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Geistliches Wort ACG-Sitzung am 12.07.07

Da wir uns heute mit dem Gottesdienst befassen wollen und vor allem mit der Eucharistie, dem Abendmahl, möchte ich Sie mit meinen Gedanken zu diesem Thema hinführen.

Einer der zentralen Sätze für unser Feiern der Eucharistie ist im Korintherbrief bei Paulus zu finden:
Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. (1 Kor 11,25)
Dieser Satz: Tut dies zu meinem Gedächtnis, fordert uns auf, dass, was Jesus im Abendmahlssaal tat, miteinander zu feiern. Abendmahl- Erinnerung an das letzte Pessachfest, das Jesus mit seinen Jüngern feierte, bevor er in den Garten ging, wo er gefangengenommen wurde. Bei diesem Mahl gab es die aufsehenerregende Fußwaschung und es gab den Hinweis daran, dass es sein Leib ist und der Kelch der Neue Bund mit seinem Blut.

Dies empfinden wir Christen als Auftrag an uns, dieses Mahl miteinander als Gedächtnismahl zu feiern. Wenn Jesus sagt, "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen" (Mt 18,20), ist er immer anwesend, wenn wir miteinander beten, aber wenn wir miteinander Mahl halten, erfahren wir seine Gegenwart ganz besonders.

Wenn die evangelische Kirche vom Abendmahl spricht, setzt sie den Akzent auf die Erinnerung an diesen Abend des Pessachmahles am Gründonnerstag. In der katholischen Kirche sind zwei Begriffe gebräuchlich: Eucharistie = Danksagung und Kommunion = Gemeinschaft. Wir danken Gott für die Schöpfung, für seine Liebe zu uns Menschen und für seinen Sohn Jesus. Seit dem 2. Vatikanischen Konzil ist die communio, die Gemeinschaft in den Vordergrund getreten gegenüber dem Opfercharakter der alten Messe. Wir feiern gemeinschaftlich Mahl und bringen unser Freude über die Gegenwart Gottes zum Ausdruck.

Der Emmausbericht bringt auf den Punkt, was für uns das zentrale am Gottesdienst ist. "Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloß?" (Lk 24,30)
Zunächst geht es um Gottes Wort, Jesus erschließt den Jüngern die Schrift, er macht sie verständlich. Danach kehren sie ein, um Mahl zu halten, beim Brotbrechen erst erkennen die Jünger ihn.

Dieses Brot ist Symbol für die Liebe Gottes, für alles was uns Nahrung gibt und uns satt macht, für die Schöpfung und für Teilen mit anderen.

Der Frankfurter Pfarrer Lothar Zenetti sagt in einem seiner Texte: " Ein Mensch wie Brot, das wie Hoffnung schmeckt, bitter und süß, ein Wort, das sich verschenkt, das sich dahingibt, wehrlos, in den tausendstimmigen Tod, an dem wir alle sterben. Ein Wort, dem kein Tod gewachsen ist, das aufersteht und ins Leben ruft, unwiderstehlich, wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn."

Das ist das, woran wir alle glauben, die Grundlage für alle Christen. An diesen Jesus, der sich als Brot für die Menschen verschenkt, glauben wir. Schauen wir heute verstärkt auf die Gemeinsamkeit, auf unseren gemeinsamen Glauben und weniger auf das, was uns immer noch trennt.
Wir wollen nun noch gemeinsam beten und singen, bevor wir uns den konkreten Fragen widmen.

 

 (Marieluise Gallinat-Schneider)

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