"Lichtblick im Alltag"

Für Juden sind das keine guten Wochen. In den Texten der Liturgie geht es um die bösen Winzer, denen der Weinberg weggenommen wird, sowie um die Hochzeitsgäste, die nicht kommen wollten und deren Stadt daraufhin zur Strafe in Schutt und Asche gelegt wird (Matthäus 21-22). Und das will doch sagen: An die Stelle der Juden ist nun ein neues Gottesvolk getreten.
Diese Texte können, wörtlich missverstanden, toll zur Begründung von Judenhass herhalten. Und es spiegeln sich hier sicher Ressentiments der Evangelisten, die es auch in deren Zeit gab.

Die biblische Exegese hat schon längst herausgearbeitet, dass solche menschlichen Vorstellungen nicht Inhalt der Offenbarung Gottes sind. Und dass die Botschaft dieser Texte eine andere ist: Es geht darum, dass Gott den Menschen nachgeht und nicht ruht, bis sein Festsaal gefüllt ist und dass alle, die geladen sind, auch Frucht bringen sollen: Menschlichkeit und Gerechtigkeit.
Die Bibel gilt es nämlich nicht wörtlich, es gilt, sie ernst zu nehmen.

 

 

 

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