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Bruchsaler Rundschau Nr. 165 vom Donnerstag, 17. Juli 2008 - Seite 15

Gottesbilder und soziale Missstände im Fokus

Amos-Projekt der Pfarrei St. Peter will in Bruchsaler Gemeinden Impulse für den Glauben geben

Von unserem Redaktionsmitglied Hansjörg Ebert

Bruchsal. Die wachen Augen weit geöffnet, die Ohren auf Empfang, dazu die überdimensionalen Hände, die die Richtung weisen - so stellt der Künstler Walter Habdank den Propheten Amos dar. Und trifft damit das Kernanliegen eines Bruchsaler Glaubensprojekts, das sich im kommenden Jahr intensiv mit den Gedanken dieses ersten Schriftpropheten der Bibel beschäftigen will. In Seminaren und Gottesdiensten, Vorträgen und Gesprächsabenden soll die Botschaft des Propheten, der wie kaum ein anderer soziale Missstände, aber auch fromme Heuchelei im alten Israel anprangerte, gehört und verstanden sowie in die Jetztzeit und auf Bruchsaler Verhältnisse übertragen werden.

"Es gibt nichts wichtigeres, als sich mit den eigenen Glaubensgrundlagen auseinanderzusetzen", begründet Pfarrer Jörg Sieger die intensive Beschäftigung mit der Bibel. Dabei ist der Pfarrer von St. Peter sichtlich froh, nach Jahren der Strukturdebatten endlich einmal wieder intensiv mit Inhalten arbeiten zu können. Bei einem Informationsabend, zu dem sämtliche Mitarbeiter aus allen kirchlichen Gruppen eingeladen waren, stellte er das Projekt vor. Seine Begeisterung konnte und wollte der katholische Seelsorger dabei gar nicht verbergen. Die biblische Botschaft möchten er und seine Mitstreiter gerne in die breite Öffentlichkeit tragen, wobei auch die evangelischen Gemeinden und die Evangelisch-methodistische-Gemeinde eingeladen sind, mitzumachen. "Das Projekt war von Anfang an ökumenisch angelegt und soll über Konfessionsgrenzen hinweg umgesetzt werden", erklärt Sieger dazu.

Die Anfänge reichen einige Jahre zurück, als ein Häuflein Wissbegieriger anfing, ins Hebräische hineinzuschnuppern. Sechs Leute blieben schließlich bei der Stange und beschäftigten sich als Exegesekreis irgendwann auch mit dem Propheten Amos. Fasziniert von dessen Botschaft, entstand die Idee, aus dem Weckruf des Propheten ein "Weg-Ruf " für unsere Zeit zu machen. So lautet jedenfalls der Arbeitstitel des Projekts, das beim ersten Treffen im Pfarrsaal St. Paul den offiziellen Startschuss erfahren hat.

"Alles ist halb fertig", unterstreicht Pfarrer Sieger die Offenheit des Prozesses, der noch viel Gestaltungsspielraum auch für eigene Ideen der unterschiedlichen Gemeindegruppen bietet. Herzstück des Projekts ist "Eine Woche mit dem Propheten Amos" im Sommer des kommenden Jahres mit Abendveranstaltungen, bei denen es um das Gottesbild des Propheten, um soziale Ungerechtigkeit und Unterdrückung, aber auch um die Themen Gottesdienst und Globalisierung geht.

Der weitere Fahrplan sieht folgendermaßen aus: Am Montag, 22. September, läuft das nächste Vorbereitungstreffen für ein Seminarwochenende Mitte Oktober, zu dem die protestantische Theologin Gerlinde Baumann Gottesbilder der Gewalt im Alten Testament erläutern wird. Darauf folgen weitere Vorbereitungstermine.

Alle kirchlichen Gruppen - Jugendgruppen und Kindergärten, Altenwerke und Gemeinschaften, Chöre und Musikgruppen, Bibliotheken und Ministranten - sind eingeladen, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie das Thema in ihr Jahresprogramm und in die regelmäßigen Treffen integrieren könnten. "Alle Gruppen sind gefragt, sich in irgend einer Weise kreativ zu beteiligen", meint Sieger. Er hofft dass der Funke überspringt, die Begeisterung für die Botschaft der Bibel überschwappt und daraus konkrete Impulse für den Glauben entstehen.

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Konradsblatt Nr. 27 vom Sonntag 5. Juli 2009 - Seite 12

"Weckruf-Wegruf": Bruchsaler Pfarrei beschäftigt sich intensiv mit dem Propheten Amos

Der Prophet Amos steht derzeit im Mittelpunkt eines Glaubensprojektes in Bruchsal. In Seminaren und Gottesdiensten, Vorträgen und Gesprächsabenden soll die Botschaft dieses ersten Schriftpropheten der Bibel gehört und verstanden sowie in die Jetztzeit und auf Bruchsaler Verhältnisse übertragen werden. "Es gibt nichts Wichtigeres, als sich mit den eigenen Glaubensgrundlagen auseinanderzusetzen", begründet Pfarrer Jörg Sieger die intensive Beschäftigung mit der Bibel. Der Pfarrer von St. Peter ist nach eigener Aussage froh, nach Jahren der Strukturdebatten endlich einmal wieder intensiv mit Inhalten arbeiten zu können. Die biblische Botschaft möchten er und seine Mitstreiter gerne in die breite Öffentlichkeit tragen. "Das Projekt war von Anfang an ökumenisch angelegt und soll über Konfessionsgrenzen hinweg umgesetzt werden", erklärt Sieger dazu.

Konradsblatt

ZUM BILD: Unser Foto zeigt die Homepage www.joerg-sieger.de auf der alle weiteren Infos zu finden sind.

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SWR cont.ra vom 22. Juli 2009

Ein besonderes Bibelprojekt katholischer Kirchengemeinden in Bruchsal bei Karlsruhe

Hans Michael Ehl im Gespräch mit Pfarrer Dr. Jörg Sieger.

Der Radiobeitrag zum Anhören (5:34 min)

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SWR Fernsehen vom 26. Juli 2009

Abschlussfest und Menschenkette in "Baden-Württemberg aktuell"

Der Beitrag ist im Netz leider nicht mehr verfügbar.

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Bruchsaler Rundschau Nr. 171 vom Dienstag, 28. Juli 2009 - Seite 15

Menschenkette war ein voller Erfolg

Bruchsal (chi). Fast 1 000 Gemeindemitglieder haben sich am Sonntag zusammengefunden, um eine Menschenkette von St. Peter über St. Paul bis zu St. Anton zu bilden, schätzt Gemeindemitglied Cilly Rathgeb. Sie stand mit in der Kette und habe den Augenblick sehr genossen. „Wir wollten zeigen, dass wir alle zusammen gehören."

Die Glocken der drei zu einer Seelsorgeeinheit zusammengeschlossenen Gemeinden begannen zu läuten, als die Menschen sich an den Händen nahmen. Für fünf Minuten wurden die Straßen gesperrt. „Die Kette ist zwar an ein paar Stellen mal gerissen, aber im Großen und Ganzen hat es wunderbar funktioniert", sagt Rathgeb.

Die Menschenkette war der Abschluss des Projektes „Amos".

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Konradsblatt Nr. 31 vom Sonntag, 2. August 2009 - Seite 6

Zeichen der Solidarität

Bruchsaler "Amos-Projekt": Eine Menschenkette zwischen St. Peter und St. Anton

In Bruchsal haben Christen mit einer Menschenkette auf das Anliegen der sozialen Gerechtigkeit aufmerksam gemacht. Die Aktion bildete den Abschluss einer längeren inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Botschaft des alttestamentlichen Propheten Amos.

Dass sich eine Pfarrgemeinde oder eine Seelsorgeeinheit über einen längeren Zeitraum hinweg mit einem biblischen Thema auseinandersetzt ist eher die Ausnahme als die Regel. Pfarrer Jörg Sieger, der Leiter der Seelsorgeeinheit Bruchsal St. Peter mit den Gemeinden St. Peter, St. Paul und St. Anton wollte aber noch mehr. Mit dem Projekt "Amos" ging es ihm und vielen Mitstreiterinnen und Mitstreitern seiner Gemeinden darum, die Botschaft des biblischen Propheten für die heutige Zeit transparent und fruchtbar zu machen.

Allerdings handelt es sich dabei um eine durchaus unbequeme Botschaft. Denn Amos ist der Prophet, der ohne Umschweife und mit zum Teil fast befremdlicher Schärfe die soziale Ungerechtigkeit und die Missstände im Gottesvolk Israel anprangert. Und wer wollte leugnen, dass Amos auch heute, in diesem Land, in dieser Kirche, Grund genug hätte, sich über himmelschreiendes Unrecht zu beklagen. Gleichzeitig würde er dazu aufrufen, gegen dieses Unrecht anzugehen.

Einsatz für ein gerechtes Miteinander

Ausgehend von der Initiative eines kleinen Exegesekreises wurde in Bruchsal bereits im Sommer 2008 damit begonnen, das Konzept für einen längeren Prozess der Auseinandersetzung mit dem Propheten Amos zu entwickeln. "Weckruf - Wegruf", lautete schließlich das Motto dieses Prozesses, der zuletzt in eine Intensivzeit von sieben Wochen mündete. Vorausgegangen waren zahlreiche Treffen und Initiativen - von einem biblischen Seminar über schulische Projekttage, ein Jugendwochenende und verschiedene Gottesdienste bis hin zur 72-Stunden-Aktion, die ebenfalls diesem Thema gewidmet war.

Am vergangenen Sonntag schließlich, am Tag des zweiten und entscheidenden Wahlganges der Bruchsaler Oberbürgermeisterwahl, setzten rund 1000 Christen aus der Stadt über die konfessionellen Grenzen hinweg ein öffentliches Zeichen dafür, dass sie bereit sind, die Zukunft in die Hand zu nehmen und sich für ein gerechtes Miteinander einzusetzen: Sie bildeten eine Menschenkette für Gerechtigkeit, Frieden und Solidarität zwischen der Peterskirche und der Antoniuskirche.

Für Pfarrer Jörg Sieger ist diese ungewöhnliche Aktion, wie auch die gesamte Auseinandersetzung mit der Botschaft des Propheten Amos, keineswegs ein willkürlich gewähltes Projekt. Vielmehr kommt für ihn damit ein ganz wesentlicher Aspekt des Glaubens zum Ausdruck, nämlich die klare Option der Kirche für die Armen und der Protest gegen soziale Missstände, an die sich auch viele Christen vielleicht schon längst gewöhnt haben.

Konradsblatt

ZUM BILD: Einsatz für Gerechtigkeit auf ungewöhnliche Weise: Teilnehmer der Menschenkette in Bruchsal.

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KraichgauTV vom 7. August 2009

Hand in Hand für Gerechtigkeit beim Amos-Projekt

Bruchsal +++ Kirche | Über mehrere Wochen wurde in der Pfarrei St. Peter in Bruchsal ein Projekt zum Propheten Amos durchgeführt. Dieser setzte sich besonders für soziale Gerechtigkeit ein. Zum Projektabschluss wurde ein deftiges Mittagessen angeboten, eine Luftballonaktion gestartet sowie eine Menschenkette gebildet.

Hier der direkte Link zum Originalbeitrag

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