Gott.
Wir stehen vor dir und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit,
sondern auf deine große Barmherzigkeit.
Wir bekennen dir unser Unvermögen,
die Einheit der Kirche zu leben.
Wir haben uns gewöhnt:
an die Spaltung zwischen unseren Kirchen,
an die verschiedenen Gepflogenheiten,
an die getrennten Gottesdienste.
Wo bleibt der Wunsch nach der Einheit in deinem Geist?
Herr, vergib uns unsere Schuld!
à Kyrie

(Jutta Müller, Christusgemeinden)
Herr, wir bekennen dir die Schuld früherer Generationen
und unsere eigene Schuld.
Auch wir sind mitverantwortlich für Missverständnisse,
Vorurteile und Respektlosigkeit unter Christen.
Wir beklagen die Mauern zwischen Konfessionen und Gemeinden.
Oft fällt es uns schwer,
Grenzen zu überwinden und
die Kirchentür des Nachbarn zu öffnen.
Herr, vergib uns unsere Schuld!
à Kyrie

(Elisabeth Maier, SE St. Vinzenz)
Wir haben oft Angst,
unsere konfessionelle Eigenart
oder unsere kirchliche Heimat zu verlieren,
wenn wir aufeinander zu gehen.
Wo bleibt das Vertrauen auf Deinen Heiligen Geist?
Wo bleibt die Sehnsucht nach Erneuerung der Christenheit
und nach lebendiger Gemeinschaft untereinander?
Herr, vergib uns unsere Schuld!
à Kyrie

(Johann-Christoph Weber, Luthergemeinde)
Christus, du Gekreuzigter und Auferstandener,
du Überwinder aller Angst und Feindschaft,
unser gemeinsamer Herr!
Wo immer wir versagen, schauen wir auf dich
und wollen von dir lernen.
Unter deinem Kreuz wollen wir uns neu entdecken als Schwestern und Brüder,
die allein von deiner Vergebung leben.
Gib uns den Mut, einander die Hände zu reichen
und in deinem Frieden mit einander und für einander zu leben.
à Kyrie

Überleitung zum Friedensgruß und Friedensgruß (Thomas Fritz)
"Gebt einander ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung!"

Lied: Wo Menschen sich vergessen (Keyboard)

Dank und Wertschätzung 

(Mathias Fuchs, Pastoralreferent SE Michaelsberg)
Wir danken Gott für die geistlichen, die theologischen und die
ethischen Impulse der Reformation, die wir in der katholischen
Kirche teilen können. Ich nenne die Wertschätzung des Wortes
Gottes und der Heiligen Schrift. Ich nenne die Rechtfertigungs-
lehre: Es ist auch für die katholische Kirche wichtig zu erkennen,
dass ein Mensch nicht aus Werken des Gesetzes, sondern aus
dem Glauben an Jesus Christus gerechtfertigt wird. Wir sehen
das Engagement so vieler Männer und Frauen in den evangeli-
schen Gemeinden als lebendiges Zeugnis des Glaubens. Wir
schätzen die intensiven Diskussionen und die verantwortungs-
vollen Entscheidungsprozesse in den Synoden. Wir sind beein-
druckt von dem starken Einsatz der evangelischen Kirche in der
Diakonie, in unserem Land und auf der ganzen Welt. Vieles wäre
noch zu nennen. Liebe evangelische Glaubensgeschwister:
Wir danken Gott, dass es Sie gibt und dass Sie den Namen Jesu
Christi tragen.

(Tanja Dittmar, Pfarrerin Luthergemeinde)
Wir danken Gott für das Glaubenszeugnis der katholischen
Kirche. Wir sehen, dass sie im wahren Sinn des Wortes eine
Weltkirche ist, die Nationen, Sprachen und Kulturen verbindet.
Wir schauen voll Achtung auf die Liebe zur Liturgie, die in der
katholischen Kirche gepflegt wird. Wir schätzen die besondere
Aufmerksamkeit für die Überlieferungen des Glaubens, Beken-
nens und Denkens, die die Geschichte der Christenheit und
so auch unsere Geschichte geprägt haben. Wir wissen uns
herausgefordert, unser eigenes Verständnis von Kirche und Kir-
cheneinheit, von Ordination und Amt im Dialog mit der katho-
lischen Theologie zu vertiefen. Wir sind beeindruckt vom
caritativen Dienst der katholischen Kirche in unserem Land und
auf der ganzen Welt. Vieles wäre noch zu nennen. Liebe katho-
lische Glaubensgeschwister: Wir danken Gott, dass es Sie gibt
und dass Sie den Namen Jesu Christi tragen.
Alle.
Guter Gott, wir danken dir.

Lesung: 1. Kor 12,4-13 (Frank Arlaud, NaK)

Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist.
Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn.
Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen.
Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.
Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem andern durch den gleichen Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln, dem dritten im gleichen Geist Glaubenskraft, einem andern - immer in dem einen Geist - die Gabe, Krankheiten zu heilen,
einem andern Wunderkräfte, einem andern prophetisches Reden, einem andern die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem andern verschiedene Arten von Zungenrede, einem andern schließlich die Gabe, sie zu deuten.
Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.
Der eine Leib und die vielen Glieder: 
Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: so ist es auch mit Christus.
Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.

Brotteilen (Martin Kramer, Pastoralreferent Büchenau)

In den orthodoxen Kirchen gibt es die Tradition der  Artoklasia, des Brotbrechens, einen Ritus, der in den orthodoxen Ostkirchen sowie teilweise auch Griechisch-Katholischen Kirchen gegen Ende von Vespern oder Vigilfeiern vollzogen wird. Die fünf Laibe erinnern an die fünf Brote und 2 Fische aus dem Bericht der wunderbaren Brotvermehrung. Es greift ebenso das Agape-Mahl der frühchristlichen Gemeinden auf. eim Zweiten Ökumenischen Kirchentag in München wurde unter dem Titel "1000 Tische" eine Artoklasia als Ersatz für das noch nicht mögliche gemeinsame christliche Abendmahl von den orthodoxen Kirchen organisiert und durchgeführt. Da es sich theologisch nicht um eine Eucharistie, sondern lediglich um eine Segnungsfeier handelt (mit Anklängen an die Agapefeiern der urchristlichen Gemeinden), können auch Christen aus anderen Konfessionen an dieser orthodoxen Feier teilnehmen. Daher haben auch wir uns an dieser Tradition orientiert. 

Bibelvers: 1, Kor 10: Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot.

Lied: Wenn wir das Leben teilen wie das tägliche Brot (Keyboard) 

Fürbitten und Vaterunser 

(Erika Gerken, SE St. Vinzenz)
Herr, unser Gott, wir feiern heute miteinander Gottesdienst. Wir haben uns dabei auch unsere gegenseitigen Verfehlungen bekannt. Wir stehen kurz vor Ostern und blicken auf Deinen Sohn Jesus Christus, der uns durch seinen Tod am Kreuz geheilt hat. Durch seine Liebe sind wir frei geworden, einander zu vergeben. Wir bitten dich:

(Ursula Groß, SE St. Vinzenz)
Lass uns diese Versöhnung unserer Herzen hineintragen in unsere Kirchen und Gemeinden, damit wir uns ökumenisch ausrichten und unser Miteinander in Liebe und respektvollem Umgang gestalten können.
Gott unser Vater
Alle: wir bitten Dich, erhöre uns.

(Charlotte Springer, EmK)
500 Jahre Reformation sind nicht nur Grund zum Feiern sondern auch zum Aufarbeiten der Schuld und Verletzungen, die wir uns gegenseitig zugefügt haben. Wir haben diese heute vor dich gelegt. Hilf uns, dieses Jahr als Grund für eine Aufarbeitung und ein noch stärkeres Zueinander zu nutzen.
Gott unser Vater
Alle: wir bitten Dich, erhöre uns.

(Mathias Fuchs)
Hilf uns, nicht nur auf uns selbst zu schauen sondern auch auf die Menschen, die unserer Hilfe bedürfen. Wir wollen unsere ökumenischen Bemühungen dazu nutzen, gemeinsam gegen Armut und Ausgrenzung vorzugehen und uns um Menschen zu kümmern, die bei uns Heimat suchen.
Gott unser Vater
Alle: wir bitten Dich, erhöre uns.

(Andrea Schmitt, Paul-Gerhardt-Gemeinde)
Guter Gott, lass unsere Gemeinden ein Ort sein, wo Menschen ein Heimat finden, wo ein Klima der Nächstenliebe und eine vertrauensvolle Atmosphäre herrscht, die hilft, Dein Evangelium zu verkünden und zu leben.
Gott unser Vater
Alle: wir bitten Dich, erhöre uns.

(Erika Gerken)
Guter Gott, wir bitten dich, gieße den Geist der Versöhnung in unseren Herzen aus, damit wir Frieden stiften zwischen Konfessionen und Religionen, aber auch da, wo in unserer Stadt Zwietracht herrscht und Menschen sich gegenseitig respektlos behandeln.
Gott unser Vater
Alle: wir bitten Dich, erhöre uns.

Im Vertrauen darauf, dass Du, o Gott, unsere Bitten erhörst und alle Christen in ihrem Zeugnis eins sind, beten wir, wie Jesus uns zu beten gelehrt hat.

Selbstverpflichtung (Bernhard Wilhelm, Diakon-SE St. Vinzenz / Tanja Dittmar)

Auf dem ersten ökumenischen Kirchentag 2003 haben die Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen die Charta Oecumenica unterschrieben. Sie ist auch Grundlage für die ökumenischen Partnerschaften zwischen Gemeinden des Erzbistums Freiburg und der evangelischen Landeskirche Baden. In der Charta Oecumenica werden Selbstverpflichtungen formuliert, die wir heute aufgreifen und verstärken wollen.

Wir verpflichten uns, die verschiedenen christlichen Traditionen anzuerkennen, voneinander zu lernen und uns nicht gegenseitig herabzuwürdigen oder aufeinander herabzusehen. Wir wollen, dass in Zukunft Konflikte, die aufgrund der verschiedenen Konfessionen entstanden sind, nicht mehr möglich sind.

Wir verpflichten uns, ökumenisch zu handeln und auf allen Ebenen kirchlichen Lebens gemeinsam zu überlegen,
wo wir miteinander Projekte planen können, statt getrennt zu arbeiten und wo wir füreinander und miteinander beten und gemeinsam Gottesdienste feiern können.

Wir verpflichten uns, gemeinsam aus dem Geist des Evangeliums zu handeln. Das schließt ein, dass wir allen Menschen mit Wertschätzung begegnen: besonders auch Andersgläubigen, Fremden und Minderheiten. Gott hat den Menschen als sein Ebenbild geschaffen.

Weil wir von Gott gemeinsam die Verantwortung für diese Welt haben, gehen wir mit unseren Ressourcen behutsam um und setzen uns für eine nachhaltige Lebensweise ein.

Wir verpflichten uns, die sichtbare Einheit von Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften zu suchen und Schritte in Richtung der eucharistischen Gemeinschaft zu unternehmen.

Segenslied: Dona nobis Pacem (Orgel)

Segen (Andrea Knauber, Thomas Fritz)

Ausgangslied (Vortrag): Sonja Oellermann, Sei gesegnet (M. Pepper) (Keyboard)

 (Marieluise Gallinat-Schneider)

zum Seitenanfang