"Lichtblick im Alltag"

Wer denn jetzt richtig bete - fragt die Frau am Jakobsbrunnen Jesus - die Juden oder die Samariter. (Johannesevangelium 4,20) Und Jesus gibt zur Antwort, dass eine Zeit kommen wird, in der dies keine Rolle mehr spielt, weil man im Geist und in der Wahrheit anbeten wird.
Für Christen war immer klar, was Jesus damit meint: Der innerjüdische Streit ist überwunden, denn die Zukunft gehört den Christen.

Aber hat das Jesus wirklich gemeint? Dann hätte sich ja nichts geändert. Es ging doch genauso weiter. Da stritten sich dann nicht mehr Juden und Samariter, sondern Heidenchristen und Judenchristen, Arianer und Orthodoxe, Lateiner und Griechen, Evangelische und Katholiken...
Wahrscheinlich muss die Zeit erst noch kommen, in der wir entdecken, dass überall, wo Menschen über diese Welt hinausdenken und etwas vom Göttlichen erkennen, sie etwas von jenem Gott spüren, den Jesus als unseren Vater verkündet hat - ganz gleich wie sie ihn nennen, ob sie ihn recht beschreiben oder auch nur Bruchstücke von ihm erahnen.

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