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Ökumenischer Bibeltag zu den Jakobsgeschichten am 20. März 2010

Ort: Evangelisch-methodistische Kirche

Thema: „Ich lasse dich nicht, Du segnest mich denn.“

Ablauf des Tages: 10 Uhr bis 16 Uhr

10.00 Uhr: Thema: Jakobgeschichten

Begrüßung (Schowalter)

Impuls/Vortrag Prof Oeming (exegetische Hintergründe, historische Einordnung - dann verschiedene Zugänge mit Bildern, und einer Filmsequenz)

12.30 Uhr Mittagessen

13.-30-14.30 Kleingruppen:

a) Geschwisterkonstellationen (Schowalter)

b) Segen (Oeming)

c) Himmelsleiter/Gottesbegegnungen Gen 28, 10-22 (Gallinat/Baum)

15-16 Uhr Segensgottesdienst:

Lied: Liebster Jesu, wir sind hier (436) (Schowalter)

Votum und Psalm (Springer)

Lied: Herr, öffne mir die Herzenstür (416) (Schowalter)

Predigt zu Jakob am Jabbok (Oeming)

Lied: Segne uns, o Herr 510 (Schowalter)

Salbungsteil:
- Einleitung/ Hinführung (Oeming)
- Salbung (Becker, Gallinat, Springer), dazu Karten mit Segenszusagen aus der Bibel (Schowalter)
- Währenddessen: Lieder und Musik (Schowalter)

Lied (Schowalter): Wo ich auch stehe (Blatt)

Fürbitten/Vater unser (Schowalter)

Sendung (Oeming)

Dank (Schowalter)

Lied: Wenn wir jetzt weitergehen (507) (Schowalter)

zur Kleingruppe Himmelsleiter:

Im Anfang wird es sich um eine Heiligtumsätiologie gehandelt haben. Ob diese zunächst mündlich tradierte Erzählung von Anfang an mit dem Erzvater Jakob in Verbindung stand oder erst später auf ihn übertragen wurde, läßt sich nicht mehr feststellen.

Desweiteren geht es um eine Unterwegsgeschichte. Wurde hier nach Untergang des Nordreiches von der Bedeutung Bet-Els berichtet? Dieser Teil ist aus der Zeit vor der Kultreform unter Jossia, denn danach war das Aufstellen von Masseben strikt untersagt.

Zuletzt ist Text eine Verheißungsrede. Die Erzväter Abraham, Isaak und Jakob und ihre Rolle in der Geschichte Gottes mit dem Volk Israel stehen im Vordergrund. Dieser Teil stammt vermutlich aus der Zeit des Exils oder ist nachexilisch. Hier versichert sich das Volk der Tatsache, dass Gott seine Verheißung an das Volk noch nicht vergessen hat.

Die Himmelsleiter ist ein Zikkurat. Oben im Heiligtum steht JHWH. Je nach Interpretation des hebräischen Textes steigt er hinab oder er bleibt auf ihr stehen. Letzteres wäre altorientalisch, ersteres würde bedeuten, JHWH nähert sich seinem Volk, nicht der Mensch muss zu ihm hinaufsteigen.

Wichtig ist auch, dass es beim Ende nicht um einen Handel mit Gott geht, sondern darum, Gott mit zu nehmen in das fremde Land. Zu der Zeit war Gott noch an bestimmte Orte gebunden. Hier geht er aber mit Jakob.

Redaktionsgeschichte/Redaktionskritik:

Der Elohist ist umstritten. Wir gehen jedoch davon aus, dass er im Nordreich lebte. Vermutlich muss das elohistische Werk vor der Entstehung des Deuteronomiums fertiggestellt worden sein. Die deuteronomische Forderung nach der Kultzentralisation in Jerusalem (Dtn 12), scheint dem Elohisten nämlich noch unbekannt zu sein. Das Südreich hat Jerusalem als Hauptstadt, dort ist auch der Tempel. Da sich dort später der Hauptkultort herausbildet, reaktiviert König Jerobeam ein altes Heiligtum in Bet-El zum Reichsheiligtum. Bet-El d.h. Haus Gottes. Nach Jerusalem die in der Bibel am häufigsten erwähnte Ortschaft Palästinas. Ursprünglich handelte es sich um eine kanaanäische Kultstätte, in der dann der Jahwekult eingeführt wurde. Hierfür ist unser Bericht bedeutend, denn durch die Gründung dieses Wallfahrtsortes durch Jakob und die Anbindung an die Väterzeit kann das Nordreich hier einen ganz bedeutenden Kultort vorweisen. Zu Beginn der Monarchie war Bet-El ein populärer Wallfahrtsort. Nach der Teilung in Süd- und Nordreich lag es somit nahe, den ebenso wie Jerusalem hoch gelegenen Ort 19 km nördlich von diesem als Pendant zu Jerusalem und damit als Staatsheiligtum mit Tempel des Nordreichs zu errichten. Die Propheten wetterten oft gegen diesen Kultort.

Das didaktische Begleitheft zur Bibelwoche bezeichnet den Text als jahwistisch. Es ordnet den Jahwisten in der Zeit, da das Nordreich schon untergegangen war und Juda eine geistige Sammlung vollzieht. Diese Einordnung richtet sich nach der Meinung der Exegeten, die den Elohisten als nicht existent ablehnen und nur Priesterschrift und Jahwisten anerkennt.

Nach dieser Einführung haben wir uns gefragt, was die Stelle für uns heute bedeutet. Wir haben das Bild von Sieger Köder von Jakobs Traum angeschaut und darüber gesprochen, wann wir das Gefühl hatten, in der Hand Gottes zu sein. Wann haben uns Engel des Himmels geleitet? Jakob schaute Gott, bevor er ihn um Verzeihung für die Erschleichung des Segens gebeten hat. Gott gewährt ihm im Voraus seine Gnade.

Geborgen in Gottes Hand

Wer immer Du auch bist,
Was immer Du auch bist,
Wie immer Du auch bist,
Warum immer Du auch bist,
Wohin immer Du auch strebst,
Wo immer Du auch gehst,
Wo immer Du auch stehst,
Was immer Du auch tust,
Wo immer Du auch ruhst,
Wo immer Du auch sitzt,
Wo immer Du auch liegst,
Wo immer Du auch bist,

Ob in der Höhe,
Ob in der Weite,
Ob in der Tiefe,
Du bist in Gottes Hand und
bist dort wohl geborgen.
ER ist Dein Vater, der Dich liebt,
Und Dir die Kraft zum Leben gibt.
ER hat Dich
In Seine Hand geschrieben;
Auf ewig bist Du Sein.
© Heinz Pangels, 13.August 2009

 (Marieluise Gallinat-Schneider)

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