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Konradsblatt Nr. 19 vom 11. Mai 2008 - Seite 13

Ein einziger Terminkalender für alle

In der Bruchsaler Pfarrei St. Peter wurde eine Computeranwendung zur Koordination in Seelsorgeeinheiten entwickelt

Haben eine 'pfiffige' Computeranwendung für die Koordination in Seelsorgeeinheiten entwickelt: Pfarrer Jörg Sieger (links) und Roland Sand. Foto: Langer Der Bruchsaler Pfarrer Jörg Sieger hat sich - nicht nur, aber auch - dadurch einen Namen gemacht, dass er wie kaum ein anderer die Vorteile der modernen Medien nutzt. Jetzt ist er mit einem Projekt am Start, das nur „sensationell" genannt werden kann. Ein eigens entwickeltes Programm kann die Koordination in Seelsorgeeinheiten deutlich erleichtern.

Von Stephan Langer

Am Anfang stand eine Erfahrung, wie es sie vielerorts gibt. „Wir haben uns einmal in der Woche zum Dienstgespräch getroffen", erzählt Pfarrer Jörg Sieger: „Da hat dann jeder Termine in seinen Kalender eingetragen." Das Problem dabei: Meist kümmert man sich ja nur um das, was einen selbst betrifft. Hinzu kommt, dass sich langfristige Planungen bisweilen ändern. Die Folgen liegen auf der Hand: „Wie oft ist es passiert, dass Unterschiedliches in den Kalendern stand!", erinnert sich Jörg Sieger.

Während man sich anderswo dem scheinbar Unvermeidlichen fügt, tüftelt Pfarrer Sieger so lange, bis er eine Lösung findet. Dabei kommt ihm zugute, dass er sich schon seit Jahren intensiv mit den neuen Medien beschäftigt. Und so wurde in der Bruchsaler Pfarrei jetzt ein tolles Instrument für die Organisation in Seelsorgeeinheiten entwickelt. Ein Glücksgriff war dabei der Informatiker Roland Sand, der sich mit den Sekretärinnen zusammengesetzt und „um Gotteslohn" das Programm „Pfiffig" geschrieben hat. Der Name ist eigentlich eine Abkürzung; sie bedeutet „Pfarrei-Informationssystem für innovative Gemeinden". Aber das Ganze heißt nicht nur „pfiffig"... Es kann die Arbeit im Pfarrbüro deutlich erleichtern.

„Pfiffig" sorgt dafür, dass gewissermaßen alle einen einzigen Terminkalender haben. Mit gestaffelten Zugriffsrechten können die verschiedenen Mitarbeiter und Gruppen ihre Eintragungen vornehmen. Das Programm wacht darüber, dass keine Widersprüche bei Terminen und in der Raumbelegung entstehen und gibt am Ende auf Knopfdruck eine fertig formatierte Gottesdienstordnung aus.

Zusätzlich haben Sieger und Sand einige „intelligente" Funktionen eingebaut, die das Leben leichter machen. Ein Beispiel: Pfarrer Sieger gibt ein, wie viele Ministranten er für einen Gottesdienst benötigt. „Pfiffig" gleicht diese Anforderung mit den Meldungen der „Minis" ab, erstellt automatisch einen Ministrantenplan — und erinnert den jeweiligen Messdiener per E-Mail daran, wann er das nächste Mal zum Einsatz kommt. Bei den Organisten, Lektoren und Kommunionhelfer läuft es ähnlich.

"Eine gute Koordination gehört zu den Überlebensfragen in einer Seelsorgeeinheit", ist Jörg Sieger überzeugt. Die neue Anwendung hilft dabei auf beeindruckende Weise. „Damit bekommen wir im Pfarrbüro wieder Luft, um die wirklich wichtigen Dinge zu tun", erklärt der Pfarrer.

Technisch gesprochen ist „Pfiffig" eine datenbankgestützte Anwendung, die von jedem Rechner mit Internetanschluss aus zu erreichen ist. Auf dem freien Markt wäre ein solches Programm nur für teures Geld zu haben; außerdem ist solche Software dann nicht auf die speziellen Anforderungen der jeweiligen Pfarrgemeinden abgestimmt. Dagegen geben Pfarrer Sieger und Roland Sand ihr Wissen — und das Programm — zum Selbstkostenpreis weiter. Bereits sieben Seelsorgeeinheiten im Erzbistum arbeiten mit „Pfiffig", zwei weitere bereiten den Start momentan vor.

Infos gibt es — natürlich — im Internet: www.joerg-sieger.de

Zum Bild: Haben eine 'pfiffige' Computeranwendung für die Koordination in Seelsorgeeinheiten entwickelt: Pfarrer Jörg Sieger (links) und Roland Sand. Foto: Langer

Dr. Jörg Sieger, Mannheimer Straße 54, D-76131 Karlsruhe,
Tel.: +49 (0721) 82105171, E-Mail: kontakt@joerg-sieger.de.