"Lichtblick im Alltag"

Propheten waren selten gerne gelitten. Man ging ihnen aus dem Weg oder hat sie vertrieben - schlimmstenfalls hat man sie umgebracht.
Dabei haben sie gar nichts Außergewöhnliches gesagt. Sie haben nur auf den Punkt gebracht, was eigentlich bekannt war: dass Gott auf Dauer nicht zulässt, dass man die Armen mit Füßen tritt.

Manche bedauern, dass es keine Propheten mehr gibt. Wir können das Fehlen aber kompensieren. Wir brauchen nur mit wachen Augen durch unsere Gesellschaft zu gehen. Es ist doch offensichtlich, was im Argen liegt.
Oder glaubt jemand, es sei gottgefällig, dass Zäune errichtet werden, um uns die Armen vom Leibe zu halten, dass Preise derart gedrückt werden, dass Menschen nicht mehr vom Lohn ihrer Arbeit leben können oder Asylbewerberheime angezündet werden, um vor angeblicher Überfremdung zu schützen? Wir brauchen nur Menschen, die die Dinge offen aussprechen. Und dann brauchen wir Menschen, die mutig die Konsequenzen daraus ziehen.

 

 

 

 

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